Ex-Bayern-Trainer meldet sich zu Wort

Heynckes: Keiner besser als Kroos

Von Adrian Franke
Montag, 01.12.2014 | 09:51 Uhr
Jupp Heynckes kennt Toni Kroos schon aus der gemeinsamen Zeit in Leverkusen
© getty
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Seit seinem Wechsel vom FC Bayern zu Real Madrid im Sommer dominiert Toni Kroos das Spiel der Königlichen, jetzt meldete sich auch Ex-Bayern-Trainer Jupp Heynckes zu Wort. Kroos sei aktuell der beste Mittelfeldspieler der Welt und habe sich in Madrid sogar nochmals gesteigert, wenngleich Heynckes ihm ursprünglich zu einem Verbleib in München geraten hatte.

"Weil ich die Spiele verfolge, kann ich mir ein Urteil erlauben: Im Moment gibt es auf dieser Position keinen besseren Spieler auf der Welt. Toni spielt aus dem defensiven Mittelfeld genial", betonte Heynckes im "Kicker" und fügte hinzu: "Toni Kroos behauptet den Ball selbst in ärgster Bedrängnis und verarbeitet ihn. Er hat Übersicht, Ruhe am Ball und wird nie nervös. Er lässt sich von nichts und niemandem beeindrucken."

Darüber hinaus müsse auch Kroos' Start bei den Königlichen beachtet werden: "Es ist sicher keine Selbstverständlichkeit, bei Real sofort in diesem Maße integriert zu werden, auf ganz hohem Niveau so exzellent Fußball zu spielen und vor allem die gesamte spanische Fußball-Öffentlichkeit und die Medien so zu begeistern, wie es Toni bisher tut."

Immerhin werde Kroos nicht nur als Stratege, "sondern als das Hirn der Mannschaft bezeichnet, er ist ein wahnsinnig intelligenter Spieler. Selten habe ich einen Fußballer mit einer solchen Passgenauigkeit erlebt, mit dieser Präzision in seinem Spiel."

Henyckes: "Er hat den Fußball intus"

Dass der 24-Jährige in Madrid konstant noch etwas defensiver agiere, komme ihm dabei sogar zugute. "Ja, er hat eine Übersicht und eine intuitive Begabung, sich zu verschieben und sich in die richtigen Räume zu begeben. Er hat den Fußball intus, sich außerdem im Zweikampfverhalten verbessert. Da hat sich ein hochtalentierter Spieler logisch weiterentwickelt", schwärmte Heynckes.

Dennoch, so der Ex-Bayern-Trainer, hätte er es lieber gesehen, Kroos "wäre bei Bayern geblieben. Ich hatte ihm dazu geraten. Während der WM bei einem Telefonat sagte er mir aber, dass der Wechsel perfekt war. Für ihn persönlich ist es ein weiterer Schritt, der passt. Was dort nun zu tun ist, weiß er selbst. Ich habe ihm gesagt, wenn du Weltmeister bist, Junge, brauchst du keine Ratschläge."

Lediglich zum schnellstmöglichen Erlernen der Sprache habe er Kroos geraten, darüber hinaus tue jeder Auslandsaufenthalt einem Menschen gut. "Die Prüfung für Toni besteht darin, Topleistungen nicht nur über eine Saison, sondern über viele Jahre zu bringen", so Heynckes weiter: "Das ist das Los eines Topspielers in einem ganz großen Verein. Dann kann man davon reden, dass er eine ganze Epoche mitgeprägt hat."

Toni Kroos im Steckbrief

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