Bursaspor-Trainer Ertugrul Saglam im Interview

"Man nimmt uns wieder nicht wahr - gut so!"

Von Interview: Fatih Demireli
Mittwoch, 02.02.2011 | 12:08 Uhr
Ertugrul Saglam ist mit Bursaspor aktuell Tabellenzweiter der Süper Lig
© Getty
Advertisement
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses
Primera División
Levante -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
FC Turin
Championship
Middlesbrough -
Sunderland
Ligue 1
Nizza -
Dijon
Serie A
Cagliari -
Hellas Verona
Serie A
Chievo Verona -
Neapel
Serie A
Florenz -
AS Rom
Serie A
Juventus -
Benevento
Serie A
Lazio -
Udinese
Primera División
Celta Vigo -
Bilbao
Eredivisie
PSV -
Twente
Ligue 1
Marseille -
Caen
Serie A
Atalanta -
SPAL
Primera División
Real Sociedad -
Eibar
Primera División
Villarreal -
Malaga
Primera División
Real Madrid -
Las Palmas
Serie A
Sassuolo -
AC Mailand

Bursaspor hat am Wochenende Galatasaray im Vorbeigehen geschlagen. Die Krokodile spielen punktemäßig eine bessere Serie als in der Meistersaison und lauern hinter Trabzonspor auf Platz zwei. Doch gesprochen wird wieder über die Konkurrenz aus Istanbul. Trainer Ertugrul Saglam ist das recht. SPOX besuchte den Erfolgscoach in Bursa und sprach mit ihm über die neuen Machtverhältnisse in der Süper Lig und seine Freundschaft mit einem Bundesliga-Trainer.

SPOX: Herr Saglam, Sie haben Ihren neuen Stürmer Kenny Miller begrüßt. Was erwarten Sie sich von ihm?

Ertugrul Saglam: Kenny Miller ist ein sehr starker Stürmer, der uns weiterhelfen wird. Wir haben gute Angreifer wie Sercan Yildirim oder Turgay Bahadir, aber wir mussten handeln, nachdem unser Neuzugang Nunez die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Wir denken, dass Miller nach einer Eingewöhnungszeit ein wertvoller Spieler für uns sein wird.

SPOX: Ist es für Bursaspor einfacher geworden, namhafte Spieler wie Miller oder Jozy Altidore, den sie aus Villarreal geholt haben, zu verpflichten?

Saglam: Miller hatte Angebote von Birmingham City und vom AC Florenz, aber er hat sich für uns entschieden. Sicherlich ist das sehr erfreulich. Wir haben in der Champions League gespielt, wurden letztes Jahr Meister und sind dieses Jahr wieder gut im Rennen. Das war sicherlich ausschlaggebend für seine Zusage. Hinzu kommt, dass Bursaspor erstmals so einen finanziell aufwendigen Transfer vollzieht. Das macht uns sehr glücklich.

Der Türkei-Channel von SPOX jetzt bei Facebook!

SPOX: Als sie 2009 nach Bursa kamen, war der Klub quasi ein Abstiegskandidat und weit weg vom Titel und der Champions League. Sie haben dennoch offen vom Titelgewinn gesprochen und wurden dafür belächelt. Wie haben Sie es so schnell hinbekommen, aus Bursa einen Titelkandidaten zu machen?

Saglam: Das Potenzial war schon da - da ist das wichtigste. Wir haben versucht, dieses Potenzial zu nutzen, indem wir die Mannschaft verstärkt haben, finanziell aber gesund zu werden. Das war die Basis für den Titel. Bursa ist eine Fußballstadt, die Menschen leben hier den Fußball und die Fans identifizieren sich mit dem Klub. Ganz egal, wo wir spielen, die Unterstützung ist immer da. Zudem stehen die lokalen Medien hinter dem Klub.

SPOX: Im Vergleich zu dem Titelrivalen ist der Etat von Bursaspor weiter relativ niedrig.

Saglam: Deutlich niedrig, wir haben ein Zehntel von dem Etat, den unsere Konkurrenten zur Verfügung haben. Aber im Fußball hat man nicht Erfolg, nur weil man viel Geld ausgeben kann. Den Beweis haben wir geliefert.

SPOX: Bursaspor hat in der Hinrunde mehr Punkte geholt als in der Meistersaison. Dennoch werden sie wieder nicht richtig ernst genommen. Stattdessen werden Fenerbahce und Besiktas als Titelkandidaten gehandelt, obwohl diese Klubs in der Tabelle weit zurückliegen. Stört Sie das?

Saglam: Es überrascht mich, dass uns die Öffentlichkeit wieder nicht wahr nimmt, aber das passt uns ins Konzept. Mir soll's recht sein. Ich hoffe, dass die Menschen uns wieder wahrnehmen, wenn wir am letzten Spieltag den Pokal in der Hand halten.

SPOX: Der türkische Fußball steht derzeit unter dem Motto "Revolution". Haben Trabzonspor, Bursaspor und Kayserispor den großen Istanbuler Klubs den Rang abgelaufen?

Saglam: Nein, noch nicht. Wir haben mit unserem Erfolg lediglich die Tür zur Revolution geöffnet. Damit sie vollzogen werden kann, muss auch ein anderer Klub aus Anatolien in diesem Jahr Meister werden. Danach können wir über eine Revolution sprechen.

SPOX: Dies könnte dieses Jahr durchaus der Fall sein...

Saglam: Trabzonspor ist sehr gut drauf, wir spielen eine gute Saison, aber auch Kayserispor ist sehr erfolgreich. Ich denke, dass auch Fenerbahce noch eine wichtige Rolle spielt. Bei Besiktas muss man beobachten, ob sie noch in das Rennen eingreifen können.

SPOX: In der Liga überzeugt Bursaspor, in der Champions League lief es gar nicht. Wie ist das zu erklären?

Saglam: Das war unsere erste Teilnahme an der Champions League und wir waren der Klub mit dem niedrigsten Etat der Königsklasse. Wir haben unsere Planungen nicht darauf ausgerichtet, in der Champions League großen Erfolg zu feiern, weil wir die Mittel für die Transfers nicht gestellt haben. Unser primäres Ziel war, eine gute Figur abzugeben und Erfahrungen zu sammeln, damit wir für die kommenden Jahre im Europapokal eine Basis schaffen.

SPOX: Außer Besiktas sind alle Süper-Lig-Klubs im Europapokal ausgeschieden. Die Liga ist national im Aufschwung, aber international gibt es kaum Erfolge. Woran liegt das?

Saglam: Leider hat auch die Nationalmannschaft hat Probleme. Wir müssen zugeben, dass wir international nicht das beste Jahr hinter uns haben. Das heißt aber nicht, dass das immer so bleiben muss. Wir betreiben Ursachenforschung, suchen nach Lösungsansätzen und werden auch wieder bessere Zeiten erleben.

SPOX: Der deutsche Fußball war vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation. Sowohl der DFB als auch die Klubs haben in der Konsequenz die Jugendarbeit stark gefördert und der heutige Erfolg gibt dem deutschen Fußball recht. Das sieht nach einem guten Modell für die Türkei aus.

Saglam: Natürlich. Man muss immer analysieren, inwiefern verschiedene Mechanismen im europäischen Fußball in der Türkei umsetzbar sind. Richtig ist, dass in den letzten Jahren junge türkische Fußballer nur schwer nachgekommen sind. Ich denke, dass hat auch mit der Ausländerregelung zu tun.

SPOX: In der Süper Lig dürfen die Klubs zehn Ausländer unter Vertrag nehmen, sechs dürfen gleichzeitig spielen.

Saglam: An dieser Regel sollten wir arbeiten. Auch wir haben im Kader viele ausländische Spieler, aber wir achten auch auf den Nachwuchs.

SPOX: Ein andere Problematik im türkischen Fußball: Viele berühmte Trainer heuern hier an, haben aber wenig Erfolg: Joachim Löw, Vicente Del Bosque, Luis Aragones oder Frank Rijkaard sind gescheitert. Zufall?

Saglam: Ich habe als Spieler mit vielen ausländischen Trainern gearbeitet und sehr viel von ihnen gelernt. Ich bin sehr dafür, dass ausländische Trainer weiter die Liga bereichern sollten, aber die Denke in der Türkei ist etwas kompliziert: Man gibt einem Trainer einen Dreijahresvertrag, aber nach spätestens sechs Monaten wird er zur Rechenschaft gezogen, warum er noch keinen Erfolg hat. Das ist ein großes Problem. Gebt den Leuten doch die Zeit, um ihre Philosophie zu verwirklichen!

SPOX: Es gibt auch andere Beispiele: Jupp Derwall ist in der Türkei eine Legende. Wie sehr haben die Deutschen den türkischen Fußball geprägt?

Saglam: Ich habe selbst mit deutschen Trainern gearbeitet. Daum, Feldkamp, Briegel - das waren sehr große Trainer, von denen ich sehr viel gelernt habe. Mit Derwall als Vorreiter haben die deutschen Trainer sehr viel für den türkischen Fußball geleistet, das kann man gar nicht genug betonen. Ich bin mit Michael Skibbe sehr gut befreundet, seitdem er bei Galatasaray gearbeitet hat. Er macht in Frankfurt einen sehr guten Job und ich wünsche ihm alles Gute.

SPOX: Sie waren bei Besiktas Trainer, zuvor haben Sie erfolgreich in Kayseri gearbeitet. Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Saglam: Jeder Trainer will irgendwann die eigene Nationalmannschaft trainieren. Natürlich ist da auch mein Ziel, aber nicht in absehbarer Zeit. Das muss ich mir erst einmal verdienen. Ein anderes Ziel jedes türkischen Trainers ist es, in Europa einen Klub zu trainieren. Die Verhältnisse bei Bursaspor sind exzellent, deshalb denke ich ernsthaft darüber nach, Bursaspor zu einem europäischen Spitzenklub zu formen, anstatt einen Klub in Europa zu übernehmen. In drei, vier Jahren könnten wir mit unserem Konzept etwas Großes auf die Beine stellen.

Der Kader von Bursaspor im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung