Alfredo Morales im Porträt

Meuselwitz oder Madrid - Hauptsache Hertha

Von Norbert Pangerl
Freitag, 16.09.2011 | 12:41 Uhr
Jungprofi mit großen Zielen: Alfredo Morales (l.) will es bei der Hertha packen
© Getty
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Mit Deutschland war er Schulweltmeister und wurde auch schon für die U-20-Nationalelf nominiert. Gegen den Hamburger SV feierte Alfredo Morales nun auch sein Debüt in der Bundesliga. Der 21-jährige Defensiv-Allrounder gilt bei Hertha als Investition in die Zukunft. Er selbst sieht Trainer Markus Babbel als "allergrößten Glücksfall" seiner Karriere.

28. August 2011, Stadion der Freundschaft in Cottbus, 145 Zuschauer. In der Regionalliga-Nord-Partie zwischen Energie Cottbus II und Hertha BSC II läuft die 87. Minute, als Alfredo Morales zum umjubelten 1:1 Endstand einnetzt. Nicht das erste Mal, dass der 21-Jährige für seine Farben entscheidend zur Stelle ist.

Der 21-Jährige war schon in der Vergangenheit eine feste Größe in der mit Zecke Neuendorf und Pal Dardai prominent besetzten Bundesliga-Reserve. Trotzdem soll sie für Morales nur eine Zwischenstation sein - er will die Karriereleiter schnellstmöglich nach oben klettern.

Markus Babbel jedenfalls hält große Stücke auf den talentierten Defensivspieler und verhalf ihm am zweiten Spieltag gegen den Hamburger SV zu seinem Bundesliga-Debüt. Ein erster Schritt für den ehrgeizigen Doppelstaatsbürger.

Länderspiele für die U 20 der USA

Bereits seit dem Jahr 2000 kickt der gebürtige Weddinger bei der Hertha und durchlief seitdem alle Jugendabteilungen. Im April 2007 wurde er gemeinsam mit vielen Teamkollegen aus der Hertha-U-17 - als Gesandte der Poelchau-Oberschule - in Chile Weltmeister der Schulmannschaften. Auch in der U-20-Nationalmannschaft hat er schon gespielt - für die USA. Sein Vater hatte dort in der Army gedient.

Diesem Umstand verdankt es Morales auch, dass er für den DFB nicht mehr spielberechtigt ist. Im Jahr 2010 hatten die Verantwortlichen des DFB den Herthaner für das U-20-Länderspiel gegen Italien einberufen, mussten jedoch feststellen, dass sich dieser bereits festgespielt hatte. Nichts wurde es aus dem Debüt für Schwarz-Rot-Gold, obwohl Morales von sich selbst sagt: "natürlich bin ich Deutscher, meine Mutter kommt aus Bayern."

Bald Länderspieldebüt für Peru?

Kurios mutet an, dass Morales wohl demnächst sein Länderspieldebüt bei den Senioren weder für die USA noch für Deutschland feiern wird, sondern in der Nationalmannschaft von Peru. Dort kommt sein Vater her, dort wird er in der Presse bereits als neuer "Europa-Import" gefeiert. Klar, dass auch Nationalcoach Sergio Markarian seine Fühler bereits nach dem Jungtalent ausgestreckt hat. "Er ist ein sehr interessanter Spieler, wir verfolgen seine Karriere genau", bestätigte El Mago das Interesse des peruanischen Verbandes am "Berliner Jung".

Davor will Morales aber erst einmal in der Bundesliga Fuß fassen. Im Winter erhielt er im Trainingslager in Portugal gemeinsam mit seinem Kumpel Marvin Knoll einen Profivertrag von Manager Michael Preetz überreicht.

Während sich Knoll mittlerweile seine ersten Sporen im Profi-Geschäft auf Leihbasis bei Dynamo Dresden in der zweiten Liga verdient, durfte Morales im Juli beim Testspiel der Hertha gegen Real Madrid "große Fußball-Luft" schnuppern.

Alltag in der Regionalliga Nord

Danach stand für ihn aber erstmal wieder der Kampf um Punkte mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Nord an. Die Gegner dort: ZFC Meuselwitz oder VFC Plauen. Für den Defensivallrounder kein Problem. "Klar, im ersten Moment denkst du: Scheiße, und schon bist du raus! Tatsächlich waren wir ja aber gar nicht raus, weil wir zuvor noch gar nicht richtig in der Mannschaft waren", erklärte er im Interview mit der "Berliner Morgenpost" bereits kurz nachdem er das erste Mal von Coach Babbel aus dem Profikader gestrichen wurde.

Vielmehr sieht er im 39-jährigen Ex-Stuttgarter den "allergrößten Glücksfall überhaupt." Unter Friedhelm Funkel hätten die jungen Spieler keinerlei Chance erhalten. Der in dieser Woche bei Bochum entlassene Chefanweiser habe "höchstens ein- oder zweimal" bei der U 23 zugeguckt. Das sei unter Babbel ganz anders.

Bundesliga-Debüt gegen den HSV

Kaum verwunderlich, dass sich Ehrgeiz und Arbeitswillen des 21-Jährigen am 2. Spieltag der Bundesliga schließlich auszahlten. In der 67. Minute kam Morales in Hamburg für Patrick Ebert auf den Rasen und feierte damit sein Debüt im deutschen Fußball-Oberhaus.

Ein Anfang für Morales, auf dem Weg sich als Profi zu etablieren. Ruhm und Geld spielen dabei für ihn nur eine Nebenrolle: "Klar, das Geld schiebt niemand beiseite. Aber den Status Fußballprofi haben wir (Anm. d. Red.: die jungen Spieler) immer vor Augen."

Dass er sich bei Hertha langfristig durchsetzen will, steht für Morales außer Frage. "Hertha ist für mich ein Lebensgefühl geworden", schwärmt der Jungprofi geradezu von der alten Dame, fügt aber dann doch schnell an: "Natürlich träumt man mal davon, in England oder Spanien zu spielen." Wirklich nachgedacht habe er darüber aber noch nicht.

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Nächste Ziele: Durchbruch in der Bundesliga und Debüt für Peru

Erst will er dem ersten Bundesliga-Einsatz ein paar mehr folgen lassen. Dass er in der Lage ist, bei Hertha der nächste Pal Dardai zu werden, hat der Jungspund in bisher 58 Regionalligaspielen, in denen er 8 Tore erzielte, bewiesen. Nun muss der nächste Schritt erfolgen, um in Zukunft dauerhaft dem Profikader anzugehören. Die Einberufung für Peru scheint dann nur eine Frage der Zeit.

So oder so, auf ewig will sich Morales trotz seiner Hertha-Liebe nicht an den Klub binden.

"Für immer - das ist schon wirklich ein sehr großer Zeitraum", philosophierte er in bester Woody-Allen-Manier auf die Frage ob "Hertha forever" für ihn denkbar sei.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass er im Winter ähnlich wie Knoll in die zweite Liga ausgeliehen wird, um dort Spielpraxis zu sammeln. Bevor es soweit ist, geht es am Wochenende aber wohl wieder mit Hertha II um Glanz und Gloria - im Auswärtsspiel ist man zu Gast in Meuselwitz.

Alfredo Morales im Steckbrief

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