Ruud Kaiser im Interview

"Ein super Spieler für Bayern München"

Von Interview: Kevin Bublitz/Mark Heinemann
Montag, 11.05.2009 | 20:43 Uhr
Ein seltenes Bild: Rafael van der Vaart jubelt zusammen mit Raul im Trikot von Real Madrid
© Getty
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Exklusiv Ruud Kaiser, der Trainer von Dynamo Dresden, war lange Zeit in der Nachwuchsarbeit des holländischen Verbandes tätig und trainierte dort Stars wie Robin van Persie, Arjen Robben oder Rafael van der Vaart. Von dessen Fähigkeiten ist er absolut überzeugt und legt ihm im Interview mit SPOX einen Wechsel nahe - zu den Bayern.

SPOX: Herr Kaiser, was für ein Typ Fußballer ist Rafael van der Vaart?

Ruud Kaiser: Rafael ist sehr stark am Ball. Ich denke, dass er am besten hinter den Spitzen aufgehoben ist. Wenn er mit all seiner Beweglichkeit und seiner Cleverness einmal in den 16er eindringt, resultieren 80 Prozent seiner Schüsse und Vorlagen in einem Torerfolg. Genauso verhält es sich bei Freistößen oder Eins-gegen-Eins-Situationen gegen den Torwart. Wenn man ihn richtig einsetzt, hat er eine top Quote und ist nur sehr schwer aufzuhalten. Ich habe ihn damals von der U17 zur U18 geschickt, weil er einfach schon zu gut für seine Altersklasse war.

SPOX: Und wie würden Sie ihn charakterisieren?

Kaiser: Er war als junger Kerl, mit 16 oder 17 Jahren, schon sehr erwachsen. Dadurch war er immer ein Stück weiter als andere Talente. Er lebt Fußball, und er tut alles dafür, um so gut wie möglich zu trainieren und Fußball zu spielen. Mal abgesehen von seinem riesigen Talent, das ihn sowieso schon von vielen anderen Fußballern unterscheidet, ist er sehr, sehr ehrgeizig.

SPOX: Dann wird Van der Vaart seine momentane Lage in Madrid sicher extrem frustrieren.

Kaiser: Situationen wie jetzt, in denen er nicht spielt, tun ihm richtig weh. Das weiß ich. Nach außen hin bleibt er bisher sehr ruhig, er hat ja im letzten Sommer auch einen langfristigen Vertrag unterschrieben. Aber wie ich ihn kenne, brodelt es in ihm, weil er den Ehrgeiz hat, jedes Spiel auch zu spielen. Das ist das erste Mal in seinem Leben, das Rafael nicht spielt. Das kennt er nicht.

SPOX: Sehen Sie das jetzt als Bewährungsprobe für ihn? Kann das Van der Vaart noch stärker machen, oder wie schätzen Sie die Lage ein?

Kaiser: Nein, stärker machen glaube ich nicht. Er ist stark genug. Oder sagen wir es so: Ich denke nicht, dass er auf diese Art und Weise stärker werden muss. Er ist ein exzellenter Fußballspieler. Wenn er jede Woche spielt, dann macht ihn das doch logischerweise stärker, als wenn er auf der Bank sitzt. Aber Real kauft und kauft, und hat dadurch so viele gute Spieler. Und dann hat der Trainer die Qual der Wahl.

SPOX: Und die fiel offensichtlich nicht auf Van der Vaart...

Kaiser: ...ja, obwohl die Resultate von Real Madrid ja nun auch nicht so gut sind.

SPOX: Sie hätten ihn also längst aufgestellt?

Kaiser: Bei mir würde er immer spielen. Aber man hat natürlich auch noch Spieler wie Wesley Sneijder.

SPOX: Beide favorisieren dieselbe Position.

Kaiser: Genau. Reals Problem ist, dass sie zu viele Spieler gekauft haben, die auf derselben Position spielen. Wesley ist wie Rafael beidfüßig und spielt auch am besten hinter den Spitzen. Er ist auch so ein Typ, der immer und überall Tore machen oder einen tollen Pass spielen kann. Da sind die Typen einfach zu ähnlich.

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SPOX: Mal abgesehen von der Fülle an Topspielern: Wieso hat sich Van der Vaart in Madrid nicht durchgesetzt?

Kaiser: Es klappt in erster Linie nicht, weil der Trainer sich gegen ihn entscheidet, so banal das auch klingt. Doch die Hauptursache liegt meiner Meinung nach eben genau in dieser Fülle an guten Spielern. Das ist der klassische Fehler vieler Topmannschaften. Wenn ich einen Sneijder kaufe, dann hole ich mir danach nicht auch noch einen Van der Vaart. Vor allem nicht, wenn ich mit Guti noch einen Hochkaräter in der Hinterhand habe.

SPOX: Aber braucht man diesen großen Kader nicht, um international konkurrenzfähig zu sein?

Kaiser: Natürlich muss man einen großen Kader haben, das verstehe ich auch. Aber wenn ein Spieler wie Van der Vaart gar nicht spielt, ist das doch schlimm. Es ist jammerschade, wenn ein Spieler mit seinen Qualitäten auf der Bank sitzt. Das ist schrecklich, aber er ist nicht der Einzige, dem es so ergeht.

SPOX: Was würden Sie ihm in seiner Situation raten?

Kaiser: Wenn er nicht weggehen kann, muss er sich durchbeißen. Das traue ich ihm auch zu. Aber wenn Sie mich fragen, ist das ein super Spieler für Bayern München.

SPOX: Wieso sehen Sie Van der Vaart beim deutschen Rekordmeister?

Kaiser: Wenn er einen Van Bommel hinter sich hat, kann Rafael hinter den Spitzen frei aufspielen. Er könnte Freiräume schaffen und viele Tore machen. Also wenn er die Chance zu diesem Wechsel hat, soll er sie auf jeden Fall nutzen. Denn es bringt einfach nichts, wenn er einer von mindestens zwanzig super Spielern ist, wovon nur elf spielen und er gehört nicht dazu. Ramos hat sich doch schon gegen ihn entschieden.

SPOX: Würde er Ihrer Meinung nach auch charakterlich nach München passen?

Kaiser: Ja, weil er sich in einem turbulenten Umfeld, wie es in Madrid der Fall ist, hoch professionell verhält. Auf gut Deutsch hat er bislang noch keinen Scheiß in der Presse veranstaltet. Das hatte ich so nicht erwartet, weil er eben sehr ehrgeizig ist.

SPOX: Es hätte Sie also nicht überrascht, wenn er die Medien als Sprachrohr genutzt hätte?

Kaiser: Sie dürfen mich nicht falsch verstehen. Er ist immer ein netter Kerl gewesen, so ist es nicht. Aber da hat er auch immer gespielt. Deswegen hatte ich erwartet, dass er nach zwei oder drei Monaten unruhig wird, und seine Situation so nicht akzeptiert. Doch es ist das Gegenteil eingetreten. Er hat ja sogar gesagt, dass es nicht so problematisch ist und er geduldig weiter an sich arbeitet.

SPOX: Glauben Sie ihm das?

Kaiser (lacht): Das glaube ich ihm nicht. In ihm lodert ein Feuer. Er ist so ein Fußballliebhaber. Aber er hat sich sehr diplomatisch verhalten - Respket! Genau das macht mich so sicher, dass er nach München passt.

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