Serie A, 9. Spieltag: AC Mailand - Juventus Turin 1:0

Milan besiegt Juve im Spitzenspiel

Samstag, 22.10.2016 | 22:35 Uhr
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Am 9. Spieltag der Serie A gewinnt der AC Mailand mit 1:0 (0:0) bei Juventus Turin. Die Alte Dame bleibt trotzdem Tabellenführer, Milan springt zumindest zwischenzeitlich auf Rang zwei und rückt bis auf zwei Punkte an Juve heran.

Vor etwa 70.000 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion erzielte Manuel Locatelli das entscheidende 1:0 für den AC Mailand (65.).

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Für Milan-Trainer Vincenzo Montella war es das 200. Spiel als Serie-A-Trainer. Dabei beendete er eine schwarze Serie seines Vereins: Bis zu diesem 1:0-Sieg verlor Milan sieben Serie-A-Spiele gegen Juventus in Folge.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nach dem 3:1-Sieg bei Chievo Verona sieht Milan-Trainer Montella keine Veranlassung, sein Elf groß umzustellen. Einzig an vorderster Front gibt es eine Änderung: Bacca ersetzt Lapadula.

Bei Juventus stellt Allegri im Vergleich zum 1:0-Erfolg in der Champions League bei Olympique Lyon auf zwei Positionen um: Benatia und Hernanes beginnen statt Evra und Lemina, die nur auf der Bank sitzen.

5.: Pjanic bringt einen Freistoß von rechts gut in die Mitte, wo Alex Sandro lauert und aufs Tor köpft. Donnarumma wehrt den Abschluss aber mit einem blitzartigen Reflex ab.

10.: Milan mit dem Konter über Niang auf der linken Seite. Seine Hereingabe kommt über Umwegen rechts zu Suso, der sich mit einem Schlenzer aufs lange Eck probiert. Buffon macht sich aber ganz lang und pariert hervorragend.

22.: Alex Sandro mit einer scharfen Hereingabe von links. Dybala nimmt den Ball im Strafraum direkt, doch die Kugel geht zu zentral Richtung Tor. Kein Problem für Donnarumma.

31.: Dybala versucht von der Mittellinie Donnarumma zu überraschen. Doch sein Schuss fliegt weit rechts am Gehäuse vorbei.

33.: Dybala muss mit Oberschenkelproblemen vom Platz. Für ihn kommt Cuadrado ins Spiel.

36.: Pjanic schlägt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld und etwa 35 Metern Entfernung hoch in den Strafraum. Kein Spieler kommt ran - und der Ball segelt rechts ins Tor. Schiedsrichter Rizzoli gibt den Treffer erst, entscheidet dann aber doch auf Abseits, Milan-Keeper Donnarumma soll vom im Abseits stehenden Juve-Verteidiger Benatia irritiert worden sein. Eine fragwürdige Entscheidung.

65., 1:0, Locatelli: Suso hat rechts im Strafraum den Ball und passt ihn zu Locatelli. Der Youngster nimmt den Ball halbrechts etwa 13 Meter mit voller Wucht und drischt ihn in den linken Winkel.

90+6.: Sami Khedira fasst sich einfach mal ein Herz und visiert aus der zweiten Reihe den rechten Winkel an. Mit einer sensationellen Parade rettet Donnarumma aber das Remis.

Fazit: Juventus und Milan begegneten sich in einem speziell in der ersten Halbzeit unterhaltsamen und facettenreichen Spiel weitestgehend auf Augenhöhe. Der AC bewies jedoch das größere Kämpferherz und siegte deshalb letztlich nicht unverdient.

Der Star des Spiels: Manuel Locatelli. Mit seinem sensationellen Treffer entschied Locatelli das Spiel. Darüber hinaus zeigte sich der Youngster äußerst aktiv, überzeugte mit vielen Ballkontakten und einer guten Zweikampfquote.

Der Flop des Spiels: Gonzalo Higuain. Der Stürmer war weitestgehend abgemeldet und konnte seine Torgefährlichkeit nicht einmal andeuten. Kein einziger Schuss aufs Tor ist vom Argentinier vermerkt.

Der Schiedsrichter: Nicola Rizzoli. In der 36. Minute stand der Schiedsrichter im allgemeinen Fokus. Den Treffer von Pjanic gab er erst, nahm ihn dann aber wegen Abseits zurück. Benatia, der in der verbotenen Zone stand, soll Milan-Keeper Donnarumma irritiert haben - eine sehr, sehr fragwürdige und letztlich wohl falsche Entscheidung. Ansonsten eine souveräne Vorstellung von Rizzoli.

Das fiel auf:

  • Juventus agierte von Beginn an sehr druckvoll und attackierte Milan teilweise mit fünf Spielern an deren Strafraum. Einige Male führte dies zu frühen Ballgewinnen. Schaffte es Milan aber, das Pressing zu umspielen, boten sich dem AC oftmals große Räume, da die Defensivabteilung von Juve nicht wirklich konsequent nachrückte.
  • Milan versuchte gegen die höhere individuelle Qualität von Juve mit körperlicher Härte dagegenzuhalten. Dies führte speziell in der ersten Halbzeit zu vielen Spielunterbrechungen in Folge von Fouls.
  • Die auffälligsten Spieler von Juve waren lange Zeit die beiden Außenverteidiger Alex Sandro und Dani Alves, die sich beide äußerst aktiv zeigten und das Spiel ankurbelten. Spielte sich das Geschehen auf einer Seite ab, rückte meist der ballferne Außenverteidiger in die Mitte, um dort für Überzahlsituationen zu sorgen.
  • Nominell agierte Milan in einem 4-3-3-System, das aber nicht immer konsequent gehalten wurde. Der linksversetzte Achter Bonaventura agierte offensiver als sein rechter Gegenpart Kucka. Dadurch entstand situationsbedingt immer wieder ein 4-2-3-1.
  • Milans Offensivreihe bestehend aus Suso, Bacca und Niang agierte sehr flexibel. Bacca ließ sich etwa immer wieder fallen, dann besetzte Niang den Posten an vorderster Front.
  • Khedira machte bei Juve im zentralen Mittelfeld eine unauffällige Partie. Der deutsche Nationalspieler konnte kaum Akzente setzen. Erst in der Nachspielzeit machte er mit einem gefährlichen Distanzschuss auf sich aufmerksam.

AC Mailand - Juventus Turin: Daten zum Spiel

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