Spanischer Supercup, Hinspiel: FC Barcelona - Real Madrid

Gigantenduell: So will Barca zurückschlagen

Von Andreas Lehner
Donnerstag, 23.08.2012 | 12:35 Uhr
Alexandre Song (l.) und Jordi Alba (r.) sind die zwei Neuzugänge des FC Barcelona
© Getty
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Der FC Barcelona musste in der vergangenen Saison in der Meisterschaft Real Madrid den Vortritt lassen. Mit einem neuen Trainer, gezielten Transfers und zwei Rückkehrern wollen die Routiniers zurück an die Spitze. Die erste Etappe: das Supercup-Hinspiel gegen den Erzrivalen (22.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Vor vier Monaten machte Real Madrid sein Meisterstück. Zum ersten Mal unter Jose Mourinho gewannen die Königlichen im Camp Nou. Nach Toren von Sami Khedira und Cristiano Ronaldo für Madrid und Alexis Sanchez für Barca stand es 2:1.

Es war aber nicht nur das Ergebnis, das für Real sprach, sondern auch die Art und Weise, wie es das Spiel gestaltete. Es war der vorläufige Gipfel einer Entwicklung, die Mourinho in Madrid kompromisslos vorantrieb und die seinen Ausgangspunkt beim aus Madrid-Sicht desaströsen 0:5 in Barcelona im November 2010 fand.

Real Madrid hat die Lücke zum FC Barcelona, die zwischenzeitlich auf beachtliche Dimensionen angewachsen war, geschlossen. Beide Teams bewegen sich wieder auf Augenhöhe, durch die Meisterschaft 2012 hat Real sogar die dreijährige Dominanz Barcas in Spaniens Meisterschaft durchbrochen.

Damit Barca nicht erneut dem Erzrivalen den Vortritt lassen muss, sind drei Faktoren von entscheidender Bedeutung.

Der neue Einfluss von Tito Vilanova

Seit einem Jahr ist Tito Vilanova berühmt. Beim Supercup-Rückspiel in Barcelona drückte Real-Trainer Jose Mourinho dem damaligen Assistenten von Pep Guardiola nach einer Rudelbildung am Spielfeldrand den Finger ins Auge. Dadurch wurde Vilanova, der vorher im Schatten seines Chefs stand, auch der breiten Öffentlichkeit ein Begriff.

Nach Guardiolas Rücktritt ist Vilanova etwas überraschend zum Cheftrainer befördert worden. Wer glaubte, das würde die Differenzen mit Mourinho vergrößern, sah sich getäuscht, Vilanova hat die Szene abgehakt. "Die Bilder werden bleiben, und das ist die schlimmste Strafe", sagt Vilanova. Mourinho hat sich vor kurzem für seinen Aussetzer entschuldigt. Das Verhältnis beider Trainer dürfte weniger belastet sein als das zwischen Guardiola und Mourinho.

Der ehemalige Schattenmann Vilanova steht aber auch deshalb im Blickpunkt, weil er das Erbe des erfolgreichsten Barca-Trainers der Geschichte angetreten hat. Sein Vorteil: Er weiß, wie sein Vorgänger gearbeitet hat und er weiß, dass er nur wenig an der Spielweise verändern muss.

"Die Philosophie bleibt die gleiche. Nur derjenige, der uns die Informationen vermittelt, ist nun ein anderer", sagte Rechtsverteidiger Dani Alves nach dem überzeugenden 5:1 am Wochenende gegen Real Sociedad. Ein erstes Zeichen, dass die Mannschaft den neuen Mann akzeptiert hat und seinen Anweisungen folgt.

Doch Vilanova muss seinen eigenen Weg finden, allein das Erbe Guardiolas zu verwalten wird nicht reichen, um Real Madrid den Meistertitel streitig zu machen. Und so hat Vilanova das Defensivverhalten als Ansatzpunkt ausgemacht. "Für meinen Geschmack haben wir in der letzten Saison zu viele Gegentore kassiert und nach dem Ballverlust insgesamt nicht so gut nach hinten gearbeitet." Das Auftaktspiel bestätigte ihn in dieser Ansicht. Das harmlose Sociedad kam durch relative simple Angriffe zu einigen guten Möglichkeiten.

In Vilanovas System könnte auch Cesc Fabregas eine neue Rolle zukommen. Der spanische Nationalspieler gab unlängst zu, unter Guardiola "nie richtig mit dem System" klargekommen zu sein. Gegen Ende der Saison saß er oft auf der Bank und wirkte bei seinen Einsätzen verzagt. Er habe zu sehr versucht, wie Xavi oder Iniesta zu spielen, aber "ich bin ich und ich brauche mehr Freiheit, um mehr am Spiel teilzunehmen."

Faktor 2: Die gezielten Transfers von Jordi Alba und Alex Song

Faktor 3: Die Fitness von Carles Puyol und David Villa

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