Sonntag, 01.06.2008

Carboni stärkt Keeper den Rücken

"Hildebrand ist die ärmste Sau"

München - Die vergangenen Wochen waren für Timo Hildebrand alles andere als spaßig. 

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© Getty

Zuerst musste der 29-Jährige die vollkommen unerwartete Ausbootung aus dem EM-Kader hinnehmen und jetzt geistern auch noch jede Woche neue Torhüternamen für den FC Valencia durch die Gazetten.

Italienische Medien hatten in den letzten Tagen von einem Interesse Valencias an Marco Amelia (AS Livorno) berichtet. Die spanischen Medien zählen Sevillas Andres Palop, Sergio Asenjo von Real Valladolid und den Peruaner Leao Butron zum Kandidatenkreis der Ches.

Valencia auf der Suche nach einer neuen Nummer 1?

Zumindest die drei Erstgenannten würden wohl kaum als Ersatzmänner für Hildebrand verpflichtet werden. Amelia ist hinter Gianluigi Buffon Italiens Nummer zwei, Palop Stammtorhüter beim FC Sevilla und Asenjo gilt als größtes spanisches Torwart-Talent.

Zudem flirtete Valencias neuer Trainer Unai Emery bereits mit seinem ehemaligen Torwart Diego Alves (UD Almeria). Der ablösefreie Nationalkeeper Kameruns, Carlos Kameni (Espanyol Barcelona), steht auch schon länger auf Valencias Liste.

Die Vertragsauflösung von Hildebrands Erzrivalen Santiago Canizares hat ihm ebenfalls nicht geholfen, denn der 29-Jährige scheint nicht das Vertrauen der Vereinsführung zu genießen.

"Timo hat eine gute Saison gespielt"

Was soll Timo Hildebrand also tun? Oder wie es "The Clash" ausdrücken würde: Should i stay or should i go? Ein alter Weggefährte Hildebrands rät dem Ex-Stuttgarter zum Bleiben.

Valencias Ex-Sportdirektor Amadeo Carboni holte den Blondschopf im vergangenen Sommer nach Valencia und stärkt ihm im Gespräch mit SPOX.com den Rücken: "Timo haben sicherlich die ersten Wochen in Valencia mitgenommen, als er im Duell mit Canizares um die Nummer 1 stand. Er hat eine gute Saison gespielt, war aber die ärmste Sau im Team."

Kein Verständnis für Löws Entscheidung 

Aufgeben sollte Hildebrand laut Carboni aber deshalb noch lange nicht: "Nächste Saison muss er wieder voll angreifen und hoffen, dass wieder Ruhe in den Verein einkehrt. Die Qualitäten für eine tolle Saison hat er allemal."

Wiedergutmachung in der kommenden Saison hin oder her, der EM-Zug ist für Hildebrand bereits abgefahren.

Für Löws Entscheidung zeigt Carboni kein Verständnis: "Mich hat Hildebrands Ausbootung getroffen, da ihm nicht der gebührende Respekt entgegen gebracht wurde. Es ist nicht richtig einen Spieler immer einzuberufen und dann ohne Vorwarnung vor einem so wichtigen Turnier rauszuwerfen."

Hildebrand selbst gibt sich noch cool. "Ich werde nun noch härter an mir arbeiten, um weiterhin die Nummer 1 zu bleiben und so auch wieder in der Nationalelf angreifen zu können", sagte er der "Bild am Sonntag". 

Christian Bernhard

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