Freitag, 15.01.2016

Reals und Atleticos Optionen nach der Transfersperre

Scheiß Verhandlungsposition!

Nach der Transfersperre seitens der FIFA stehen Real Madrid und Atletico vor richtungsweisenden Wochen. Schlagen die Stadtrivalen noch in diesem Winter großflächig zu? Welche Optionen gibt es trotz Strafe im Sommer? Von welchen Leihen profitieren die Madrilenen? SPOX klärt auf und beschäftigt sich mit den Kandidaten.

Pogba, Morata und Co.: Welche Personalien sind für Real und Atletico am interessantesten?
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Pogba, Morata und Co.: Welche Personalien sind für Real und Atletico am interessantesten?

Real und Atletico: Welche Optionen gibt es?

Real und Atletico dürfen verpflichtete Spieler weder im Sommer 2016, noch im darauffolgenden Winter für offizielle Wettbewerbe anmelden. Diese Sanktionierungen begründete die FIFA mit "Verstößen im Zusammenhang mit dem internationalen Transfer und der Registrierung von Spielern unter 18 Jahren."

Das letzte Wort ist zwar noch nicht gesprochen - Real geht in Berufung und plädiert weiterhin vehement auf die Korrektheit der Transfers seiner Jugendspieler. Selbstverständlich können beide Vereine die Sanktionen anfechten und in letzter Instanz vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch einlegen.

Dennoch: Das Beispiel FC Barcelona zeigt, dass die Chancen auf einen Erfolg gen Null tendieren dürften. Die Katalanen waren im April 2014 wegen eines ähnlichen Vergehens mit der gleichen Strafe belegt worden. In den vergangenen beiden Transferperioden war Barca somit kein Neuzugang gestattet worden.

Doch welche Optionen haben die Königlichen und die Rojiblancos nun, um den aktuellen Kader im kommenden Jahr doch noch aufzurüsten?

Kaufrausch im Winter: Die erste Option, an die alle denken: Real und Atletico investieren in den kommenden zwei Wochen (das Transferfenster in Spanien schließt am 31. Januar um 0 Uhr) noch einmal, was das Zeug hält und bauen ihre Kader damit für die nächsten zwei Transferperioden vor.

Da die Konkurrenz eine solche Reaktion durch die Transfersperre nun aber erwartet und Reals und Atleticos Zugzwang kennt, werden die Preise auf dem Markt für die Madrilenen deutlich in die Höhe schnellen. Heißt: Wollen die beiden Klubs noch im Winter zuschlagen, werden sie vermutlich höhere Ablösesummen zahlen müssen als dies ohne die FIFA-Sanktionen der Fall gewesen wäre.

Stand jetzt ist das aber die einzige Option, hochkarätige Spieler für Pflichtspiele innerhalb der nächsten anderthalb Jahre zu verpflichten.

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Leih-Spieler zurückholen: Wichtiger Ankerpunkt in den Kaderplanungen beider Teams könnten auch die aktuell verliehenen Spieler werden. Diese können zu den Vereinen zurückgeholt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass dafür keine Gelder fließen.

Heißt: Sollten Atletico oder Real gewillt sein, ein Leihgeschäft frühzeitig zu beenden, müssten sie den aktuellen Verein des Spielers dazu bringen, die Leihe kostenlos aufzulösen. Zum Zeitpunkt des offiziellen Leih-Endes (bei den meisten Spielern im Sommer 2016) können die Spieler aber problemlos wieder zu Real oder Atletico zurückkehren.

Aber: Laut AS erlaubt es die FIFA nicht, dass Atletico oder Real im Januar Spieler verpflichten, diese bis zum Sommer oder Januar 2017 direkt wieder verleihen, um sie dann ablösefrei nach Madrid zu holen. Einen solchen Vorgang werte der Weltverband laut der Zeitung als Betrug. Sollte man also einen Hochkaräter verpflichten wollen, müsste man ihn schon in den kommenden beiden Wochen fest im Kader integrieren.

Hoffen auf Verschiebung der Sperre: Mut - zumindest für den Sommer - könnte Real und Atletico der Fall Barca machen: Auch die Katalanen waren gegen das FIFA-Urteil 2014 vor dem CAS in Berufung gegangen, woraufhin der Weltverband dem Klub eine aufschiebende Wirkung gewährte.

Hieß: Die Strafe blieb bestehen, setzte aber erst eine Transferperiode später ein, sodass Barca unter anderem Marc-Andre ter Stegen, Ivan Rakitic und Luis Suarez unter Vertrag nehmen konnte.

Sollte es nach den Einsprüchen von Real und Atletico zu einem ähnlichen Verfahren kommen, wäre es denkbar, dass beide Klubs im Sommer noch einmal investieren könnten.

Vorverträge: Da eine ausufernde Shopping-Tour in den kommenden Tagen aufgrund des Financial Fair Plays schwierig werden könnte, ist es auch denkbar, dass sich die Madrider Klubs mittels Vorverträgen aushelfen.

So könnten sie ihre Wunschspieler bereits für die Zukunft binden, da die Verträge erst nach Ablauf der Sperre einsetzen würden. Diese Vorgehensweise wählte auch Barca, das folglich zum 1. Januar 2016 auf einen Schlag 77 Neuzugänge beim spanischen Verband meldete.

Auf den Nachwuchs setzen: Das Verschieben von Spielern innerhalb der eigenen Reihen ist den Klubs nicht verboten. Real und Atletico dürfen also weiterhin beliebig viele Akteure aus der zweiten Mannschaft beziehungsweise den Jugend-Teams nach oben ziehen.

Und sonst? Verkäufe sind von der Transfersperre nicht betroffen. Demnach können die beiden Klubs weiterhin Spieler verkaufen, um Ablösen zu generieren. Ebenfalls nicht betroffen sind Trainer und Manager. Diese können während der Sperre weiterhin ausgetauscht werden. Auch Vertragsverlängerungen sind gültige Handlungen.

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