Fussball

Je älter desto leichter

Von SPOX
Andreas Beck gewann mit Besiktas zuletzt zwei Meistertitel in Folge
© getty

Andreas Beck gewann im Vorjahr mit Besiktas erneut die Meisterschaft. In seiner SPOX-Kolumne schreibt er über den Saisonstart in der Süper Lig, eine absurde Feststellung und drückt Ex-Klub Hoffenheim die Daumen in den Champions-League-Playoffs.

Merhaba, hallo aus Istanbul

hier in der Türkei startet am Wochenende die Liga in die neue Saison, für uns geht's am Sonntag mit einem Heimspiel gegen Antalyaspor los. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den dritten Meistertitel in Folge. Aber wir wissen auch, dass das kein Selbstläufer wird.

Gerade unsere beiden großen Lokalrivalen Galatasaray und Fenerbahce werden alles dafür tun, um am Ende selbst ganz oben zu stehen. Und auch Basaksehir sowie Trabzonspor gehen sehr ambitioniert in die Saison. Das wissen wir. Und diese Herausforderung nehmen wir an.

Andreas Beck bei Facebook

Ich bin froh, dass ich zum Start überhaupt dabei sein kann. Beim 1:2 im Supercup gegen Konyaspor am vergangenen Wochenende ist mir ein Gegenspieler unabsichtlich, aber mit richtig Schmackes auf den Arm getreten. Der wurde taub, dick und schimmerte danach im schönsten Blau.

Beck bei Besiktas zuversichtlich

Wir hatten schon die Befürchtung, dass etwas gebrochen sein könnte - aber das bestätigte sich zum Glück nicht. Ich konnte schon am Dienstag wieder mit einer Bandage trainieren.

Auch wenn das Supercup-Spiel verloren ging: Ich bin zuversichtlich, dass wir wieder eine gute Saison spielen werden. Dafür haben wir in der Vorbereitung jedenfalls richtig hart gearbeitet. Das war ganz sicher nicht immer vergnügungssteuerpflichtig, aber absolut notwendig.

Vor allem in unserer Situation. Wir wollen in Liga, Champions League und Pokal einiges erreichen. Da kommen eine Menge englischer Wochen auf uns zu. Dafür müssen wir jetzt die Grundlagen schaffen. Denn während der Saison geht es vor allem um die Belastungssteuerung.

Vorbereitungszeit fällt leichter

Und eines habe ich in meiner Karriere mittlerweile gelernt: Regeneration ist ein ganz wichtiger Baustein für den Erfolg. Als junger Spieler denkt man oft: Viel hilft viel - und trainiert wie ein Wilder ohne Pausen.

Ich gehöre auch zu den Spielern, die viele Extra-Schichten einlegen und regelmäßig im Kraftraum zu finden sind. Im Urlaub arbeite ich oft mit einem Athletik-Trainer zusammen. Aber ich weiß mittlerweile auch, dass Ruhepausen genauso wichtig sind. Nicht nur wegen der Physis, sondern auch wegen der Psyche. Denn wenn der Kopf frei ist, folgt auch der Körper.

Es mag vielleicht etwas absurd klingen: Aber ich merke, dass mir die Vorbereitungszeit mit zunehmendem Alter sogar leichter fällt als früher. Ich weiß, was auf mich zukommt. Und ich weiß vor allem, wie ich damit umgehen muss.

Beck drückt Hoffenheim die Daumen

Gerade hier in der Türkei wird in dieser Phase schon sehr intensiv trainiert. Fast täglich, fast immer zweimal am Tag. Und das bei Temperaturen in Istanbul, für die man nicht gerade eine Daunenjacke und Snowboots benötigt.

Zwischendurch hatten wir noch ein Testspiel gegen Schalke in China - und zum Trainingslager ging es nach Südspanien. Auch da war es eher hochsommerlich. Wir waren morgens und abends auf dem Platz, die Mittagssonne haben wir gemieden.

Ich denke, dass wir jetzt top vorbereitet sind. Für die Liga, aber auch für die Champions League. Wir sind als Meister für die Gruppenphase gesetzt. Aber natürlich werde ich auch die Qualifikation mit Spannung und gedrückten Daumen verfolgen.

Schließlich hat mein Ex-Klub Hoffenheim die große Chance, den Sprung in die Königsklasse zu schaffen. Gut, Liverpool ist jetzt nicht gerade das, was ich als Freilos bezeichnen würde. Aber ich bin mir sicher: Wenn die Jungs zwei richtig gute Tage erwischen, können sie sich durchsetzen. Das würde mich riesig freuen.

In diesem Sinne: Bis bald.

Euer Andi Beck

Andreas Beck, geboren am 13. März 1987 in Kemerowo (Russland), durchlief sämtliche Junioren-Nationalmannschaften des DFB und spielte ab 2009 neun Mal für die Nationalmannschaft. Beck spielte über 200 Mal in der Bundesliga und wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister. Ein großer Erfolg war auch die Europameisterschaft 2009 mit der U21-Nationalmannschaft. Nach über zehn Jahren in der Bundesliga wechselte Beck zu Beginn der Saison zu Besiktas in die Türkei.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung