Skibbe gewinnt türkischen Supercup

SID
Montag, 18.08.2008 | 12:36 Uhr
skibbe, michael
© Getty
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Duisburg - Drei Monate nach seiner Entlassung bei Bayer Leverkusen hat Trainer Michael Skibbe schon den ersten türkischen Titel gewonnen.

"Siege verschaffen immer Rückenwind, der Aufschwung ist unmittelbar zum Saisonstart besonders wichtig", sagte der Fußball-Lehrer des türkischen Meisters Galatasaray Istanbul nach dem Gewinn des nationalen Supercups in Duisburg.

Skibbe nahm seinen Kritikern mit dem 2:1 (0:0) gegen Pokalsieger Kayserispor im zweiten Pflichtspiel als Galatasaray-Coach zugleich den Wind aus den Segeln.

Obwohl das Supercup-Finale vor 14.000 Zuschauern in der MSV-Arena schon zum dritten Mal in Serie in Deutschland ausgetragen wurde, hat der Titel in der Türkei einen hohen Stellenwert.

"Das Publikum ist emotional stark bei der Sache", meinte Skibbe, der sich für die mäßige Vorstellung seiner Elf in der ersten Hälfte bei den Fans entschuldigte.

Das hatte er schon nach seiner ersten Partie getan, als Galatasaray im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Steaua Bukarest nicht über ein 2:2 hinaus kam und nun um den Einzug in die Gruppenphase bangen muss.

"Ich kann kein türkisch und die Zeitung nicht lesen"

Entsprechend hart gingen die als wenig zimperlich bekannten Medien in der Türkei mit dem 43-Jährigen um, kritisierten die zu defensive Ausrichtung des Teams. Skibbe will sich davon aber nicht beeindrucken lassen. "Ich habe gehört, dass die Kritik groß war, kann aber kein türkisch und die Zeitungen nicht lesen", sagte der Coach, der dies als Vorteil einstuft, weil "sich das in den seltensten Fällen lohnt."

Mit den bisherigen Ergebnissen ist er zufrieden. Nach jeweils schlechtem Beginn konnte sich das Team in beiden Partien steigern. "Wir sind noch nicht richtig in Form", gab der frühere Bundestrainer zu, dessen Elf am 24. August gegen Denizlispor in die türkische Liga startet.

Mehr als 200 Fans hatten Skibbe bei seiner ersten Ankunft vor sieben Wochen in Istanbul empfangen. "Die Begeisterung ist sehr groß und das Training hoch professionell wie in Deutschland", erklärte Skibbe, der mit dem Portugiesen Fernando Meira vom VfB Stuttgart seinen Wunschspieler für die Abwehr verpflichten konnte und sich freut, eine "erstklassig besetzte Mannschaft mit vielen international erfahrenen Spielern betreuen zu dürfen".

Differenzen mit Lincoln sind ausgeräumt

Dass einige Akteure wie der deutsche U-21-Nationalspieler Baris Özbek oder der frühere Bundesliga-Profi Lincoln deutschsprachig sind, erleichtere seine Aufgabe.

Differenzen mit Lincoln, der zu spät aus dem Sommerurlaub zurückkehrte, seien beigelegt. Im Supercup-Finale stand der Brasilianer in der Startelf. "Ich habe noch einen Vertrag über drei Jahre, den ich erfülle", sagte der Ex-Schalker Lincoln.

Unerkannt kann Skibbe nicht durch Istanbuls Straßen gehen. Regelmäßig wird er von den Menschen zum Tee eingeladen. Jetzt fiebert er dem Ligastart entgegen: "Kritik kann schnell aufkeimen, vor allem weil wir mit Galatasaray sehr erfolgreich sein wollen. Die Arbeit in Istanbul macht aber großen Spaß und ist eine echte Herausforderung."

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