Für Gigio nur das Beste

Dienstag, 27.06.2017 | 18:00 Uhr
Berater Mino Raiola und sein Klient Gianlugi Donnarumma
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Spielerberater Mino Raiola plant seit Wochen die Zukunft seines Klienten Gianluigi Donnarumma. Bleibt er beim AC Milan? Oder wechselt er? Raiola vertraut jedenfalls auf alle möglichen Tricks. Eine Glosse von SPOX-Redakteur Nino Duit.

"Keine Sorge, Gigio, ich weiß, was das Beste für dich ist", knurrt Raiola aus den Tiefen seines Ohrensessels und lächelt verschmitzt. Da sitzt er entspannt und streichelt seinen teils schwarzhaarigen, teils blondierten Pudel, der zufällig gerade herangetrottet kommt. Im vergangenen Sommer hatte er ihn sich zugelegt und Paul getauft. "Sitz", sagt Raiola zu Paul und Paul setzt sich natürlich.

"Er ist doch süß", säuselt Raiola verträumt, aber der Hund interessiert Gigio reichlich wenig. "Was denn nun? Was ist das Beste für mich?", fragt er aufgeregt, nervös ist er von seinem Holzhocker aufgesprungen. Und nochmal: "Was ist das Beste für mich?" Raiola lächelt nur und zuckt mit den Schultern: "Das kann ich dir noch nicht verraten."

Etwas enttäuscht ist Gigio deshalb schon, er ist ja extra heimlich aus dem Quartier der italienischen U21-Nationalmannschaft in Polen ausgebüxt, um endlich zu erfahren, was er denn will. "Du kannst dich drauf verlassen, das ganze Team arbeitet für mich", sagt Raiola und verbessert sich sofort: "Für dich." Bisher hat alles absolut einwandfrei geklappt.

Spielgeld-Säcke und Bratwürste

Es begann ja so: Raiola hatte Gigio gesagt, dass er in irgendeiner Zeitung von seiner Liebe zum AC Milan und seinem Verlängerungs-Wunsch sprechen solle. Das hatte er natürlich gemacht und Milan perfekt unter Druck gesetzt: Gigio wollte also, jetzt lag es am Klub. Kurz darauf hatte Raiola selbst verkündet, dass Gigio seinen Vertrag nicht verlängern wolle, weil sich Milan falsch verhalten hätte, Raiola sprach sogar von Mobbing. Alle europäischen Top-Klubs schreckten auf, manche fragten direkt an und Raiola rieb sich die Hände.

Doch dann passierte erstmal nichts, die Zeitungen wandten sich anderen Themen zu und Raiola wurde unruhig. Es brauchte Schlagzeilen und dann erinnerte er sich an seinen alten Kumpel Andrea, der mittlerweile in Krakau wohnt. Schnell schickte ihm Raiola ein Ticket für das Spiel der italienischen U21 gegen die dänische und einen Sack voller Spielgeld. "Stell' Dich hinters Tor und schütt' ihm den ganzen Sack über den Kopf", schrieb er Andrea und lachte. Und dann kam ihm noch diese geniale Idee: "Dollarumma!"

Zum Glück hatte das Spiel noch nicht angefangen. "Dollarumma! Das mal' noch schnell irgendwo drauf und halt' es im Stadion hoch", schrieb Raiola, "dafür kriegst du auch noch eine Bratwurst. Geh' einfach zum Kiosk hinter der Südtribüne und sag' dem Kerl mit dem Tattoo am Hals, du bist im Auftrag von MR hier. Er weiß Bescheid." Zufrieden begutachtete Raiola sein Werk im Fernsehen und Andrea ließ sich derweil seine Bratwurst schmecken.

Es konnte sich nur mehr um wenige Tage handeln, bis irgendwo geschrieben wird, Gigio wolle sich das alles nicht mehr bieten lassen und von Raiola trennen. Das wusste Raiola, er hatte das Spiel schon oft genug gespielt und solche Momente immer gerne genutzt, um genau dann die tiefe Verbundenheit zwischen ihm und seinen Klienten zu demonstrieren.

Instagram und twitter

Nach einer knappen Woche war es soweit. "Angeblich plant Donnarumma eine Trennung von Raiola", hieß es überall und endlich konnte Raiola den längst ausformulierten Tweet über Donnarummas Account abschicken: "#Donnarumma #Raiola gestern, heute und morgen!!" Kurz, knackig. Raiola war stolz auf sich. "Wie viel schwieriger alles wäre, wenn sich Gigio selbst um seine Social-Media-Accounts kümmern würde", flüsterte Raiola Richtung Paul, der gerade am Futternapf neben ihm schlemmte.

Leicht abwesend scrollte Raiola nochmal über all die Tweets und Instagram-Posts, die er im Laufe der Jahre so für Gigio abgesetzt hatte, und erschrak auf einmal. Da hatte Gigio in der dunklen Zeit, bevor sich Raiola um ihn gekümmert hatte, doch tatsächlich gepostet, dass er Liverpool die Daumen drücke. Bei einem Spiel gegen Manchester United. "Außer uns darf das keiner sehen", sagte Raiola zu Paul, der sich inzwischen neben ihn gelegt hatte, "sonst wollen die ihn vielleicht nicht mehr und das wäre fatal, die zahlen doch immer so gut."

Sauber und heimlich ließ Raiola den Post also verschwinden. "Ich verspreche, dass meine Familie, mein Berater und ich uns nach der U21-EM mit Milan zusammensetzen und über die Verlängerung sprechen", schrieb Raiola auf Gigios Instagram-Account. Er ließ es wirken, bis es alle Medien gescreenshotet hatten, löschte den kompletten Account samt des fatalen United-Spruchs, wandte sich wieder Twitter zu und schrieb: "Ich habe meinen Instagram-Account gelöscht, weil er gehackt wurde." Raiola kraulte Paul vergnügt am Hals und verkündete triumphal. "Voila!" Französisch, damit er es auch versteht.

Jetzt hat Raiola aber wirklich alles getan, um Aufregung zu schüren, und muss nur mehr abwarten. Irgendetwas bleibt von so einem Verlängerungs-Wunsch-Post schließlich immer hängen, auch wenn er nur ein Fake ist. Milan sieht also wieder Chancen und alle anderen europäischen Top-Klubs sowieso - zum Glück auch United. Ein ideales Umfeld für ein zünftiges Wettbieten. "Wer mir das meiste Handgeld bezahlt, der bekommt selbstverständlich den Zuschlag", murmelt Raiola Paul ins Ohr, "dann kann ich Gigio auch endlich sagen, was das Beste für ihn ist. Und du Paul, du bekommst dann zur Feier des Tages einen neuen Spielgefährten."

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