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Moise Kean von Juventus Turin debütiert für Italien: Kein Balotelli

Von Pascal De Marco
Moise Kean überzeugte bei seinem Länderspieldebüt für Italien.

Nicht nur das DFB-Team, auch die italienische Nationalmannschaft befindet sich im Umbruch. Zum Start der EM-Quali gelangen zwei Siege gegen Finnland (2:0) und Liechtenstein (6:0). Squadra-Azzurra-Trainer Roberto Mancini baut in seinem Team auf die aufregenden Youngster Moise Kean (19), Nicolo Zaniolo (19) und Nicolo Barella (22). SPOX stellt Italiens neue Hoffnungsträger in einer kleinen Serie vor. Los geht es mit Kean, der gegen Finnland und Liechtenstein jeweils einmal traf.

Ein Tor in seinem ersten Einsatz im letzten Spiel der Saison 2016/17 machte Moise Kean zum ersten Serie-A-Spieler und ersten Torschützen, der im neuen Millenium geboren wurde. Ein Doppelpack bei seinem ersten Einsatz in der Startformation für Juventus in diesem Jahr beförderte ihn in die A-Nationalmannschaft. Ein Tor in seinem ersten Nationalmannschaftsspiel machte den 19-Jährigen zum ersten italienischen Nationalspieler und -Torschützen, der im neuen Millenium geboren wurde.

Kean hat bislang noch nicht allzu viele Chancen erhalten, sich zu präsentieren. Die von Stars besetzte Offensive der Alten Dame, vor allen Dingen die Wichtigkeit von Mario Mandzukic und Cristiano Ronaldo, erlauben so gut wie keine Bewährungsproben für den jungen Angreifer.

Umso aufregender ist das, was Kean bei seinen wenigen Einsätzen bislang gezeigt hat.

Mino Raiola lässt sich Kean nicht entgehen

Der im Norden Italiens geborene Sohn ivorischer Eltern durchquerte die Jugendmannschaften von Juve und der Nationalmannschaft stets als feste Größe und mit unverkennbarer Präsenz. Kean stach gegenüber Gleichaltrigen durch einen bulligen Körper und seine Schnelligkeit heraus, die er dank seiner technischen Fähigkeiten und seinem Spielwitz in dominanter Art und Weise zum Einsatz brachte.

Das hievte ihn nicht nur bei vielen Profiklubs auf den Zettel, sondern auch bei hochkarätigen Spielerberatern. Der in Italien stets präsente Mino Raiola sicherte sich den Jungspund. Wer bis hierhin nicht an das Talent Keans glaubte, musste spätestens jetzt seine Meinung überdenken.

Bei Juventus kam Kean im letzten Saisonspiel der Spielzeit 2016/17 zu seinem ersten Profi-Einsatz. In Bologna zeigte sich der Stürmer voller Selbstbewusstsein und überdrehte ein wenig im Eifer, seine Fähigkeiten zur Schau zu stellen. Nach einem Kopfball aber traf er zum 2:0 und sicherte sich erste internationale Schlagzeilen.

Keans Karriere startet von 0 auf 100

Nach einer Leihsaison bei Hellas Verona wollte Juventus den Stürmer in dieser Spielzeit dann trotz bereits mehrfach besetzter Offensivpositionen unbedingt in den eigenen Reihen behalten. Erst im März, im Rahmen einer starken Rotation vor dem wichtigen Champions-League-Rückspiel gegen Atletico Madrid, sollte Massimiliano Allegri dem Youngster aber eine ernsthafte Chance geben.

Kean begeisterte erneut durch seinen Spielwitz und dem Selbstvertrauen, Zweikämpfe zu suchen. Immer wieder wich er auf die Flügel aus, um von dort mit Tempo-Dribblings in den Strafraum zu ziehen. Kean belohnte sich für seinen Mut mit zwei Toren und einem Assist. Nach einem tollen Trick, der in den sozialen Netzwerken viral und um die Welt ging, wurde er nach 80 Minuten unter Standing Ovations verabschiedet.

Die Darbietung beeindruckte nicht nur die Presselandschaft, sondern auch den sonst so vorsichtigen Coach. Ausgerechnet im wichtigen Duell mit Atleti bewies Allegri plötzlich großes Vertrauen und brachte Kean nach 80 Minuten beim Gesamtspielstand von 2:2. Kean erarbeitete sich umgehend eine Großchance, ließ die aber liegen.

Moise Kean: Seine Leistungsdaten in der Saison 2018/19

WettbewerbEinsätzeToreAssists
Serie A421
Champions League2
Coppa Italia11
Nationalmannschaft32

Moise Kean über Balotelli-Vergleich: "Ich mag Mario"

Die aufregendste Phase seiner noch jungen Karriere sollte einen weiteren Meilenstein erreichen, als Nationaltrainer Roberto Mancini Kean für die EM-Qualifikationsspiele gegen Finnland und Liechtenstein nominierte. Ein Spieler, der über 95 Prozent aller möglichen Einsatzminuten über alle Wettbewerbe gesehen auf der Bank oder Tribüne saß, war plötzlich A-Nationalspieler. Und nicht nur das: Kean startete gegen Finnland und war sofort erfolgreich.

Kean hat lange auf seine Chancen warten müssen. Nun bekam er sie und legte dabei einen Raketenstart hin. Für Juventus gilt es, den 19-Jährigen so schnell wie möglich langfristig an sich zu binden. Kean hat nämlich nur noch ein Jahr Vertrag. Eine große Hilfe wird Keans Berater dabei nicht sein.

Raiola nämlich schafft es, seinen von reichlich Prominenz besetzten Mandantenkreis in hoher Frequenz und zu großen Summen zu anderen Klubs verfrachten als wohl jeder andere Berater. Einer dieser Mandanten ist Mario Balotelli. Ein Spieler, mit dem Kean schon mehrfach verglichen wurde, obwohl er auf vielen Ebenen andere Charakteristiken aufweist.

Kean kann damit nicht viel anfangen: "Ich mag Mario, aber er ist Balotelli und ich bin Kean."

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