Montag, 25.02.2008

Hohn und Spott für Real Madrid

Königliche Dorftrottel

 München - Samuel Eto'o hatte seinen Spaß. Drei Tore erzielte der Kameruner beim 5:1 seines FC Barcelona gegen Levante.

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© Imago

Nach seinem dritten Treffer luchste er einem Fotografen die Hightec-Kamera, fokussierte das Objektiv auf den breit grinsenden Bojan Krkic und drückte ein paar Mal auf den Auslöser. Kollektives Gelächter im Camp Nou über Eto'os Schenkelklopfer. 

Auch über die Spieler Madrid wurde am Sonntagabend gelacht. Allerdings aus purer Schadenfreude. Die Königlichen leisteten sich gegen den FC Getafe nicht nur die erste Heimniederlage seit 13 Monaten, sondern stellten sich beim Gegentor auch noch selten dämlich an.

Guti greift Mitspieler an

Nach dem vermeintlichen Führungstor von Arjen Robben versammelten sich ein Dutzend jubelnder Real-Spieler an der Eckfahne. Schiedsrichter Arturo Ibanez hatte dem Treffer allerdings wegen einer Abseitsposition die Anerkennung verweigert. Getafe nutzte Reals Schlafmützigkeit aus, fuhr einen astreinen Konter und schloss ihn durch Uche erfolgreich ab.

(Das kuriose Tor im Video

"Ihr königlichen Dorftrottel", spottete die Zeitung "AS". Und "Marca" stellte fest, dass "die Anfänger von Real Madrid" die Liga wieder spannend gemacht haben.

Reals Mittelfeldspieler Guti zweifelte an der Intelligenz und Cleverness seiner Mitspieler.
"Solche Fehler machen sonst nur vierjährige Kinder. Es ist absolut unverständlich, wie sich einige Spieler verhalten haben. Wir hatten die Partie im Griff und verlieren dann durch eine Dummheit", echauffierte sich Guti und nahm insbesondere die Verteidiger Cannavaro und Sergio Ramos ins Visier, die fleißig mitjubelten.

Schuster nimmt Mannschaft in Schutz 

Guti und Gabriel Heinze hatten noch versucht, die Situation zu bereinigen, waren aber gegen vier stürmenden Getafe-Spieler chancenlos.

Real-Coach Schuster wollte Gutis Äußerungen "besser nicht kommentieren" und nahm stattdessen seine Spieler in Schutz: "Ich bin lange dabei und habe so was noch nicht erlebt. Aber es stört mich gewaltig, wenn meine Spieler jetzt beleidigt und als Deppen hingestellt werden."

Schuster hat aber noch ganz andere Probleme. Vier der letzten fünf Pflichtspiele verlor seine Mannschaft, der Vorsprung auf den FC Barcelona ist bis auf zwei Punkte zusammengeschmolzen.

Forsche Töne aus Barcelona 

"Wir haben immer gewusst, dass sich die Meisterschaft nicht im Februar oder März entscheiden wird", sagte Torhüter Iker Casillas.

"Barcelona ist in Form gekommen und wir haben ein, zwei Mal zu oft verloren. So schnell geht es halt im Fußball. Wir sind aber noch Tabellenführer und werden es auch bis zum Saisonende bleiben", so Kapitän Raul.
Das sieht man in Barcelona freilich anders. "Real hat Muffensausen. Sie werden sicherlich noch weitere Fehler machen. Und dann werden wir da sein", kündigte Eto'o an. 

Thomas Gaber

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