Fussball

Jonathan Tah vor der U21-EM im Interview: "Ich will nicht nur vorm viereckigen Bildschirm sitzen"

Bis zuletzt weilte Jonathan Tah noch bei der A-Nationalmannschaft.

Die deutsche U21-Nationalmannschaft bereitet sich in Udine auf die Mission EM-Titelverteidigung vor. Kapitän Jonathan Tah sprach nach der ersten Trainingseinheit im Interview über die ersten Eindrücke, seine Rolle als Führungsspieler und den ersten Gruppengegner Dänemark.

Außerdem verrät der Innenverteidiger von Bayer Leverkusen, wie die Mannschaft im Turnieralltag abschaltet und warnt vor einem Fehlstart.

Herr Tah, wie gefällt es Ihnen in Udine?

Tah: Der erste Eindruck ist super. Ich war zwar noch nie im Italienurlaub, doch wegen des Fußballs schon einige Male hier. Unser Quartier ist sehr gut. Man kann sich wohlfühlen und wunderbar vorbereiten. Die Vorfreude ist schon länger gestiegen, jetzt geben wir die letzten Tage vor dem Turnier nochmal Gas und fokussieren uns.

Wie ist die Stimmung im Team?

Tah: Auch wenn ich nicht dabei war: Das Trainingslager zieht sich immer ein bisschen. Da bist du dann doch ein wenig kaputt, aber wir hatten nochmal zwei Tage, um zu Hause bei den Familien zu sein, um runterzufahren, damit wir auch im Kopf frisch sind. Das merkt man auf jeden Fall.

Was macht die Mannschaft, damit das auch so bleibt?

Tah: Es gibt verschieden Möglichkeiten: PlayStation, Basketball, Tischtennis, Karten. Aber so viel Langeweile hatten wir bisher ohnehin nicht.

Team Fortnite oder Team FIFA?

Tah: Ich spiele weder Fortnite noch FIFA. Früher war mehr, aber mittlerweile zocke ich vielleicht ein, zwei Spiele mit, das war es dann aber auch. Ich will nicht nur vor dem viereckigen Bildschirm sitzen.

Es gibt kaum einen Tag, an dem die Temperatur unter die 30-Grad-Marke sinkt. Wie gehen Sie mit der Hitze um?

Tah: Es hilft, viel Wasser zu trinken. Ich trinke bestimmt vier, fünf Liter pro Tag. Auch die Ernährung ist wichtig, damit der Körper nicht zu müde wird, viele Vitamine helfen dabei.

Sie waren während des Trainingslagers in Natz bei der A-Nationalmannschaft und stießen erst später zum Team. Ist das ein Nachteil?

Tah: Ich kenne die Jungs schon lange, habe mit vielen schon lange zusammengespielt. Das ist kein Problem. Ich kann ein paar Details mitbringen, die wir hier gebrauchen können, und uns verbessern. Weil ich zuletzt bei der A-Nationalmannschaft Erfahrungen sammeln konnte, will ich hier mehr Verantwortung übernehmen und den Jungs helfen. Ich habe eine gute Saison gespielt und gehe mit Selbstvertrauen ins Turnier.

Es wird Ihre letzte Chance auf einen Titel mit den DFB-Junioren sein. Bei der U19-EM 2015 schied Deutschland in der Gruppenphase aus. Vor zwei Jahren beim EM-Triumph der U21 fehlten Sie verletzt.

Tah: Deshalb freue ich mich umso mehr, das Turnier mitzunehmen. Die Erwartungen sind hoch, aber auch von unserer Seite. Ich werde alles dafür tun, damit wir am Ende Europameister werden.

Sie treffen in der Gruppenphase auf Dänemark, Serbien und Österreich. Ist das Halbfinale Pflicht?

Tah: Wir dürfen uns keine Fehler erlauben, nicht träumen und den Start verpennen. Wir müssen von Anfang an da sein. Dänemark ist offensiv sehr stark. Sie spielen viele lange Bälle und setzen die Außenspieler gut in Szene. Da müssen wir höllisch aufpassen. Wenn wir auf den Platz bringen, was wir uns vornehmen, können wir sie dank unserer Qualität trotzdem aufhebeln, davon bin ich überzeugt.

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