Fussball

Panel zum Cristiano-Ronaldo-Wechsel: "CR7 und Juve - das wird keine One-Man-Show"

Von SPOX
Cristiano Ronaldo traf in der letzten CL-Saison den entscheidenden Elfmeter gegen seinen neuen Klub Juventus Turin.
© getty

Gewinnt Juventus jetzt die Champions League - oder muss es sogar?

Oliver Birkner (Italien-Korrespondent für den kicker): Der Ronaldo-Transfer wurde angestrengt, um die Obsession Champions League zu erfüllen. Daraus macht bei Juventus niemand einen Hehl. Zuletzt gewannen die Bianconeri 1996 die Königsklasse, verloren insgesamt sieben Finals, davon zwei in den letzten vier Jahren. Eines unter anderem gegen das absolute Sieger-Gen des Portugiesen, das einigen im Juve-Kader in manchen Situationen auf internationaler Ebene offensichtlich noch fehlt. Juve holte sich eine enorme Portion Siegermentalität ins Team. Sie bringt den Rekordmeister zweifelsohne nach vorne und bedeutet erhöhten Anspruch, jedoch keine Garantie auf den Henkelpott.

Romeo Agresti (Juventus-Korrespondent Goal.com): Das ist natürlich das größte aller Ziele. Juventus hat die Champions League 1996 zum letzten Mal gewonnen und sehnt sich seitdem nach dem nächsten Titel. Mit Ronaldo im Team können sie sich tatsächlich berechtigte Hoffnungen machen, wieder auf den Thron in Europa zu steigen. Ich glaube, Juventus hat Ronaldo vor allem dafür gekauft, um dieses große Ziel zu erreichen.

Pascal De Marco (SPOX-Redakteur): Der CL-Titel ist der Hauptgrund, weshalb die Exor-Gruppe (die Holding der Agnelli-Familie) und Juve dieses Jahrhundert-Investment eingegangen sind. Aus sportlicher Sicht spricht vieles für ein Juve-Team, das in der nächsten Saison um die CL spielt. Eine balancierte Mannschaft, die in allen Mannschaftsteilen gut aufgestellt ist und von der Bank eine weitere Elf spielen lassen könnte, die auf nationaler Ebene vielen Teams überlegen wäre. Ein Trainer, der in seine fünfte Saison geht, bereits jedes denkbare System spielen ließ und auf jede Eventualität vorbereitet scheint. Auch die Situation der Konkurrenz macht Hoffnung: Real Madrid leitet den Umbruch ein und auch Barca verabschiedet in Iniesta eine weitere Ebene seiner einst dominanten Phalanx. Die Finanz-Giganten ManCity und PSG verkrampfen seit Jahren in der entscheidenden Phase. Auch der FC Bayern kommt seit Jahren nicht mehr über das Halbfinale hinaus. Es kristallisiert sich eine CL-Saison ohne eindeutigen Favoriten heraus. Juve gehört mit Sicherheit zu den großen Namen, doch sind sie nicht in der Pflicht, den Titel endlich zu holen. Der lässt sich nämlich nicht garantieren. Auch durch einen Spieler wie Ronaldo nicht.

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