Presse feiert Real nach Derby-Sieg

Die weiße Diktatur

SID
Montag, 21.01.2008 | 13:50 Uhr
Real, Madrid, Atletico
© Imago
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Madrid - Niemand scheint Real Madrid auf seinem Siegeszug zur spanischen Meisterschaft aufhalten zu können.

Im Lokalderby bei Atletico Madrid nahm das Team von Trainer Bernd Schuster die Hürde auf dem Weg zur Titelverteidigung mit einer Leichtigkeit, dass den Rivalen unheimlich wurde (hier geht's zu den Bildern des Derbys!). 

Den Königlichen reichte bei Atletico eine Halbzeit zu einem ungefährdeten 2:0-Sieg. Das Schuster-Team, erneut ohne den verletzten Christoph Metzelder, dominiert die spanische Liga so souverän, dass die Zeitung "El Mundo" - unter Anspielung auf Reals Trikotfarbe - von einer "weißen Diktatur" spricht.

Kapitän Raul (1. Minute) und Ruud van Nistelrooy (42.) nutzten vor der Pause zwei Fehler der Atletico- Abwehr zu Toren. "Reals Siegeszug ist so überwältigend, dass manche Rivalen sich lieber selbst richten, als sich von einer erbarmungslosen Dampfwalze zerdrücken zu lassen", schrieb das Blatt.

Todesstoß nach 32 Sekunden

Damit war Atléticos Verteidiger Pablo Ibanez gemeint, der unmittelbar nach dem Anpfiff sich von Robinho den Ball abluchsen ließ. Der Brasilianer spielte Raul an, der ungefährdet zum Führungstor einschießen konnte. "Damit war die Partie gelaufen", befand die Zeitung "El País". "Das Derby währte genau 32 Sekunden."

Der aus der Atletico-Jugend stammende Real-Kapitän räumte ein: "Wir hatten es uns schwerer vorgestellt." Atletico, seit acht Jahren ohne Sieg in den Derbys gegen den großen Nachbarn, benötigte eine halbe Stunde, um sich vom Schock des frühen Rückstands zu erholen.

Sergio Agüero und Diego Forlan spielten einige gute Chancen für die Rot-Weißen heraus, scheiterten aber an der Latte oder an Real-Torwart Iker Casillas. Ausgerechnet als Atletico dem Ausgleich nahe schien, gelang van Nistelrooy das entscheidende 2:0. Die zweite Halbzeit war im Grunde überflüssig.

Die Liga im Sack

Als die Real-Profis nach dem Abpfiff in ihre Kabine zogen, sangen sie jubelnd: "Ja, ja, wir haben die Liga im Sack." Schuster war vorsichtiger: "Es kann noch viel passieren. Die Rückrunde ist noch lang."

Der Titelrivale FC Barcelona gewann durch ein Tor durch Thierry Henry gegen Racing Santander 1:0 und liegt weiterhin sieben Zähler hinter Real. Die Madrilenen haben den Vorteil, dass sie die schweren Auswärtsspiele bei Barca, Atletico und beim FC Valencia schon hinter sich haben. Mit Schuster brachte Real erstmals seit 44 Jahren das Kunststück fertig, seine drei Spiele in den gefürchteten Stadien Camp Nou, Vicente Calderon und Mestalla alle zu gewinnen.

Lobeshymne auf Schuster

"Schuster macht seinen Sache ausgezeichnet", lobte das Sportblatt "Marca" den Deutschen. "Er steht seinen Mann in einem Klub, der seine Trainer zuletzt reihenweise verschlungen hatte. Schusters Elf ist ein Real für das Guinness-Buch der Rekorde. Zahlen lügen nicht."

Und "El Mundo" meint: "Die Weißen werden bis Ende April vorzeitig als Meister feststehen. Nur eine Sintflut oder eine Entführung der kompletten Real-Elf kann dies noch verhindern."

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