Im Windschatten von Nagelsmann

Donnerstag, 26.01.2017 | 16:05 Uhr
Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco lernten im gleichen Jahrgang
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Eine Trainerlaufbahn muss nicht mehr zwingend Erfahrung als Profi erfordern. Neuestes Beispiel: Domenico Tedesco. Der ehemalige U19-Trainer der TSG 1899 Hoffenheim hatte einen besseren Notenschnitt als Julian Nagelsmann.

Ein junger Trainer von der TSG 1899 Hoffenheim lächelt in die Kamera. Den besten Notenschnitt des Jahrgangs 2015/16 hat er sich gesichert, im eigenen Klub preist man ihn als "eines der größten Trainertalente in Deutschland" an. Julian Nagelsmann könnte man meinen, es handelt sich aber um Domenico Tedesco.

Knapp schlug der U19-Trainer der TSG den Profi-Trainer der TSG im Ranking der Hennes-Weisweiler-Akademie. Was das aussagt? Wenig, so Tedesco selbst: "Ich weiß diesen Titel sicherlich einzuschätzen. Die beste Note ist nicht immer der beste Trainer." Aufmerksamkeit bringt die Nummer eins im Ranking aber doch ein.

Und somit kündigte Tedesco im Januar sein Engagement in Sinsheim zum Saisonende. Er wird sich nun eine neue Aufgabe suchen, mit großer Wahrscheinlichkeit dort, wo Nagelsmann schon ist. Bei den Erwachsenen. "Ich bin bereit für den Profifußball", warf sich der 32-Jährige kürzlich im Interview mit Transfermarkt auf den Markt.

Aus der Fahrgemeinschaft zum Nachfolger

Bereit zeigte sich Tedesco schon vor dreieinhalb Jahren. Im Juli 2013 war der Deutsch-Italiener seinen Job als Wirtschaftsingenieur und übernahm als Cheftrainer die U17 des VfB Stuttgart. Die erste Vollzeitstelle nach mehreren Spielzeiten als Jugendtrainer bei den Schwaben.

Als Profi wollte er es nie versuchen. Beim ASV Aichwald spielte Tedesco in der ersten Mannschaft, das Team ist in der Kreisliga A beheimatet, der Verein mehr für seine Tischtennisabteilung als für seine Fußballer bekannt. Mehmet Scholl treibt er damit wohl einen Schauer über den Rücken, Ausbilder Frank Wormuth schien es zu gefallen.

1,0 verbuchte Tedesco und übernahm im Anschluss die U19 Hoffenheims von Nagelsmann. Mit diesem hatte er zuvor noch eine Fahrgemeinschaft Richtung Akademie gebildet. Sein Vorgänger hinterließ eine große Aufgabe, die U19 feierte im Jahr beinahe die deutsche Meisterschaft.

"Fleiß, Beharrlichkeit und Demut"

Derzeit ist die A-Jugend allerdings sehr wechselhaft. Acht Siege und sieben Unentschieden bedeuten zur Winterpause einen Platz im oberen Mittelfeld der Tabelle, wenngleich nur vier Punkte auf Tabellenführer Augsburg fehlen. Tedescos Team entfaltete teils eine große Offensivgefahr, zeigte teils allerdings auch eine große defensive Anfälligkeit.

27 Gegentore sind die Bilanz in der Winterpause, nur zwei der Teams in der Liga haben mehr Treffer hinnehmen müssen. Spricht er jedoch im klubeigenen TV über seine Mannschaft, sieht man doch immer ein Grinsen aufblitzen. "Die drei wichtigsten Eigenschaften sind für mich Fleiß, Beharrlichkeit und Demut", sagte er dem Rund Magazin - das scheinen seine Spieler mitzubringen.

Von "Seriosität und Cleverness" sprach Tedesco kurz vor den letzten Spielen im Herbst. Ergebnisse stellt er merklich nicht sonderlich in den Vordergrund, es geht stets um Verbesserung. Das passt in den Trend der Jugendtrainer, der derzeit den deutschen Fußball durchzieht.

Blaupause des jungen Trainers?

In diesen Trend passen auch die Vorstellungen, wie guter Fußball auszusehen hat. Tedesco liest sich dort ein bisschen wie die Blaupause der neuen Trainergeneration. Schnell vertikal spielen aus einer kompakten Ordnung heraus. Den Ball früh erobern, beziehungsweise nach Ballverlust direkt nachsetzen.

"Prinzipiell möchte ich mit meinen Mannschaften schnellstmöglich Torgefahr ausstrahlen und mit dem Ball vertikales Denken anstreben. Gegen den Ball sollte der Fokus darauf liegen, ihn schnell zurückzuerobern", gibt der junge Trainer an. Dennoch bewahrt er sich eine gewisse Anpassungsfähigkeit zu seiner Mannschaft.

Seine Hospitation bei Ralf Rangnick dürfte nicht ohne Wirkung an Tedesco vorbeigegangen sein. "Ich habe aus dieser Zeit sehr viel mitgenommen. Zu Herrn Rangnick kann ich sagen, dass er menschlich und fachlich absolut top ist", ordnet er ein. Derart extrem wie die RB-Teams agiert Hoffenheims U19 aber nicht.

4:3? 1:0? 4:0!

"Wenn ich zwischen 4:3 und 1:0 wählen muss - wähle ich das 4:0", stellte der Trainer Offensive und Defensive auf gleiche Höhe. Dabei bringt er laut eigenen Aussagen eine Mischung aus italienischen und deutschen Tugenden mit. Die Abwehrkette stamme aus dem Heimatland, die Einstellung zum Sport aus der Wahlheimat.

"Beim Coaching gebe ich meinen Spielern immer die Antwort auf das 'Warum'! Im Idealfall bringe ich sie durch viele Fragen selbst zu der Antwort", erklärte Tedesco als damaliger Jugendtrainer beim VfB seine Herangehensweise im ft-Heft 5/2012. Auch das ähnelt stark Nagelsmann.

Bleibt die Frage nach dem weiteren Werdegang. Arminia Bielefeld soll laut Bild Interesse haben, dazu Interesse manches Drittligisten bestehen. Kontakte wurden wohl schon vor längerer Zeit hergestellt: "Hoffenheim hat betont, dass sie mich zu Beginn dieser Saison auf keinen Fall ziehen lassen." Wohl mit gutem Grund.

Domenico Tedesco im Steckbrief

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