Vorschau: La Coruna - Real Madrid

Ein Jahr ohne Sex

Von Richard Rother
Freitag, 14.03.2008 | 16:37 Uhr
robinho, real madrid, deportivo la coruna
© Getty
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München - Manche Sätze sprechen sich bedeutend leichter als sie sich später in die Tat umsetzen lassen.

So ließ sich Deportivo La Corunas Julian de Guzman vor der Partie gegen Real Madrid (Sa., 20 Uhr im LIVE-TICKER) zu einer Aussage hinreißen, wie sie hierzulande Bastian Schweinsteiger vor der WM schon einmal geäußert hatte.

"Wenn ich es schaffe, gegen Madrid ein Tor zu machen, dann könnte ich ohne weiteres ein Jahr lang auf Sex verzichten", so der 1,69 Meter kleine Kanadier.

Das Riskante an diesem Gelübde ist, dass de Guzman selbst das Gefühl bereits kennt, gegen die Königlichen zu treffen. Im Oktober 2005 gelang dem Mittelfeldspieler genau dieses Kunststück - über das Jahr danach schwieg er sich gentlemanlike aus.

Verfluchtes Terrain

Überhaupt: Dass die Galizier im Stadion Municipal de Riazor gegen Real meistens Punkte holen, beweist ein Blick auf die Statistik: Letztmals glückte den Madrilenen vor 17 Jahren ein Dreier in La Coruna - die letzten vier Heimspiele gewann Deportivo mit einem Torverhältnis von 9:1.

Die Elf des deutschen Trainers Bernd Schuster reist also in den Norden, um dort auf scheinbar verfluchtem Terrain den Tabellenvorsprung vor dem FC Barcelona (acht Zähler) konstant zu halten - oder bestenfalls sogar auszubauen.

Verzichten muss Schuster allerdings auf Ruud van Nistelrooy, der nach wie vor an einer Knöchelverletzung laboriert. Die gute Nachricht aus Sicht der Königlichen ist, dass sowohl Arjen Robben als auch Fabio Cannavaro und Christoph Metzelder wieder im Aufgebot stehen.

Zieht man zudem die Heimspielbilanz Deportivos in dieser Saison in Betracht, dann haben die Königlichen in der Tat beste Chancen, den Bann endlich zu brechen. Denn La Coruna konnte daheim bisher nur vier von 13 Partien gewinnen - genauso viele wie der FC Valencia, der Letzte der Heimtabelle.

Heimdeppen gegen Auswärtsdeppen

Auch Valencia holt also die Punkte fast nur auswärts, hat aber ein Heimspiel vor der Brust: Die Mannschaft um Keeper Timo Hildebrand erwartet den FC Sevilla.

Die Andalusier um den aktuellen Top-Torschützen Luis Fabiano sind aber in etwa das Auswärtspendant zu Valencia.

Denn aus 13 Spielen in fremden Stadien hat Sevilla nur elf Punkte mitgenommen. Dennoch hat sich der UEFA-Cup-Sieger der letzten beiden Jahre auf Grund der Heimstärke wieder auf die internationalen Plätze vorgekämpft.

Währenddessen ist im Mestalla-Stadion zu Valencia weiterhin Rätselraten ob der Misserfolge angesagt.

In der Liga ist man auf Platz zehn abgerutscht, und jetzt gab es erneut personelle Konsequenzen: Präsident Juan Bautista Soler hat seinen Hut genommen und Agustin Morera einen Scherbenhaufen lassen.

Schwere Zeiten also für die Ches, denen die Fans - auch auf Grund des unbeliebten Trainers Ronald Koeman - scharenweise davonlaufen. Vielleicht folgen sie aber auch nur einer Studie, die die "El Mundo" während der WM veröffentlichte: 87 Prozent von 800 Befragten hätten demnach "lieber Sex, als sich ein Fußballspiel anzusehen - so spannend es auch sein möge."

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