Sorgen bei Galatasaray

Wütender Rijkaard teilt aus

Von Fatih Demireli
Montag, 08.02.2010 | 12:46 Uhr
Frank Rijkaards Galatasaray belegt Platz vier in der Tabelle der Süper Lig
© anadolu
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Nach der Nullnummer bei Kayserispor liegen bei Galatasaray die Nerven blank. Besonders Trainer Frank Rijkaard zeigt erstmals Zähne und holt zum Rundumschlag aus. Im Visier seiner Kritik stehen nicht nur seine eigenen Spieler.

Erst wollte er möglichst gar nichts sagen, um dann wenig später richtig loszulegen. Das 0:0 bei Kayserispor sorgt bei Galatasaray erstmals für Unruhe.

Besonders Trainer Frank Rijkaard wirkt in diesen Tagen besonders gereizt. Die zahlreichen Ausfälle, vor allem in der Offensive, gehen dem Niederländer auf die Nerven. Nach Milan Baros und Harry Kewell fällt auch der Neuzugang Jo mehrere Wochen aus. Große Kritik erntete Galatasaray zudem dafür, dass der Vertrag Shabani Nondas in der Winterpause aufgelöst wurde.

Rijkaards Angriff auf Yalcin

"Das war meine Entscheidung", so Trainer Rijkaard auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Richtig in Rage geredet, teilte der Niederländer dann ordentlich aus. "Es ist traurig, dass Jo nun verletzt ist, aber jeder hat gesehen, wie es passiert ist."

Der Brasilianer musste biem Pokal-Hinspiel bei Antalyaspor (1:2) schon nach 36 Minuten verletzt raus. Die türkischen Medien spekulieren, dass Jo in Antalya absichtlich hart rangenommen wurde, um ihn zu verletzen. "Im Fußball wird natürlich aggressiv gespielt, aber Yalcin, ein früherer Spieler Galatasarays, verletzt Jo und ist auch noch stolz darauf", schimpfte Rijkaard.

Kaum noch Torgefahr

Die Fernsehbilder belegen allerdings, dass es nicht Yalcin war, der in die Foulsituation verwickelt war, sondern dessen Teamkollege Senol Can. "Ich weiß nicht, was Rijkaard von mir will. Das hat mich sehr enttäuscht. Ich glaube, Galatasaray will von den eigenen Problemen ablenken", so Yalcin, der 2006 für die Gelb-Roten spielte.

Sorgen hat Rijkaard zu Genüge. Im Sturmzentrum fehlt ihm nach den Ausfällen ein zentraler Angreifer. Der Versuch mit Arda Turan und Giovani dos Santos in Kayseri ging nicht auf. "Das darf keine Ausrede für uns sein", sagt Rijkaard, doch die torgefährlichste Mannschaft der Hinrunde entwickelt im Jahr 2010 kaum Gefahr.

Rijkaard setzt Servet auf die Bank

Giovani ist noch nicht die erhoffte Verstärkung und Spieler wie Elano oder Abdel Kader Keita nicht in Form. Mangels Alternativen müssen sie dennoch spielen. Rijkaard zieht die Zügel deutlich an und verschärft den Ton. Laut "Hürriyet" soll vor allem die Besprechung des Kayseri-Spiels äußerst laut verlaufen sein.

Für eine weitere Baustelle sorgte Rijkaard indes selbst. Servet Cetin, unumstrittener Abwehrchef, fand sich in Kayseri auf der Bank wieder. "Wir haben einen großen Kader und jeder hat die Chance verdient, zu spielen", begründet Rijkaard seinen Tausch. Vertreter Emre Güngör machte gemeinsam mit Lucas Neill ein starkes Spiel. Kritik gab es trotzdem für die Entscheidung.

Spielfrei am Wochenende

Bei Galatasaray stehen entscheidende Wochen an. Am Mittwoch muss der UEFA-Pokalsieger 2000 das Pokal-Rückspiel gegen Antalya bestreiten. In der nächsten Woche geht es schon in der Europa League gegen Atletico Madrid weiter.

Nur in der Süper Lig darf Cimbom erst einmal durchschnaufen. Der Gegner heißt Ankaraspor - und der Hauptstadtklub nimmt bekanntlich nicht mehr am Spielbetrieb teil.

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