Cesare Prandelli bei Galatasaray

Dead Man Walking

Mittwoch, 26.11.2014 | 14:24 Uhr
Cesare Prandelli hat bei Galatasaray Vertrag bis Sommer 2016
© seskim
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Cesare Prandelli hat mit Galatasaray nur einen Punkt Rückstand auf die Spitze der Süper Lig und sogar einen Rekord gebrochen. Zumindest der Einzug in die Europa League ist in der schweren Champions-League-Gruppe mit Dortmund und Arsenal auch noch möglich. Doch seine Zeit beim türkischen Spitzenklub ist wohl bald vorbei. Ein Missverständnis voller Lügen, Dreistigkeiten und vieler Fehlgriffe.

Eigentlich ging es um Ismail Kartal. Und eigentlich ging es um Fenerbahce. Und eigentlich hatte die augenblickliche Diskussion nichts mit Galatasaray zu tun.

Doch aus Rasim Ozan Kütahyali platzte es heraus, als hätte er urplötzlich die schlimmsten Schmerzen seines Lebens bekommen: "Gott möge Cesare Prandelli eine Plage bescheren", schrie der Journalist und Dauergast von "Derin Futbol", der meistgesehenen Fußballsendung im türkischen Fernsehen und schickte hinterher: "Ich wäre ein Ehrenloser, wenn ich mich dafür entschuldige!"

Selbst bei den anderen Studiogästen, die in drei Stunden Sendezeit meist mehr brüllen als reden, mehr Polemik produzieren als zu debattieren, herrschte kurzzeitig blankes Entsetzen über den Ausbruch ihres Sitznachbars. "Entschuldige dich sofort, Rasim", schimpfte der Moderator. Natürlich vergeblich. Kütahyali lachte sogar noch über seine Dreistigkeit.

Prandelli wird entlassen: Nur wann?

Einst hätte sich - egal zu welcher Uhrzeit - spätestens zwei Minuten später ein Vorstandsmitglied Galatasarays live zuschalten lassen, um den Übeltäter noch an Ort und Stelle verbal zu überfahren und ihm juristische Schritte anzudrohen. Kütahyali hätte geantwortet, man hätte sich gegenseitig beschimpft und bedroht, es wäre eskaliert und am Ende würde man sich vor Gericht treffen. Wie so oft eben. Doch das Telefon blieb diesmal stumm, keiner rief an.

Warum hätten die Verantwortlichen auch anrufen sollen? Galatasaray hat es selbst verschuldet, dass der Trainer, der erst im Juli verpflichtet wurde, zum Freiwild der Öffentlichkeit geworden ist. Er wird attackiert und bekommt keine Rückendeckung. Cesare Prandelli bei Galatasaray - das ist die türkische Neuverfilmung von "Dead Man Walking". Es ist längst keine Frage mehr, ob der Italiener bei Galatasaray entlassen wird. Es geht nur darum, wann er entlassen wird.

Hört man Abdurrahim Albayrak zu, dem wichtigsten Vorstandsmitglied des Klubs, ist Prandelli nur noch im Amt, weil man derzeit nicht liquide genug ist, die Abfindung beziehungsweise die Lohnfortzahlung zu stemmen.

"Er soll auf die Abfindung verzichten"

"Es wäre schön, wenn Prandelli auf eine Abfindung verzichten würde. Wenn Sie seinen Vertrag sehen würden...", sagte Albayrak am Sonntag im türkischen TV und schickte ein demonstratives Stöhnen hinterher. Roberto Mancini habe bei seinem Abschied im Sommer ja auch darauf verzichtet, für seinen Weggang extra entlohnt zu werden und daher sei der Italiener ein Ehrenmann. Ein Ehrenmann, wie es Prandelli auch sein sollte, will Albayrak damit sagen.

Sicher hat der ehemalige Nationaltrainer Italiens in seiner noch kurzen Amtszeit bei Galatasaray einige Fehler begangen. Das fängt schon beim Handwerklichen an. Galatasaray ist taktisch ein gebrechliches Konstrukt. Prandelli hat immer noch keine Grundformation, wechselt oft und wild zwischen den Systemen und Ausrichtungen.

Viele Fehler

Das Paradebeispiel war das 1:4 in der Champions League beim FC Arsenal vor einigen Wochen, als Prandelli eine Dreierkette mit dem Libero Felipe Melo spielen ließ und Galatasaray den Engländern gnadenlos ausgeliefert war. Galatasaray kassierte auch schon gegen Dortmund zwei Mal vier Tore, dazu in der Liga gegen Basaksehir sowie zuletzt ein 0:3 gegen Trabzonspor. Mal lässt Prandelli Burak Yilmaz alleine stürmen, obwohl es dieser ganz offensichtlich nicht kann, manchmal spielt Wesley Sneijder Linksaußen, was diesem zuwider ist und ihn seiner Stärken beraubt. Die Defensive funktioniert so gut wie nie.

Auch die Personalpolitik hinkt gewaltig: Prandellis Wunschspieler Goran Pandev hat seit August gerade mal 27 Minuten in der Süper Lig gespielt, stand aber in der Champions League drei Mal in der Startelf. Der andere Wunschspieler, der Schweizer Nationalspieler Blerim Dzemaili, ist ein Fremdkörper, darf aber immer spielen. Zuletzt machte der Trainer noch ein Fass auf, indem er Sneijder wiederholt auf die Bank setzte und dies als Schonungsmaßnahme begründete. Wunderkind Bruma, 2013 für 13 Millionen Euro von Sporting geholt, wird komplett ignoriert.

Es war wohl auch ein Fehler Prandellis, keine einheimische Hilfe an seine Seite zu holen. Einen wie Hermann Gerland, der Pep Guardiola beim FC Bayern mit Rat und Tat unterstützt. Prandelli hingegen installierte nur Landsleute ins Trainerteam, ohne die Liga wirklich zu kennen. Einziger echter Insider ist Torwart-Trainer Claudio Taffarel, der seit Jahren bei Galatasaray arbeitet. Ob dieser aber gute Tipps geben kann, wenn es nach Karabük, Sivas oder Balikesir geht, darf aber bezweifelt werden.

"Schwer, dass ich hinter dem Trainer stehe"

Ein Problem ist auch die Kommunikation. Prandellis junger Dolmetscher lebte jahrelang in Italien. Er bietet zwar einen ausgesprochen guten türkischen Wortschatz, spricht aber keine Fußballersprache und wirkt selbst oft so schüchtern und erschreckt, dass die Aussagen des Trainers mitunter nicht "scharf" genug ankommen. Dass der Dolmetscher auch die Trainer-Ansprachen an die Mannschaft übersetzt, erschwert die Situation.

Das Verblüffende: Trotz vieler Fehlgriffe hat Galatasaray nur einen Punkt Rückstand auf die Spitzenreiter Besiktas und Fenerbahce und steht in der Liga eigentlich gut da. Die Konkurrenz kann aufgrund eigener Schwächen nicht enteilen. Prandelli legte selbst gar den besten Saisonstart nach Punkten für Galatasaray hin, einen besseren als beispielsweise Klub-Held Fatih Terim und im Europapokal besteht immerhin noch die Chance auf den Einzug in die Europa League.

Dennoch ist das Tischtuch zerschnitten. "Es ist schwer, noch hinter dem Trainer zu stehen", sagt Vorstandsmitglied Albayrak. Am Sonntag saß er stundenlang mit Prandelli zusammen: "Sechs Stunden haben wir miteinander gesprochen." Es war aber kein Meeting, um dem Trainer den Rücken zu stärken oder ihm Hilfe anzubieten, sondern mit dem Ziel, mehr Einfluss zu nehmen.

Ablösung nach dem Anderlecht-Spiel?

"Wir haben uns nie in seine Arbeit eingemischt, er ist der Trainer, ist der Chef. So etwas gibt es in diesem Klub nicht", sagt Albayrak, um im nächsten Satz seinen angeblichen Grundsatz zu revidieren: "So war es bis jetzt. Vielleicht muss man mit dem Trainer jetzt mehr reden."

Dies ist wohl vor allem ein Wunsch der Spieler, die mit Prandelli offenbar nicht auf einer Wellenlänge sind. Sneijder wird ein ähnlich schwieriges Verhältnis zum Trainer nachgesagt wie Felipe Melo. Der Brasilianer soll den Trainer vor dem Spiel gegen Trabzonspor (0:3) gar attackiert haben, nachdem er die Aufstellung in der Kabine ohne Sneijder und Abwehrchef Semih Kaya sah.

Auch Sportsfreund Albayrak bläst ins selbe Horn: "Als ich vor dem Spiel gegen Trabzonspor die Aufstellung sah, wusste ich, dass wir das Spiel nicht gewinnen werden. Die Fans kaufen Dauerkarten und gehen ins Stadion, um Wesley Sneijder oder Bruma zu sehen."

Lange wird Prandelli wohl nicht mehr bleiben. Gerüchten zu Folge soll er schon nach dem Champions-League-Spiel in Anderlecht (20.45 Uhr im LIVE-TICKER) von Hikmet Karaman abgelöst werden. Oder spätestens dann, wenn genug Geld da ist, ihm den Weggang schmackhaft zu machen.

Die Versprechung

Prandellis Wechsel zu Galatasaray ist jetzt schon ein Missverständnis, auch im Hinblick auf die Versprechungen, die man ihm im Sommer machte. "Der alte Vorstand sagte ihm, dass Galatasaray bald vier Klubs in Europa besitzen werde und Prandelli jedes Jahr ein Team übernehmen soll", erzählt Albayrak fassungslos.

Fassungslos, weil man dieses Märchen einem Trainer verspricht, der im Sommer auch zu Juventus hätte wechseln können, aber wohl auch fassungslos, weil Prandelli an eine derartige Utopie geglaubt hat.

Alles zu Cesare Prandelli

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