Dienstag, 30.12.2014

Klub darf in den kommenden Transferperioden keine Spieler verpflichten

CAS bestätigt Barca-Transferverbot

Messi, Neymar, Suárez - die Liste der Superstars wird beim FC Barcelona vorerst nicht verlängert: Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat am Dienstag die drastische Transfersperre gegen den spanischen Spitzenklub bestätigt. Die Katalanen dürfen erst ab dem 1. Januar 2016 wieder neue Spieler verpflichten, bis dahin kann Barca lediglich Verträge verlängern und ausgeliehene Spieler zurückholen.

Teure Neuzugänge wie Neymar wird es in Barcelona vorerst nicht geben
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Teure Neuzugänge wie Neymar wird es in Barcelona vorerst nicht geben

Der Fußball-Weltverband FIFA hatte den Klub Anfang April wegen mehrerer Verstöße bei der Verpflichtung Minderjähriger aus dem Ausland verurteilt. Zudem muss Barcelona eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 375.000 Euro zahlen. Der spanische Verband RFEF muss zudem 410.000 Euro zahlen und innerhalb eines Jahres sein Regelwerk an das bestehende internationale System anpassen."Die Kammer hat festgestellt, dass der FC Barcelona die Regeln zum Schutz Minderjähriger gebrochen hat", teilte der CAS mit: "Das Urteil der FIFA wird in seiner Gesamtheit bestätigt. Die Sanktionen bleiben in Kraft."

Barca zeigte sich in einer ersten Stellungnahme äußerst enttäuscht. "Bei allem Respekt vor den zuständigen Stellen, aber wir sind mit dem Urteil in keiner Weise einverstanden", teilte der Verein mit: "Die Sanktionen sind völlig unverhältnismäßig." Jegliche Fehler, die der Klub "möglicherweise" gemacht habe, seien administrativer Natur gewesen und würden größtenteils aus Konflikten zwischen FIFA-Regularien und spanischen Vorschriften resultieren. Der Klub überprüfe nun weitere juristische Schritte, unter anderem auch eine Berufung vor dem Schweizer Bundesgericht.

"Mit dieser Entscheidung hat sich der CAS klar und stark hinter das Bemühen der FIFA gestellt, minderjährige Spieler zu beschützen", teilte die FIFA in einer Stellungnahme mit. Die stetige Entwicklung eines Spielers sei wichtiger als rein sportliche Interessen.

Aufschiebende Wirkung nach Einspruch

Gegen die FIFA-Strafe vom April hatte der Klub noch mit seinem Einspruch vor der Berufungskommission des Verbandes aufschiebende Wirkung erzielt und konnte überhaupt nur deshalb im Sommer unter anderem Torhüter Marc-André ter Stegen von Borussia Mönchengladbach und den uruguayischen Starstürmer Suárez für geschätzte 90 Millionen Euro vom FC Liverpool verpflichten. Nachdem die FIFA den Einspruch abgelehnt hatte, zog Barca vor den CAS. Insgesamt soll Barcelona seit der Verkündung der Strafe 150 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben haben.

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Den Sanktionen gegen Barca waren Ermittlungen des Transfer Matching Systems (TMS) und der Disziplinarkommission vorausgegangen, die zwischen 2009 und 2013 insgesamt zehn Verstöße ergeben hatten. Die FIFA berief sich auf Artikel 19 des Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern. Demnach darf ein Spieler nur international transferiert werden, wenn er mindestens 18 Jahre alt ist. Der Artikel sieht nur drei Ausnahmen vor, die allerdings erst nach Prüfung bewilligt werden können.

Sanktionen weitläufig begrüßt

Kenner der Szene hatten die Sanktionen schon im April eindeutig begrüßt. "Es ist schon lange offensichtlich, dass mit den FIFA-Regularien in Spanien, aber auch in anderen Ländern, viel sorgloser umgegangen wird", hatte Bernhard Peters, damals Direktor Sport und Nachwuchsförderung beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim und jetziger Direktor Sport beim Hamburger SV, erklärt.

In den Bundesligen würden dagegen DFB und DFL sehr genau darauf, dass die FIFA-Regeln eingehalten werden. Jugendliche im Alter ab 16 Jahren dürfen demnach "innerhalb der EU wechseln, wenn die schulische und soziale Unterstützung gewährleistet wird", sagte Peters: "Aus dem Nicht-EU-Ausland sind diese Wechsel grundsätzlich nicht erlaubt."

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