Fussball

Real Madrid steckt tief in der Neujahrskrise: "Jedes Mal die gleiche Scheiße"

Von SPOX/SID
Steckt mit Real Madrid wieder tief in der Krise: Ballon-d'Or-Gewinner Luka Modric.

Mit der 0:2-Niederlage gegen Real Sociedad am 18. Spieltag der Primera Division hat sich Real Madrid wohl endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet. Während sich Luka Modric wutentbrannt zur aktuellen Lage äußerte und Trainer Santiago Solari in Schutz nahm, sägt die spanische Presse bereits am Stuhl des Lopetegui-Nachfolgers und nennt Alternativen. Über die taumelnde "Ruine Real".

"Es kann nicht sein, dass wir jedes Mal die gleiche Scheiße spielen", sagte Modric im Anschluss an die Pleite, in deren Folge Real auf Rang fünf abrutschte. Zehn Punkte trennen die Königlichen inzwischen von Tabellenführer FC Barcelona. "Alles ist gegen uns gelaufen", sagte Trainer Santiago Solari, der nach der bereits neunten Niederlage in jetzt 29 Pflichtspielen massiv in der Kritik steht und damit auch auf einen nicht gegebenen Elfmeter anspielte.

Madrid war früh durch einen Foulelfmeter von Willian Jose (3.) in Rückstand geraten, dazu flog Lucas Vazquez mit Gelb-Rot vom Platz (61.). In der 65. Minute wurde Real ein möglicher Strafstoß verweigert - für Kapitän Sergio Ramos "ein Skandal". Ruben Pardo (83.) entschied das Spiel für Real Sociedad, das die vier vorangegangenen Ligaspiele verloren hatte.

Nun hat Real jetzt schon so viele Pflichtspiele verloren wie in der gesamten vergangenen Saison (62 Spiele). 28 Ligatreffer sind darüber hinaus die schwächste Bilanz seit 27 Jahren. Solari hatte Ende Oktober das Traineramt des nach der 1:5-Blamage im Clasico gegen Barca geschassten Julen Lopetegui übernommen, geht es nach der spanischen Presse sind seine Tage als Trainer der Königlichen nun jedoch wieder endgültig gezählt.

Solari wackelt bei Real Madrid - Diskussionen über Klopp

"Solaris Madrid ist eine Ruine", schrieb etwa die Marca und schlug gleich ein paar Alternativen vor. Real benötige dringend "einen Trainer mit Prestige und Persönlichkeit, der in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen". Die Namen Jürgen Klopp, Mauricio Pochettino und Massimilliano Allegri fielen in diesem Zusammenhang.

El Pais ging die Sache etwas zurückhaltender im Tonus an und sprach von einem "Reinfall, der Konsequenzen haben könnte". Einig waren sich die internationalen und spanischen Medien aber in einem Punkt: Die Meisterschaft ist für Real Madrid in diesem Jahr kein Thema mehr.

Modric sieht die Schuld dafür jedoch nicht beim Trainer. "Er leistet gute Arbeit, kann aber selbst keine Tore schießen oder verhindern", erklärte der Gewinner des diesjährigen Ballon d'Or: "Wir müssen auf dem Platz abliefern. Wir müssen uns konzentrieren und endlich das Tor treffen. Der Trainer hat große Lust, wir dürfen nicht nach Ausreden suchen und ihn verantwortlich machen."

Sergio Ramos: Real Madrid in "schrecklicher Situation"

Nach einem misslungenen Saisonstart hatte sich Real von Lopetegui getrennt und Solari eingesetzt. Nach kurzem Aufwind und vier klaren Siegen in Folge sind die Königlichen jedoch wieder in die Krise gerutscht. "Wir müssen uns jetzt zusammensetzen und ehrlich reden", kündigte Modric erste mannschaftsinterne Konsequenzen der sportlichen Talfahrt an: "Wir können nicht von Pech sprechen. Viele Spieler erreichen nicht ihre Bestform. Dazu gehöre auch ich."

Der kroatische Nationalspieler, der bei der WM in Russland zum besten Spieler des Turniers gewählt worden war, sprach davon, dass "der Zusammenhalt" in der Mannschaft fehle. Ähnliches sagte auch Sergio Ramos. "Wir werden uns die Dinge ins Gesicht sagen und unsere Seele geben", erklärte der Real-Kapitän, der zwar einerseits "eine schreckliche Situation" analysierte, sich gleichzeitig aber auch martialisch-kämpferisch gab: "Madrid stirbt nie!"

Verletzter Gareth Bale verlässt Bernabeu frühzeitig

Es passte dennoch ins Bild dieser Ramos'schen "schrecklichen Situation", dass sich Gareth Bale das Elend auf dem Platz gegen Sociedad offenbar nicht einmal mehr auf der Tribüne ansehen wollte.

Mit seinem Wagen verließ der 100-Millionen-Mann, der nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo im Sommer eigentlich eine tragende Rolle bei den Königlichen einnehmen sollte, schon nach 78 Minuten das Stadion und bekam in der Folge nicht mit, wie seine Teamkollegen von den nur knapp 54.000 Zuschauern im Bernabeu ausgepfiffen wurden.

Bale laboriert aktuell erneut an einer Wadenverletzung und wird den Königlichen wohl noch rund zwei Wochen fehlen. Seit seinem Wechsel zu Real 2013 verpasste der Waliser schon mehr als 60 Pflichtspiele. Kritischen Stimmen zufolge ist Bale, der mit Real gegen Liverpool im Mai des vergangenen Jahres mit zwei Toren nach seiner Einwechslung den dritten Champions-League-Sieg in Folge beschert hatte, auch deshalb nie richtig in Madrid angekommen.

Dort herrscht nach dem Jahresauftakt mit nur einem von sechs möglichen Punkten eine "Ohnmacht" (L'Equipe), aus der die Königlichen nach Meinung der Daily Mail nur noch mit "einer großen Verpflichtung im Januar oder einer Entlassung von Solari" aufwachen können.

Bei einem erneuten Patzer in der Copa del Rey gegen Leganes am Mittwoch (ab 21.30 Uhr live auf DAZN) wird die zweite Option immer wahrscheinlicher.

Real Madrid in der Tabelle zehn Punkte hinter FC Barcelona

PlatzTeamSpieleToreDiffPkt.
1.FC Barcelona1850:203040
2.Atlético Madrid1826:131335
3.FC Sevilla1831:181333
4.Deportivo Alavés1821:18331
5.Real Madrid1826:23330
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