Sonntag, 18.04.2010

Primera Division, 33. Spieltag

Real verwandelt die Vorlage aus Barcelona

Vor einer Woche war alles schon vorbei - jetzt sind die Hoffnungen bei Real Madrid wieder gestiegen. Nach dem Patzer des FC Barcelona im Derby bei Espanyol hat Real Madrid gegen den FC Valencia einen ungefährdeten 2:0-Sieg eingefahren und seine Chancen im Titelkampf wieder etwas vergrößert.

Die Helden von Madrid: Higuain und Ronaldo besorgten die Real-Tore gegen Valencia
© Getty
Die Helden von Madrid: Higuain und Ronaldo besorgten die Real-Tore gegen Valencia

Real Madrid - FC Valencia 2:0

Gonzalo Higuain (25.) und Cristiano Ronaldo (77.) sorgten im Duell des Zweiten gegen den Dritten für einen nie gefährdeten Sieg Real Madrids. Trainer Manuel Pellegrini vertraute gegen Valencia der Elf, die schon am Donnerstag bei UD Almeira 2:1 gewann.

Primera Division, Real Madrid, FC Valencia, Cristiano Ronaldo

Besonders in der ersten Hälfte erspielte sich der Gastgeber einige Torchancen. Angetrieben von einem starken Cristiano Ronaldo überrollten die Königlichen die Gäste phasenweise. Bei Valencia kam die namhafte Offensivabteilung mit Spielern wie Silva oder David Villa über 90 Minuten nicht zur Geltung. Die Gäste erspielten sich genau eine einzige Torchance.

Real erhöht seine Punktzahl auf 83 und bleibt Barcelona (84) auf den Fersen. Valencia ist mit 59 Punkten weiter Dritter.

Star des Spiels: Guti will zum Saisonende Real Madrid eventuell verlassen. Gegen Valencia bewies der Mittelfeldspieler, was die Königlichen an ihm haben. Der Routinier entzückte nicht nur die Zuschauer, sondern auch seine Mitspieler mit einigen genialen Pässen aus der Tiefe. Seine Vorarbeit vor dem 1:0 für Gonzalo Higuain war ein perfektes Beispiel für seine starke Vorstellung im Mittelfeld der Madrilenen. Auch in der Defensive lief Guti einige Bälle ab. Die gefürchtete Valencia-Offensive fand kaum Platz zur Entfaltung.

Gurke des Spiels: Bruno konnte einem fast schon Leid tun. Ständig bekam es der rechte Verteidiger des FC Valencia mit einem anderen Gegenspieler zutun. Rafael van der Vaart, Cristiano Ronaldo und Gonzalo Higuain spielten den 29-Jährigen phasenweise schwindelig. Das 0:1 verschuldete der gebürtige Katalane mit seinem Ballverlust gegen Guti - nur eine seiner vielen Unsicherheiten im Bernabeu-Stadion.

Lehren des Spiels: Real Madrid hat die Niederlage im Clasico gut verarbeitet. Die Mannschaft, die gegen Barcelona Kampf und Spiellaune vermissen ließ, war gegen Valencia über 90 Minuten Herr der Lage und hätte durchaus höher gewinnen können.

Im Vergleich zum Barcelona-Spiel machte Trainer Manuel Pellegrini diesmal vieles richtig: Die Hereinnahme von Guti im zentralen Mittelfeld war ein wichtiger Schachzug, der Real auch schon vor einer Woche gut getan hätte. Guti baute gegen Valencia das Spiel schon in der eigenen Hälfte auf, setzte Rafael van der Vaart, Cristiano Ronaldo und Gonzalo Higuain immer wieder in Szene.

Genau so eine Figur fehlte Real über weite Strecken gegen Barcelona. Und auch Marcelos Rückkehr auf die Position des linken Verteidigers wirkte sich positiv aus. Der Brasilianer fühlt sich in dieser Rolle wohler als auf der Halbposition im Mittelfeld, die er zuletzt einnehmen musste.

Der FC Valencia dagegen schien sich früh mit seinem Schicksal abgefunden zu haben. Phasenweise gab es überhaupt keine Gegenwehr, so dass sich die Real-Offensive über weite Strecken um den Strafraum der Gäste austoben konnten.

Weder Silva noch Mata oder Pablo, der völlig zu Recht zur Pause in der Kabine blieb, konnten für Entlastung sorgen. David Villa tauchte als einzige Spitze folgerichtig völlig ab.

Der Spielfilm: Die 90 Minuten zum Nachlesen!

Espanyol Barcelona - FC Barcelona 0:0

Und wieder einmal ist es das kleine Espanyol, das den großen FC Barcelona ärgert. Wie so oft in den letzten Jahren stockte der Barca-Motor ausgerechnet im Derby gegen Espanyol. Barca kam mit dem Rückenwind vom 2:0-Sieg im Clasico bei Real Madrid ins neue Estadi Cornella-El Prat - vom Selbstbewusstsein war aber nur wenig zu sehen.

Espanyol verteidigte leidenschaftlich und geschickt und war seit dem 17. Oktober 2009 die erste Mannschaft überhaupt, die gegen Barca kein Gegentor kassierte.

"Die Meisterschaft geht jetzt in den Schlussspurt. Die Spieler spüren mehr Druck, weil jeder weiß, um was es geht", sagte Präsident Joan Laporta. Er wollte den ersten Punktverlust nach zuvor sieben Siegen aber nicht überbewerten: "Der Zähler ist für uns Gold wert, weil wir lange Zeit in Unterzahl gespielt haben."

Barca-Coach Pep Guardiola überraschte mit einer leicht defensiveren Aufstellung: In Abwesenheit von Andres Iniesta stellte er Maxwell auf den linken Flügel - und ließ die gelernten Stürmer Thierry Henry, Bojan Krkic und Zlatan Ibrahimovic nur auf der Bank.

Lionel Messi rieb sich als einzige echte Spitze auf und blieb nach seinen Gala-Auftritten zuletzt diesmal glücklos. Zu allem Überfluss sah Dani Alves nach gut einer Stunde auch noch die Gelb-Rote Karte und fehlt damit nächste Woche gegen Deportivo Xerez.

Real vs. Barca: der Clasico im Video

SPOX

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