Fenerbahce-Trainer Aykut Kocaman

Der Unsterbliche

Von Mustafa Görkem
Freitag, 11.05.2012 | 15:01 Uhr
Aykut Kocaman (r.) thront bei Fenerbahce über allem
© Getty
Advertisement
Serie A
Live
Hellas Verona -
Bologna
Premier League
Live
Brighton -
Stoke
Primera División
Live
Eibar -
Real Betis
Copa Sudamericana
Libertad -
Independiente
Championship
Ipswich -
Sheffield Wed
Copa Libertadores
Gremio -
Lanus
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Coppa Italia
Udinese -
Perugia
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Championship
Millwall -
Sheff Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man Utd
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
Torino -
Atalanta
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal

Aykut Kocaman kann am Samstag mit Fenerbahce im Heimspiel gegen Galatasaray (Sa., 18 Uhr im LIVE-TICKER) den Meistertitel in der Süper Lig verteidigen. Für den Trainer wäre es kein gewöhnlicher Titel, avancierte er doch in der größten Krise der Klub-Geschichte zum Trainer, Sportdirektor, Präsidenten und Vaterfigur in einer Person.
 

Die Geschichte klingt wie eine Legende, die spätestens mit der möglichen Meisterschaft am Wochenende einen festen Platz im Gedächtnis der in dieser Saison leidgeprüften Fenerbahce-Fans einnehmen könnte.

Die Rede ist von einer Unterredung zwischen Aykut Kocaman und Aziz Yildirim, dem Fenerbahce-Präsidenten, der im Zuge des Manipulationsskandals festgenommen wurde und immer noch in U-Haft sitzt.

In der Woche vor dem 2:2 am 17. März gegen Galatasaray soll Kocaman dem Präsidenten bei einem Besuch in der Strafanstalt mitgeteilt haben, dass er sich nicht mehr in der Lage sehe, die Saison zu Ende zu führen und das Traineramt zur Verfügung stellen wolle.

Das Gespräch im Gefängnis

Daraufhin soll Yildirim folgenreiche Worte gesagt haben: "Siehst du, in welchem Zustand du bist und wo ich mich gerade befinde? Ich muss aus meiner Zelle heraus gegen alle in die Schlacht ziehen. Und du kommst zu mir und willst mir weismachen, dass du am Ende deiner Kräfte bist? Falls du die Mannschaft wirklich verlassen willst, habe ich nur eins zu sagen: Auf Wiedersehen!"

Diese Worte müssen bei Kocaman Eindruck hinterlassen haben, sodass der Verein am 13. März nicht den Rücktritt, sondern die Vertragsverlängerung des Trainers bekannt gab.

Klub-Vizeboss Ali Koc, der die Ausweitung der Zusammenarbeit verkündete, lobte die Arbeit des Trainers und unterstrich seine Bedeutung für den Verein: "Aykut Kocaman ist nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein wahrhafter Mann mit Prinzipien. In der schwersten Zeit des Vereins nach dem 3. Juli bewies Kocaman, welch starke Persönlichkeit er ist."

Manipulationsskandal sorgt für Verunsicherung

In der Tat hat Fenerbahce in den letzten Monaten eine schwierige Zeit durchlebt, die mit einem Paukenschlag am 3. Juli ihren Anfang fand. Erst die Verhaftung des Präsidenten, wichtiger Vorstandsmitglieder und zweier Spieler, dann der Ausschluss aus der Champions League - die Saison 2011/12 stand zu Beginn unter keinem guten Stern, als Fener sich den Vorwurf gefallen lassen musste, den Titel durch Manipulation geholt zu haben.

Wichtige Spieler wie Andre Santos (zu Arsenal), Mamadou Niang (Katar) und Diego Lugano (zu Paris St. Germain) verließen den Verein, während Verhandlungen mit Neuzugängen ins Stocken gerieten. Hinzu kam die Ungewissheit, ob Fener überhaupt in die Süper Lig-Saison starten darf, denn der türkische Fußballverband sah sich angesichts des von der UEFA ausgeübten Drucks gezwungen, drastische Strafen zu verhängen.

Lange Zeit galt ein Zwangsabstieg Feners als die einzig vertretbare Konsequenz, bis es schließlich hieß, dass man die Strafen erst nach der Spielzeit verkünden wolle. Dennoch suchten fast wöchentlich Fener neue Gerüchte heim, wonach entweder ein Zwangsabstieg oder ein erheblicher Punktverlust drohe.

Fener vom Vorwurf der Manipulation freigesprochen

Doch soweit kam es nicht, diese Gewissheit hatte Fener aber vor wenigen Tagen: Der Verein wurde vom Vorwurf der Manipulation freigesprochen, stattdessen wurden die Funktionäre Ilhan Eksioglu, Sekip Mosturoglu sowie Cemil Turhan auf Jahre gesperrt. Dennoch ist die Diskussion nicht beendet und wohl auch das endgültige Schicksal der Klubs noch längst nicht besiegelt, weil die UEFA möglicherweise noch eingreift.

Womöglich hätte jeder andere Trainer ob der unklaren Zukunft am Bosporus das Handtuch geworfen. Doch Kocaman biss sich durch, und mit ihm auch die Mannschaft. "Der Trainer gibt uns Mut. Seine Standhaftigkeit gibt der Mannschaft die Ruhe", lobt Torhüter Volkan Demirel.

Bei den Anhängern Fenerbahces ist Kocaman ohnehin eine Legende, inzwischen ist er auf dem Weg zur Unsterblichkeit, ob der Durchhaltekraft in der schwierigen Phase. Dass er eine große Spielerkarriere bei Fener hat, kommt natürlich vorteilhaft hinzu.

Bei den Anhängern eine Legende

Kocamans Profikarriere begann in Sakarya, wo sich der Stürmer schnell einen Namen machte. Schnell ging sein Stern auf. Nachdem er den 1988 den bislang einzigen Pokalsieg von Sakaryaspor erleben durfte, wechselte er zu Fenerbahce, wo er gleich in seiner ersten Saison Meister und Torschützenkönig wurde und den Spitznamen "Kral" (König) verpasst bekam.

Nach einer weiteren Meisterschaft und zwei Torjägerkanonen wurde 1996 sein Vertrag aufgelöst. Klub-Präsident Ali Sen nahm es Kocaman krumm, dass er während der Titel-Feierlichkeiten Feners offen zugab, dass er sich nicht freuen könne, "wenn meine Freunde aus Trabzon trauern."

Er ging zu Istanbulspor und beendete dort im Jahre 2000 mit insgesamt 200 Erstligatoren seine Spielerlaufbahn. Nur vier Spieler haben in der Liga mehr Tore erzielt. Es folgten einige Trainerstationen in der Provinz, aber auch in Ankara, wo er einen schlagfertigen Klub aufbaute. 2009 dann die Rückkehr zu Fenerbahce: Nicht als Trainer, sondern als Sportdirektor, doch die Zusammenarbeit mit dem damaligen Trainer Christoph Daum wollte nicht funktionieren. Daum warf Kocaman mangelnde Unterstützung vor.

Daum-Entlassung als Chance für Kocaman

Nachdem Fener am letzten Spieltag der Saison 2009/10 im Meisterschaftsendspurt dem Rivalen aus Bursa unterlag und auch das Pokalfinale verlor, trennte sich der Verein von Daum. Trotz namhafter ausländischer Kandidaten entschied sich Aziz Yildirim, Kocaman die Verantwortung zu übertragen.

Gleich in seiner ersten Saison als Daum-Nachfolger holte Kocaman mit Fener nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Trabzonspor den Titel. Er war nach Mustafa Denizli erst der zweite türkische Fenerbahce-Coach, dem dies gelang. Wer nun dachte, dass Kocaman eine neue Erfolgsära bei Fenerbahce eingeleitet habe, sah sich spätestens am 3. Juli 2011 getäuscht.

Der Manipulationsskandal hat den Klub auf den Kopf gestellt und drohte diesen gänzlich im Chaos zu versinken. Kocaman ließ diese Unruhe an die Mannschaft nicht heran. Kein einfaches Unterfangen - auch sportlich, denn das in den Vorjahren kränkelnde Galatasaray erstarkte unter Fatih Terim wieder und entwischte in der regulären Saison mit neun Punkten Vorsprung auf Fenerbahce.

Erst Titel, dann Knast

Dass Fenerbahce am Samstag mit einem Sieg nun doch den Titel holen kann, ist beeindruckend, aber auch ohne Titelverteidigung ist es jetzt schon eine Erfolgsgeschichte, die der Trainer schrieb. "Wir haben nicht manipuliert. Wenn etwas krumm lief, dann sollen sie uns in die 2. Liga schicken. Aber wir sind mit uns im Reinen", sagt Kocaman.

Sollte am Samstag in der Tat der Titel herausspringen, wird Kocaman samt Mannschaft das Metris-Staatsgefängnis besuchen, um Aziz Yildirim den Pokal zu widmen. Dorthin wo eigentlich die Erfolgsgeschichte am 17. März so richtig begann.

Die SüperLig im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung