Donnerstag, 24.10.2013

Verteidiger kritisiert reißerische Berichterstattung

Pique: "Wir sind Sklaven unseres Stils"

Vor dem Clasico gegen Real Madrid am Samstag hat Barcelonas Verteidiger Pique über die Rivalität des FC Barcelona mit den Königlichen gesprochen. Außerdem erklärte er, wie das Duell die spanische Nationalmannschaft vor zwei Jahren an den Rand eines Zerwürfnisses gebracht hat und was die Stärke von Real-Star Cristiano Ronaldo ausmacht.

Gerard Pique (l.) gibt den Medien eine Mitschuld an der giftigen Clasico-Atmosphäre
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Gerard Pique (l.) gibt den Medien eine Mitschuld an der giftigen Clasico-Atmosphäre

"Wir sind Sklaven unseres Stils, aber wir leiden, wenn wir für einen Klub spielen, der nicht so gern den Ball hat. Die Real-Spieler sind eher Individualisten, sie passen sich dadurch schneller an. In den Topligen spielen viel mehr bei Real ausgebildete Spieler als von Barcelona", fasste Pique im Interview mit "World Soccer" die Unterschiede zwischen den beiden rivalisierenden spanischen Spitzenklubs zusammen.

Der 26-Jährige strich besonders die gegensätzlichen Philosophien der beiden Vereine heraus: "Unser Jugendsystem hat eine einmalige Generation an Spielern hervorgebracht. Iniesta, Messi, Xavi, Victor Valdes, Puyol oder Pedro kosteten keinen Cent Ablöse. Real hat eine Saison ohne Titel und gibt dann 160 Millionen Euro für Illarramendi, Isco und Bale aus."

Kritik an reißerischer Berichterstattung

Der Ur-Katalane kritisierte die Art und Weise, wie in den Tagen vor dem Clasico in den spanischen Medien über das Spiel gesprochen wird: "Es ist schwer, sich nicht beeinflussen zu lassen von dem Hype. Oft geht es nur darum, wer wen hasst und wer wen umtreten wird."

Als Profi sehe er die Rivalität zwar nicht mehr so eng wie noch als Jugendlicher, doch er räumte ein, dass diese Berichterstattung durchaus auch auf die Spieler abfärben könne: "Am Ende beginnt man selbst zu glauben: 'Diese Jungs aus Madrid sind doch alles Bastarde'."

Seleccion nach Clasicos 2011 vor der Zerreißprobe

Eigentlich wünscht sich Pique eine Rückkehr zur "kraftvollen Rivalität", die "über weite Strecken der Historie auch eine gesunde Rivalität" gewesen sei. Er spielte damit auf die vier Clasicos binnen 18 Tagen im Jahr 2011 an, die von großer Härte auf und neben dem Platz geprägt wären.

FC Barcelona: Der Spielaufbau
Bei Ballbesitz wechselt Barca ins 2-5-3. Busquets, Adriano und Alves reihen sich zu Iniesta und Xavi ein. Auffällig: die weiten Abstände zwischen den Stürmern
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Bei Ballbesitz wechselt Barca ins 2-5-3. Busquets, Adriano und Alves reihen sich zu Iniesta und Xavi ein. Auffällig: die weiten Abstände zwischen den Stürmern
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Die Außenverteidiger Adriano und Alves (Kreise) rücken unter Martino nicht so weit auf, sondern bauen das Spiel von hinten mit auf
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Die Außenverteidiger Adriano und Alves (Kreise) rücken unter Martino nicht so weit auf, sondern bauen das Spiel von hinten mit auf
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Statt den rechten Flügel zu beackern, beteiligt sich Alves mehr am Aufbauspiel und bildet ein Dreieck mit Iniesta und Xavi
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Statt den rechten Flügel zu beackern, beteiligt sich Alves mehr am Aufbauspiel und bildet ein Dreieck mit Iniesta und Xavi
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Ein typisches Verhalten von Lionel Messi (Kreis) in Barcas Aufbauspiel: Er entfernt sich trabend von der gegnerischen Viererkette
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Ein typisches Verhalten von Lionel Messi (Kreis) in Barcas Aufbauspiel: Er entfernt sich trabend von der gegnerischen Viererkette
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Messi schleicht durch den Mittelkreis, nähert sich dem Ball und schafft gleichzeitig genügend Platz um sich herum für ein Tempodribbling
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Messi schleicht durch den Mittelkreis, nähert sich dem Ball und schafft gleichzeitig genügend Platz um sich herum für ein Tempodribbling
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Probleme im Spielaufbau bekommt Barca, wenn der Gegner früh attackiert und dabei mögliche Anspielstationen rechtzeitig anläuft oder gar Manndeckung spielt
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Probleme im Spielaufbau bekommt Barca, wenn der Gegner früh attackiert und dabei mögliche Anspielstationen rechtzeitig anläuft oder gar Manndeckung spielt
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Fünf Rayo-Spieler sind nah am Mann und verhindern so einen vernünftigen Aufbau aus der Viererkette
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Fünf Rayo-Spieler sind nah am Mann und verhindern so einen vernünftigen Aufbau aus der Viererkette
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Perfektes Zustellen von Rayo. Auch Barcas Rechtsverteidiger wird gestellt, dem Ball führenden Pique bleibt nur der lange Ball
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Perfektes Zustellen von Rayo. Auch Barcas Rechtsverteidiger wird gestellt, dem Ball führenden Pique bleibt nur der lange Ball
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Pique erklärte, dass diese Spiele auch die spanische Nationalmannschaft an den Rand eines Zerwürfnisses gebracht haben: "Zum Glück haben wir uns danach ausgesprochen. Wir haben erkannt, dass diese Unterschiede nicht wichtiger sind als das, was wir gemeinsam haben. Nämlich Teil der Nationalelf Spaniens zu sein." Mittlerweile sei die Stimmung in der Seleccion "gut", auch wenn "nicht alle Freunde" seien.

Ronaldo ein Produkt von harter Arbeit

Für Real-Torjäger Cristiano Ronaldo, mit dem er von 2004 bis 2008 bei Manchester United zusammengespielt hat, hegt Pique trotz aller Rivalität eine gewisse Verehrung: "Ich habe ihn immer bewundert, weil er ein Arbeiter ist, eine Maschine. Er gibt sich nie zufrieden, sondern versucht ständig, besser zu werden."

Für den besten Fußballer der Welt hält der 26-Jährige den zwei Jahre älteren Portugiesen aber dennoch nicht: "Ronaldo ist unter den Top zwei oder drei. Ich glaube, neben seiner vielen Arbeit hat ihn vor allem die Rivalität mit Leo Messi noch besser gemacht."

Gerard Pique im Steckbrief

Marco Heibel

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