Fritz-Walter-Medaille 2012: Die Gewinner

Das sind die besten Talente Deutschlands

Von Haruka Gruber
Montag, 30.07.2012 | 11:12 Uhr
Leon Goretzka führte als Kapitän die deutsche U 17 ins EM-Finale 2012
© Getty
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Die letzten drei Gewinner: Marc-Andre ter Stegen, Peniel Mlapa, Lewis Holtby

Gold: Antonio Rüdiger (VfB Stuttgart)

So oberflächlich Vergleiche mit bekannten Fußball-Stars sein mögen - hierbei ist er berechtigt. Denn: Um Antonio Rüdiger zu beschreiben, könnte man Jerome Boateng vorstellen. Beide bevorzugen die Position des Innenverteidigers, können zugleich als Rechtsverteidiger auflaufen. Beide sind extrem athletisch, allerdings ist das taktische Verhalten verbesserungswürdig. Beide sind in Berlin als Jugendliche mit Migrationshintergrund aufgewachsen. Beide haben größere Brüder, die ebenfalls als Fußball-Profis tätig sind: Hier Rüdiger und Ex-U-21-Nationalspieler Sahr Senesie, dort Jerome und Kevin-Prince Boateng.

Und: Beiden haftet das Etikett eines Problemfalls an. Rüdiger ging Anfang 2011 im Unfrieden von Dortmund und wechselte nach Stuttgart. Weil wegen des Streits die Freigabe erst im Februar, also nach dem Schließen des Transferfensters, erteilt wurde, durfte er eine komplette Rückrunde nur trainieren und an keinem Pflichtspiel des VfB teilnehmen.

Als er für Stuttgart II endlich spielberechtigt war, wurde er am dritten Drittliga-Spieltag in Regensburg gleich zur Halbzeit ausgewechselt. "Trainer Jürgen Kramny hat meinen Spielaufbau kritisiert", sagt Rüdiger, woraufhin er zwei Monate lang nicht mehr berücksichtigt wurde. "Ich habe mir die Kritik zu Herzen genommen, war danach im Training aber nicht voll bei der Sache." Die Zwangspause war trotzdem die entscheidende Wendung: "Er hat ein großes Herz", lobt der ehemalige Nachwuchsleiter Marc Kienle die Entwicklung der letzten Monate.

Im Januar 2012 folgte der bislang größte Schritt: Bundesliga-Debüt gegen Mönchengladbach. Das Spiel ging zwar 0:3 verloren - doch Rüdiger war noch einer der Besseren.

Silber: Andre Hoffmann (MSV Duisburg)

Der Spitzname "Hoffi" klingt so putzig, wie er einen falschen Eindruck vermittelt. Kraft seiner Körperlichkeit, den 1,90 Metern sowie der Vielseitigkeit und der Zweikampfstärke als Innenverteidiger/Sechser hat sich Andre Hoffmann längst im Profi-Fußball behauptet. Seit dem Herbst 2011 gehört er zur Duisburger Stammelf (24 Zweitliga-Einsätze), außerdem ist er von der U 16 bis jetzt zur U 19 Teil aller Jugend-Nationalmannschaften und gewann bereits 2010 bei der U 17 die Fritz-Walter-Medaille in Silber.

Nicht verwunderlich, dass Leverkusen, Schalke und Hoffenheim um ihn warben - stattdessen verlängerte er beim MSV bis 2015: "Ich möchte mit meiner Entscheidung ein klares Zeichen setzen. Mir gefällt es in Duisburg, hier entwickelt sich etwas."

Bronze: Patrick Rakovsky (1. FC Nürnberg)

Sein Name steht für ein Kapitel, das Schalke gerne vergessen würde. Der damals allmächtige Felix Magath ignorierte über Wochen alle Bemühungen von Rakovsky und seinem Berater, um über die sportlichen Perspektiven zu sprechen. Rakovsky wäre nach eigenen Angaben gerne auf Schalke geblieben, sah sich wegen Magath aber zu einem Weggang nach Nürnberg genötigt.

Wie es scheint die richtige Entscheidung: Während Schalke nach ihm noch das zweite Torwart-Juwel Lukas Raeder (zu FC Bayern II) in kurzer Zeit verlor, sieht Nürnberg in Rakovsky den Nachfolger des bereits 33-jährigen Raphael Schäfer.

Dass Rakovsky eine würdige Nummer eins ist, bewies er bereits beim Bundesliga-Debüt als drittjüngster Torwart der Geschichte. Am ersten Spieltag der Vorsaison hielt er in Schälfers Abwesenheit gegen Meister Dortmund stark, eine Woche später erbrachte er auch gegen Augsburg eine gute Leistung. Nur eine Finger-Verletzung verhinderte weitere Einsätze.

Frauen

Gold für die beste U-19-Spielerin: Lena Lotzen (FC Bayern). Die Spielmacherin der Zukunft? Lotzen gehört mit ihren 19 Jahren zum Kader der A-Nationalmannschaft (3 Spiele) und ist bei der anstehenden U-20-WM in Japan als Leistungsträgerin eingeplant. 2011 führte sich die deutsche U 19 zum EM-Titel.

Silber für die beste U-18-Spielerin: Lina Magull (VfL Wolfsburg). Ab der kommenden Saison beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Gemeinsam mit Teamkollegin Annabel Jäger wechselt Magull vom Zweitligisten Gütersloh nach Wolfsburg. In Gütersloh wurde sie bereits mit 15 in der 2. Liga eingesetzt.

Bronze für die beste U-17-Spielerin: Sara Däbritz (SC Freiburg). Bekam wegen ihres Talents eine Ausnahmegenehmigung, um bei den Jungs der B2-Jugend ihres Heimatvereins Weiden in der Bezirksoberliga zu spielen. Normalerweise ist es Mädchen nur möglich, bis zur D-Jugend in einer Jungen-Mannschaft aufzulaufen. Im Winter wurde sie vom Bundesligisten Freiburg verpflichtet.

Hier geht es zur Website der Fritz-Walter-Stiftung

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