Ter Stegen sieht Messi nur von hinten

SID
Dienstag, 20.05.2014 | 12:43 Uhr
Marc-Andre ter Stegen segelt demnächst durch katalanische Strafräume
© getty
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Der Traum vom FC Barcelona geht für Marc-André ter Stegen in Erfüllung. Dass er bei den Katalanen Stammtorhüter wird, ist aber nicht sicher.

Bei Lionel Messi hat sich Marc-André ter Stegen bereits vor fast zwei Jahren angemeldet. Am 15. August 2012 stand der deutsche Nationaltorhüter dem Weltfußballer im Länderspiel in Frankfurt/Main Auge in Auge gegenüber, ter Stegen ging wie in Zeitlupe rückwärts in sein Tor - und hielt den Ball nach einem ziemlich schwach geschossenen Elfmeter des Argentiniers sogar fest.

Wenn Lionel Messi demnächst antritt, will Marc-André ter Stegen allerdings nicht elf, sondern etwa 90 Meter entfernt stehen - im Tor des FC Barcelona.

Eine gewisse Ehrfurcht vor den Superstars der Katalanen war ter Stegen nach der Bekanntgabe seines Wechsels anzumerken. "Ich möchte etwas Neues kennenlernen", schrieb er am Montagabend auf seiner Facebookseite recht schüchtern, "und ich freue mich auf die Herausforderung."

Dabei dokumentierte er, dass er bereits die ersten Spanisch-Vokabeln gelernt hat - er beendete seinen Eintrag mit: "Hasta luego. Saludos."

"Komisches Gefühl" beim Abschied

Wahrscheinlich könnte er auch mit dem besten Fußballer der vergangenen zehn Jahre zumindest Höflichkeiten austauschen; schließlich hatte er genug Zeit, schon mal ins Wörterbuch zu schauen.

Fast ein halbes Jahr lang zog sich der Transfer, bis ter Stegen am Montag endlich verkünden durfte, was ohnehin jeder längst zu wissen glaubte: "Nach einer schönen Zeit in Mönchengladbach werde ich nun zum FC Barcelona wechseln."

Das "komische Gefühl", das ihn beim Verlassen seiner Jugendliebe Borussia Mönchengladbach nach 18 Jahren beschlichen hat, könnte auch der Ungewissheit geschuldet sein. Seit er mit Barça, einem "ganz besonderen" Verein (ter Stegen), wohl bereits im Januar grundsätzliche Einigung erzielte, hat sich einiges verändert.

Kein Glück im DFB-Team

Auf der USA-Reise der Nationalmannschaft leistete sich der 22-Jährige ein Slapstick-Gegentor und wurde zum Gespött der Leute, bei Bundestrainer Joachim Löw ist er seitdem allenfalls als Notnagel gefragt - wie zuletzt beim fragwürdigen 0:0 gegen Polen.

Zudem verlässt Trainer Gerardo Martino den FC Barcelona, über die Einstellung des seit Montag feststehenden Nachfolgers Luis Enrique (44) zu einem hochveranlagten deutschen Torhüter ohne große internationale Erfahrung kann nur gerätselt werden.

Immerhin: Sportdirektor Andoni Zubizarreta (52), einst spanischer Nationaltorhüter, gilt als starker Fürsprecher. Victor Valdes und José Manuel Pinto verlassen Barcelona ebenfalls, ter Stegen bekommt zunächst also nur Konkurrenz aus der zweiten Mannschaft oder der Jugend-Akademie - wenn Enrique ihm vertraut.

Zweiter deutscher Keeper in Barcelona

Bei Barca, das vor einem Umbruch steht, ist ter Stegen der zweite deutsche Torhüter nach dem 2009 verstorbenen Robert Enke. Dessen sportliches Beispiel könnte dem dritten deutschen Spieler im Verein nach dem Zweiten Weltkrieg (zudem: Bernd Schuster) eine Warnung sein.

Enke kam ebenfalls von Gladbach über den Umweg Benfica Lissabon zu den Katalanen, für die er ein einziges Spiel absolvierte - dann wurde er in die Türkei und anschließend an CD Teneriffa verliehen.

Ter Stegen bringt die nötige Klasse und Konstanz mit, sich durchzusetzen: Seit seinem Bundesliga-Debüt im April 2011, gleich einem 5:1 gegen den Erzrivalen 1. FC Köln, hat er 108 Bundesliga-Spiele in Serie absolviert.

Marc-Andre ter Stegen im Steckbrief

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