Fussball

"Ich bin Klopp fast alles schuldig"

Koray Günter wechselte im Januar 2014 von Borussia Dortmund zu Galatasaray in die Türkei
© getty

Im Januar wechselte Koray Günter von Borussia Dortmund zu Galatasaray nach Istanbul. Derzeit weilt er mit der U-20-Nationalmannschaft in Südtirol, um der A-Elf von Bundestrainer Joachim Löw als Sparringspartner während des Trainingslagers zu dienen. Im Interview spricht Günter über seinen Start bei Gala und das Ende in Dortmund.

Frage: Herr Günter, Sie sind Teil der U-20-Nationalmannschaft, die hier in Südtirol als Sparringspartner der A-Elf dient. Auch mal eine ganz neue Erfahrung, oder?

Koray Günter: Definitiv. Wir treffen hier auf die Creme de la Creme des deutschen Fußballs, mit den Top-Spielern dieser Welt. Das ist noch einmal ein ganz anderes Niveau. Uns allen macht es daher großen Spaß, sich mit diesen Jungs messen zu dürfen.

Frage: Das gilt seit Januar auch für Sie: Bei Galatasaray haben Sie bereits einige Kurzeinsätze bekommen und standen auch schon in der Startelf. Das dürfte Sie bislang zufrieden stellen.

Günter: Natürlich. Es war eigentlich geplant, dass ich mich zunächst 14 bis 16 Monate Schritt für Schritt an die Mannschaft heranarbeite. Das ist jetzt aber glücklicherweise früher geschehen, auch früher als ich gedacht hätte. Ich stand relativ schnell im Fokus. Roberto Mancini hat mich gut aufgenommen und sofort in die Mannschaft integriert. Ich habe spielen dürfen und mit dem Pokalsieg meine erste Trophäe gewonnen. Die bisherige Zeit war eine tolle Erfahrung für mich.

Frage: Mit welchem Ziel gehen Sie bei Gala in die nächste Saison?

Günter: Der erste Schritt ist jetzt gemacht, daher kann das Ziel nur lauten, von Anfang an zu spielen. Ich habe im Training gesehen, dass es für mich möglich ist. Das hört sich ambitioniert an, aber die Messlatte soll auch hoch sein. Es geht nun darum, gesund zu bleiben und eine ordentliche Vorbereitung zu spielen.

Frage: Nicht nur bei Ihrem Ex-Verein Borussia Dortmund, sondern auch bei Galatasaray ist der Kader mit zahlreichen Stars gespickt. Mussten Sie sich da zunächst auch etwas frei boxen?

Günter: Nein, das war eigentlich gar nicht der Fall. Ich war komischerweise auf Anhieb ganz dicke mit Didier Drogba und Wesley Sneijder. Das hat mich sowohl verwundert als auch natürlich sehr gefreut. Ich wurde von den Jungs wirklich sehr gut in die Truppe eingegliedert. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich in der Türkei als Deutscher durchgehe (lacht).

Frage: Beim BVB haben Sie mit den Profis trainiert und standen am Tor zur ersten Mannschaft. Als im vergangenen Herbst die Innenverteidiger ausgingen, gab man dann Marian Sarr den Vorzug.

Günter: Ich habe das mit dem Trainer durchgesprochen und er meinte, es sei keine Entscheidung gegen mich, sondern für Marian. Ich bin Jürgen Klopp in keiner Weise böse, sondern ihm fast alles schuldig. Er hat mich nach oben gezogen und ihm habe ich es zu verdanken, dass ich dort stehe, wo ich bin. Ich hatte sehr schöne Jahre in Dortmund und vermisse die Jungs auch ein Stück weit. Wir hatten ein tolles Team und haben uns untereinander alle ausgezeichnet verstanden.

Frage: Das hört sich durchweg positiv an. Wieso haben Sie der Borussia dann überhaupt den Rücken gekehrt?

Günter: Ich habe dem Verein nicht den Rücken gekehrt - wir haben ja eine Rückkaufoption vereinbart. Es war einfach Zeit für eine Veränderung. Ich war ein, zwei Jährchen oben mit dabei und habe in der Bundesliga relativ wenig Luft schnuppern dürfen.

Koray Günter im Steckbrief

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