Fussball

Serie A: Atalanta Bergamos Duvan Zapata: Ist er der neue Stürmer-Star?

Von Oliver Maywurm
Duvan Zapata befindet sich im absoluten Höhenflug.

Duvan Zapata wurde in den letzten Jahren oft verliehen, nirgends war der Stürmer aus Kolumbien so wirklich Stürmer Nummer eins. Doch plötzlich schießt der 27-Jährige bei Atalanta Bergamo alles kurz und klein.

Dezember 2018 und Januar 2019 waren die mit Abstand besten Monate, die Duvan Zapata als Fußballer erleben durfte. Mit weitem Abstand. Denn in den zehn Pflichtspielen vom 3. Dezember bis zum 30. Januar gelangen dem Angreifer von Atalanta Bergamo einfach mal 17 Tore. Unglaublich.

Alleine vier Treffer waren es beim 5:0 in Frosinone, das Siegtor beim 1:0 gegen Lazio, gekrönt von zwei Doppelpacks gegen Meister Juventus in der Serie A (2:2) und der Coppa Italia (3:0). Duvan Zapata war im abgelaufenen Wintertransferfenster deshalb plötzlich angesagt, West Ham United soll beispielsweise sogar 50 Millionen Euro geboten haben - vergeblich. Und Zapata ließ im Februar beim 2:1 gegen SPAL einen weiteren Siegtreffer folgen.

Duvan Zapata: Von Topklubs plötzlich heiß umworben

Dabei ist der 27-jährige Kolumbianer nur von Sampdoria Genua an Atalanta verliehen, war in den letzten Jahren in Italien nicht gerade ein Tormonster. "Früher wollte mich niemand, jetzt will mich jeder", sagte Zapata, der Cousin von Milan-Verteidiger Cristian Zapata, kürzlich bei Sky Sports.

Schon seit 2013 spielt Zapata in Italien. Damals holte Neapel den jungen, bulligen Stürmer für 7,5 Millionen Euro von Estudiantes de la Plata, wo er gerade 13 Tore in 31 Einsätzen in Argentiniens erster Liga erzielt hatte. Zapata sollte bei Napoli Backup sein für Gonzalo Higuain, kam aber nur sporadisch zum Einsatz.

Zapatas Quote war eigentlich ordentlich, an Higuain war damals am Vesuv aber kein Vorbeikommen. Er wurde an Udine verliehen, wo er sich in seinem zweiten Jahr richtig durchsetzte (2016/17 zehn Tore in der Serie A).

Zapata lobt Atalanta: "Trainer Gasperini bringt mich voran"

Dennoch parkte Neapel Zapata nach Ablauf der Leihe erneut, diesmal bei Sampdoria. Auch die elf Tore in seiner ersten Spielzeit dort reichten nicht, das Kapitel Neapel endete letzten Sommer endgültig. Sampdoria verpflichtete Zapata für 17 Millionen Euro, plante im Sturm aber eigentlich mit Altstar Fabio Quagliarella und dem neu von der Roma gekommenen Gregoire Defrel. Zapata wurde also abermals verliehen, landete für zwei Jahre in Bergamo. Wie sich herausstellen sollte, ein Glücksfall für beide Seiten.

"Ich hatte erst Probleme, reinzufinden, aber dieses Umfeld hier vermittelt Ruhe. Ich wusste, dass es so kommen würde", erklärte Zapata zuletzt und betonte: "Die Arbeit mit Gian Piero Gasperini (Atalanta-Trainer, d. Red.) bringt mich unglaublich voran, der Trainer ist fundamental wichtig für mich."

Duvan Zapatas Kindheits-Idol: Thierry Henry

Zapata ist ob seiner enorm kraftvollen Physis, seiner kompakten Statur ein guter Zielspieler, gleichzeitig aber auch technisch versiert. In jungen Jahren kam er häufig eher über die Flügel, ist geschmeidig in seinen Bewegungen am Ball. Und vor dem Tor aktuell eben so eiskalt wie nie zuvor.

Zapata stammt aus der kolumbianischen Metropole Cali, wurde bei America de Cali ausgebildet, feierte dort mit 18 auch sein Profidebüt. Als kleiner Junge schwärmte er für Thierry Henry und Arsenal. "In Kolumbien sind wir verrückt nach der Premier League, vielleicht spiele ich irgendwann auch mal dort", sagte er mal im Interview mit Corriere della Sera.

Zapatas Durchbruch: U20-WM mit James Rodriguez

Seinen ersten größeren internationalen Auftritt hatte der fünffache A-Nationalspieler im Sommer 2011 bei der U20-WM zuhause in Kolumbien. Zapata war zwar meist nur Joker, erzielte aber immerhin ein Tor und lieferte eine Vorlage, kam an der Seite von James Rodriguez, Luis Muriel oder Santiago Arias bis ins Viertelfinale.

Bei der U20-WM machte er Estudiantes auf sich aufmerksam und ging danach nach Argentinien. Sein Sprungbrett nach Europa, nach Italien. Dort scheint er mit Atalanta nun endlich den Verein gefunden zu haben, der genau zu ihm passt, bei dem er so richtig durchstarten kann.

Er brauchte ein paar Monate, schaffte erst in seinem elften Ligaeinsatz sein Tordebüt für Atalanta. Doch dann kam die Leistungsexplosion.

Und Zapata darf träumen. Von der Torjägerkrone. Und von der Qualifikation für die Champions League mit Bergamo.

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