Fenerbahce schießt Kasimpasa ab

Von Fatih Demireli
Montag, 27.09.2010 | 21:01 Uhr
Mamadou Niang erzielte in sechs Ligaspielen sechs Tore für Fenerbahce
© anadolu
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Fenerbahce hat seine Mini-Serie von zwei sieglosen Spielen in Folge beendet und im kleinen Derby bei Kasimpasa mit 6:2 (3:2) gewonnen. Ein Neuzugang war der überragende Mann auf dem Platz. Erzrivale Galatasaray hat am Tag zuvor den vierten Sieg in Folge eingefahren Auch Bursaspor und Besiktas machen am 6. Spieltag ihre Hausaufgaben.

Kasimpasa - Fenerbahce 2:6

Die Tore: 1:0 Sahin (5.), 1:1 Alex (15., Elfmeter), 1:2 Emre (21.), Niang (23.), 2:3 Ersen Martin (25.), 2:4 Niang (64.), 2:5 Niang (90.), 2:6 Alex (90.+5)

So diskutierten die mySPOX-User während des Spiels

Die 90 Minuten: Die erste Hälfte glich einem Basketball-Spiel. Kein Geplänkel im Mittelfeld, ein Angriff dort, ein Angriff hier und gerade in den ersten 25 Minuten jeder Schuss ein Tor. Für die Fans war es ein Spektakel, aber beide Trainer konnten nur den Kopf schütteln. Nach der Pause reagierte sowohl Yilmaz Vural als auch Aykut Kocaman mit Spielerwechsel auf den Schlagabtausch und dann war auch mehr Ordnung. Zwar schien der Sieg Fenerbahces nach der Pause nie gefährdet, aber gegen konsequente Gegner dürfte die wackelige Defensive ernsthafte Probleme bekommen.

Der Star des Spiels: Was sind schon Eingewöhnungsprobleme? Mamadou Niang rockt seit seinem Wechsel zu Fenerbahce. Gegen Kasimpasa gab es die Saisontore vier bis sechs. Der Stürmer profitiert aber vor allem von Landsmann Issiar Dia, der ihn über die Außen immer wieder mustergültig bedient. Das Duo aus Senegal wird Fenerbahce noch viel Spaß machen.

Die Lehren des Spiels: 6:2 gewonnen, nach zwei sieglosen Spielen wieder mal drei Punkte eingefahren - bis hierhin alles positiv. Doch Fenerbahce sucht auch nach dem 6. Spieltag immer noch nach der richtigen Mischung. Das Umschalten von Offensive auf Defensive und umgekehrt klappte auch gegen das weiter sieglose Kasimpasa nicht. Aykut Kocaman stand fast 90 Minuten kopfschüttelnd an der Seitenlinie und sah dem wilden Treiben seiner Mannschaft zu. Hoffnung machen drei Spieler: die formstarken Offensivspieler Dia und Niang und der wiedergenesene Yobo, der Bilica bald endgültig verdrängen sollte.

Galatasaray - Istanbul Büyüksehir Bld. Spor 3:1

Die Tore: 1:0 Baros (5.), 2:0 Baros (12., Elfmeter), 3:0 Baros (42.), 3:1 Tum (65.)

Die 90 Minuten: Frank Rijkaard veränderte sein Team auf zwei Positionen. Aydin erhielt auf links den Vorzug vor Kewell, Cana spielte für Sarp im Zentrum. Die Gastgeber legten mit dem Selbstvertrauen von drei Siegen in Folge richtig los. Schon nach wenigen Sekunden hatte Baros das 1:0 auf dem Fuß, geklappt hat es aber dann in der 5. Minute.

Baros legte sieben Minuten per Elfmeter nach, aber das Sahnehäubchen gab es kurz vor der Pause, als er per Seitfallzieher im Fallen das Tor erzielte. Nach der Halbzeit nahm Gala das Tempo etwas runter und ließ die Gäste gewähren. Tums Tor machte Büyüksehir zwar Hoffnung, aber der Ehrentreffer reichte nicht mehr.

Der Star des Spiels: Da gibt es keine Alternative! Milan Baros hat mit drei Toren Büyüksehir im Alleingang besiegt. Der Tscheche hätte heute sogar ein paar Tore mehr schießen können. Wehrmutstropfen: Aufgrund einer Oberschenkelverletzung musste Baros nach 70 Minuten runter. Gala hofft, dass es keine schwere Verletzung ist.

Die Lehren des Spiels: Nicht nur der vierte Saisonsieg in Folge, sondern - und vor allem - die Art und Weise darf Hoffnung machen. Der Auftritt Galatasarays vor der Pause war spielerisch phasenweise große Klasse. Und Trainer Frank Rijkaard hat endlich wieder Alternativen: Trotz der Ausfälle von Arda, Hakan Balta und Sabri Sarioglu leistete er sich den Luxus, Spieler wie Kewell, Elano oder Sarp auf der Bank zu lassen. Die Serie sollte Galatasaray Auftrieb geben, aber Voraussetzung ist, dass die Verletzung Baros' nicht schwer ist.

Besiktas - M.P. Antalyaspor 2:1

Die Tore: 1:0 Bobo (55.), 1:1 Tita (67.), 2:1 Bobo (90.)

Die 90 Minuten: Die Hausherren begannen wie die Feuerwehr und drängten den Gast in die eigene Hälfte, ließen aber trotz der Dominanz in den Angriffsbemühungen die letzte Durchschlagskraft vermissen. Die größte Chance der ersten Halbzeit hatte Superstar Quaresma, als er einen Schuss an den Pfosten setzte (19.) Auch die zweite Hälfte begann mit der Dominanz von Besiktas gegen viel zu zaghafte Gäste. In der 55. Minute erlöste Bobo schließlich die Fans durch die Führung nach toller Vorarbeit von Fabian Ernst. Zwölf Minute später der Schock für die Gastgeber: eine Rückgabe von Robert Hilbert zu Torwart Hakan mit dem Kopf verünglückte völlig, sodass Tita nur noch ins leere Tor einschieben musste. Danach folgten wütende Besitkas-Angriffe, während die Gäste den Punkt durch Zeitspiel retten wollten. In der Schlussminute sorgten dann die Protagonisten des ersten Treffers für die Entscheidung: Ernst setzte wiederum Bobo ein, der das 2:1 erzielte.

Der Star des Spiels: Nach dem ersten Tor wurde im Inönü-Stadion nicht der Torschütze mit Sprechchören gefeiert, sondern der Vorbereiter: Fabian Ernst. Der Ex-Schalker zeigte heute eine überragende Leistung, war die erste Anspielstation im Mittelfeld und fädelte einen Angriff nach dem anderen ein. Weltklasse die zwei Anspiele in die Gasse auf Bobo, die jeweils zu den Treffern führten. Ernst ist und bleibt unverzichtbar für die Adler.

Die Lehren des Spiels: Das Ergebnis hört sich knapp an, der Spielverlauf war aber eine klare Sache. Im Gegensatz zum Derby gegen Fenerbahce veränderte Besiktas-Coach Bernd Schuster die Startelf auf fünf Positionen. Dem Spiel der Hausherren merkte man das aber nicht an, die Leistung war durchaus ansprechend, auch das Gegentor aus dem nichts noch mal für Spannung sorgte. Ein Problem gibt es aber auf der Torhüterposition: Torwart Hakan, der schon gegen Fener gepatzt hatte, sah beim 1:1 erneut schlecht aus und wurde danach vom Publikum ausgepfiffen. Mit Nachwuchsmann Cenk Gönen und Routinier Rüstü Recber hat Schuster sehr gute Alternativen in der Hinterhand.

Bursaspor - Bucaspor 1:0

Das Tor: 1:0 Hüseyin Cimsir (4.)

Die 90 Minuten: Ertugrul Saglam wechselte seine Mannschaft auf mehreren Positionen durch. Angefangen von Torhüter Dimitar Ivankov bis hin zu den Offensivstars Volkan Sen und Sercan Yildirim saßen mehrere Leistungsträger zunächst draußen. Bursa-Coach Saglam schonte sie für das Champions-League-Spiel bei den Glasgow Rangers.

Das frühe Tor von Hüseyin nach vier Minuten gab den neuen Gesichtern Rückenwind, aber Bursa konnte über weite Strecken der ersten Hälfte kaum sein Offensivspiel aufziehen. Das änderte sich nach der Pause mit der Hereinnahme von Sercan und Insua.

Das Duo kurbelte das Spiel an, verlagerte das Geschehen in die Hälfte Bucaspors. Bursa machte aus seinen Chancen zu wenig, Buca hingegen kam hin und wieder zu guten Konterchancen. Insgesamt war der Auftritt der Gäste aber zu ängstlich.

Der Star des Spiels: Sercan Yildirim kam zwar nur 45 Minuten zum Einsatz, aber der Auftritt des Angreifers nach der Pause war das Eintrittsgeld im Atatürk-Stadion wert. Der Youngster setzte mehrmals zu seinen gefürchteten Tempodribblings an und fand fast immer den Weg zum Tor. Nur am Abschluss haperte es.

Die Lehren des Spiels: Bursa-Trainer Ertugrul Saglam ging ein großes Risiko ein - und gewann. Eine so große Rotation gab es in der Ära des Meistertrainers noch nie, aber der enge Terminplan und das Auswärtsspiel bei den Rangers ließen dem jungen Coach keine andere Wahl. Aufgedrängt haben sich die Nachrücker nur zum Teil. Ibrahim Öztürk ist und bleibt ein zuverlässiger Backup in der Innenverteidigung, aber die Neuzugänge Steinert und Nunez haben noch gewaltig Luft nach oben.

Der Spieltag in der Süper Lig im Überblick

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