Roberto Hilbert im Interview

Hilbert: "Wir haben Stolz und Ehre!"

Von Interview: Fatih Demireli
Donnerstag, 01.09.2011 | 14:29 Uhr
Roberto Hilbert wechselte im vergangenen Jahr zu Besiktas und bestritt 25 Spiele in der Süper Lig
© Imago
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Roberto Hilbert bekommt den Manipulationsskandal in Süper Lig aus nächster Nähe mit. Im Interview schildert der Mittelfeldspieler die Festnahme seines Trainers Tayfun Havutcu, den Informationsfluss im Verein und seinen schweren Stand bei Besiktas.

SPOX: Roberto Hilbert, Festnahmen, Verhaftungen, Manipulationsskandal und jede Menge Verwirrung seit Anfang Juli. Ist schon etwas Ruhe eingekehrt?

Roberto Hilbert: Es geht Richtung Normalität. Zumindest redet man nicht mehr so viel darüber. Es ist nicht so, dass das Interesse an dem Thema weg ist, aber es wird zur Nebensache, wenn wir in der Europa League schon unsere ersten Spiele bestreiten wie zuletzt gegen Alania Wladikawkas. Und es ist ja nicht mehr so lange, bis es endlich losgeht in der Liga.

SPOX: Haben Sie den vollen Durchblick, was im türkischen Fußball tatsächlich los ist?

Hilbert: Jein. Ich bekomme von meinen Kollegen natürlich immer wieder Informationen, was in der Zeitung steht oder was im Fernsehen berichtet wird. Letztlich habe ich aber nicht wirklich den Überblick, wer was gemacht haben soll und welche Vorwürfe gemacht werden, zumal jeden Tag neue Schlagzeilen aufkommen.

SPOX: Wie ist der Informationsfluss des Vereins?

Hilbert: Als Besiktas damit konfrontiert wurde, als unser Trainer Tayfur Havutcu und unser Vorstandsmitglied Serdal Adali zum Verhör mussten beziehungsweise dann überhaupt nicht mehr zurückkamen, hat uns der Verein schon informiert. Aber es ist nicht so, dass jeden zweiten, dritten Tag jemand kommt und uns aufklärt. Das wird auch ganz bewusst gemacht, damit wir uns in Ruhe und voller Konzentration auf die neue Saison vorbereiten können. Der Verein hat die Situation schon sehr gut hinbekommen.

SPOX: Wie haben Sie den Tag erlebt, als Trainer Tayfur Havutcu ins Gefängnis musste?

Hilbert: Ein absoluter Schock. Es hieß, dass er zum Verhör muss und wieder kommt. Dann kam er aber nicht mehr. Es ist vor allem ein Schock, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass Tayfur etwas damit zutun hat.

SPOX: Tayfur Havutcu ist wegen des Pokalfinals gegen Istanbul Büyüksehir Belediye Spor ins Visier gerückt: Das Spiel steht unter Verdacht. Wie nehmen Sie diese Vorwürfe wahr?

Hilbert: Man macht sich Gedanken, das ist doch klar. Ich setze mich damit auseinander, aber so richtig weiß man nicht, wie man damit umgehen soll. Wir hatten damals einen sehr schweren Finalgegner, gegen den wir wirklich alles abrufen mussten, um zu gewinnen. Ich habe mir das Spiel noch einmal angesehen und mir ist nichts aufgefallen.

SPOX: Besiktas hat vorsorglich den Pokal zurückgegeben, bis Klarheit herrscht. Spekuliert wurde darüber, dass die Mannschaft mit der Entscheidung nicht glücklich war. Stimmt das?

Hilbert: Ich finde die Vorgehensweise des Präsidenten sehr positiv und die gesamte Mannschaft stand hinter seiner Entscheidung. Wir haben alle unseren Stolz und unsere Ehre. Wir sind Sportler und wir wollen ehrlich gewinnen. Wenn uns vorgeworfen wird, ein Spiel nicht ehrlich gewonnen zu haben, dann wollen wir den Pokal nicht. So habe ich auch die Entscheidung des Präsidenten interpretiert.

SPOX: Fenerbahce ist aus der Champions League ausgeschlossen worden. Erwarten Sie für die Süper Lig ähnlich rigorose Entscheidungen?

Hilbert: Ich kann mir kein Urteil darüber erlauben, weil ich keine Details kenne. Ich hoffe aber, dass die Kommission des Verbands das Ganze gut und bewusst auswertet und so beurteilt, damit ein Schlussstrich unter der ganzen Sache gezogen werden kann. Der türkische Fußball braucht Klarheit.

SPOX: Die Süper Lig hätte am 5. August beginnen sollen. Aufgrund der Ereignisse wurde der Start auf den 9. September verlegt. Die extreme Verzögerung muss für einen Fußballer nervend sein...

Hilbert: Das ist schlimm! Du kommst aus dem Urlaub und gehst in die Vorbereitung und weißt, dass du sechs Wochen lang schuften musst. Man bereitet sich körperlich und mental auf das Ziel vor und weiß, dass es Anfang August endlich losgeht. Wenn man dann kurz vor dem Ende der Vorbereitung mitbekommt, es geht noch einmal fünf Wochen so weiter, ist das deprimierend. Da braucht man schon ein paar Tage, um das zu verarbeiten und zu realisieren. Für den Klub ist es auch schwer: Umplanen, Training neu gestalten, neue Trainingslager. Wir mussten uns innerhalb der Mannschaft gegenseitig hochziehen, damit die Motivation nicht abfällt. Das ist nicht einfach.

SPOX: Die andere Konsequenz des Skandals ist die Einführung des Playoff-Systems, das man aus Belgien kennt. Können Sie sich damit anfreunden?

Hilbert: Ich habe mich damit auseinandergesetzt. Aber ob ich mich damit anfreunden kann oder nicht, ist zweitrangig, spielen muss ich trotzdem (lacht). Es ist aber auf jeden Fall eine Umstellung, weil ich den Fußball so kenne, dass man 34 Spieltage spielt und am Ende wird der Meister, der die meisten Punkte geholt hat. Wenn der Verband meint, dass das Playoff-System für den türkischen Fußball besser ist, dann akzeptiere ich das.

SPOX: Sie haben auch so Ihre Probleme bei Besiktas: Letzte Saison hatten Sie mit die meisten Pflichtspiele, aber am Ende waren Sie außen vor. Auch in dieser Saison scheinen Sie einen schweren Stand zu haben. Wie sieht Ihre Situation aus?

Hilbert: Ich habe eine gute Vorbereitung gespielt und bin körperlich auf einem guten Stand. Das Problem ist wie schon im letzten Jahr die Ausländerregelung. Das Problem haben nicht nur wir, sondern die ganze Liga. Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt.

SPOX: Die Klubs dürfen sechs Ausländer gleichzeitig spielen lassen. Der Rest muss auf die Bank oder auf die Tribüne. Die kleine Änderung, dass die Klubs ab sofort unbegrenzt Ausländer verpflichten dürfen, aber trotzdem nur sechs spielen lassen dürfen, hat Ihnen nichts gebracht, oder?

Hilbert: Für die Spieler hat es gar nichts gebracht. Das ist schade. Ich würde mir wünschen, dass sich der Verband vielleicht im Sinne der Spieler Gedanken macht, an der Regel etwas zu ändern.

SPOX: Haben Sie mit Trainer Carlos Carvalhal über Ihre Situation gesprochen?

Hilbert: Natürlich. Ich habe das Gespräch gesucht und er hat nur Positives über mich gesagt. Er sei sehr zufrieden mit mir und meinen Leistungen. Für die Trainer ist es - noch einmal - wegen der Ausländerregelung nicht einfach, weil wir elf Ausländer im Kader haben, die jederzeit spielen können. Ich werde aber meine Chance bekommen.

SPOX: Haben Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt, es woanders zu probieren, wenn sich Ihre Situation nicht ändert?

Hilbert: Ich bin ein ehrgeiziger Spieler. Ich werde alles dafür tun, um zu spielen. Ich war schon in der letzten Saison zu Beginn abgeschrieben, habe aber dann 45 Pflichtspiele gemacht. Ich bin positiv gestimmt, dass ich wieder meine Spiele bekomme.

SPOX: Wann könnte ein Umdenken eintreten?

Hilbert: Der Punkt ist noch nicht da, um aufzugeben. Wenn er kommt, muss ich mir Gedanken machen. Jetzt aber noch nicht.

Roberto Hilbert im Steckbrief

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