Montag, 07.05.2012

Trotz nachgewiesener Manipulation

Manipulation: Keine Strafen für türkische Klubs

Der Disziplinar-Ausschuss des türkischen Verbands hat im Zuge des Manipulationsskandals nach monatelangem Hin und Her Entscheidungen getroffen, dabei aber alle Klubs verschont. Strafen erhielten lediglich Funktionäre und ein Fußballer, der laut Urteil des Ausschusses in der Tat ein Spiel manipuliert habe. Nun steht der türkische Fußball wohl vor schweren Zeiten.

Ibrahim Akin soll im Spiel Fenerbahce gegen Büyüksehir manipuliert haben
© anadolu
Ibrahim Akin soll im Spiel Fenerbahce gegen Büyüksehir manipuliert haben

Die Uhren zeigten 1.43 Uhr nachts, als der Disziplinar-Ausschuss per Pressemitteilung die Urteile im Zuge des Manipulationsskandals veröffentlichte. Wenige Stunden also nach dem vorletzten Spieltag der Meister-Playoffrunde "Süper Final" und dem Skandalspiel in Trabzon.

Skandalöse Züge hatte dann auch der Inhalt der Pressemitteilung. Keiner der 15 Klubs, die vom türkischen Verband dem Ausschuss überstellt wurden, erhielt eine Strafe. Nicht einmal eine Geldstrafe sprach der Disziplinar-Ausschuss aus.

Dabei wurde sogar in einem Fall das Urteil gefällt, dass in einer Süper-Lig-Begegnung der vergangenen Saison manipuliert wurde.

Urteil: Es wurde manipuliert

"Es wurde entschieden, Ibrahim Akin für drei Jahre zu bestrafen, da er am 1. Mai 2011 in der Begegnung zwischen Fenerbahce und Büyüksehir Belediye Spor das Ergebnis der Begegnung beeinflusst zu haben", heißt es in der Urteilsverkündung. Sprich: Akin hat manipuliert und laut Paragraph 58 hätte dies ein Zwangsabstieg für Fenerbahce und Büyüksehir zu Folge haben müssen, doch beide Klubs kamen ungestraft davon.

Für die gleiche Partie bekam Funktionär Ahmet Celebi ebenfalls eine zweijährige Sperre, weil er ebenfalls "das Ergebnis der Begegnung beeinflusst" habe. Bei der Bestrafung der Klubs soll es innerhalb des Ausschusses zu keiner Stimmenmehrheit gekommen sein.

Der türkische Fußball steht womöglich nun vor schwierigen Zeiten. Da der Disziplinar-Ausschuss trotz klar formulierter Manipulation nicht der "Null-Toleranz"-Vorgabe der UEFA entsprach und nicht rigoros durchgegriffen hat, droht dem türkischen Fußball jetzt eine erhebliche Strafe.

Diese kann bis zum kompletten Ausschluss des Verbands auf mehrere Jahre gehen.

Die weiteren Strafen im Überblick

Ilhan Eksioglu (Vorstandsmitglied Fenerbahce): Versuch der Ergebnis-Beeinflussung bei den Spielen Eskisehirspor - Trabzonspor, Genclerbirligi - Fenerbahce, Fenerbahce - Ankaragücü

Strafe: Drei Jahre

Sekip Mosturoglu (Vizepräsident Fenerbahce): Versuch der Ergebnis-Beeinflussung beim Spiel Eskisehirspor - Trabzonspor

Strafe: 1 Jahr

Cemil Turan (Funktionär bei Fenerbahce): Versuch der Ergebnis-Beeinflussung beim Spiel Fenerbahce - Ankaragücü

Strafe: 1 Jahr

Ümit Karan (Ex-Spieler Eskisehirspor): Versuch der Ergebnis-Beeinflussung beim Spiel Eskisehirspor - Trabzonspor

Strafe: 2 Jahre

Serdar Kulbilge (Ex-Spieler Genclerbirligi): Versuch der Ergebnis-Beeinflussung beim Spiel Genclerbirligi - Fenerbahce

Strafe: 2 Jahre

Cengiz Demirel (Ex-Funktionär Genclerbirligi): Versuch der Ergebnis-Beeinflussung beim Spiel Genclerbirligi - Fenerbahce

Strafe: 1 Jahr

Mehmet Sen: Versuch der Ergebnis-Beeinflussung beim Spiel Genclerbirligi - Fenerbahce

Strafe: 1 Jahr

Yavuz Agirgöl: Versuch der Ergebnis-Beeinflussung beim Spiel Fenerbahce - Ankaragücü

Strafe: 1 Jahr

Süper Final - der Spielplan

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