Montag, 20.04.2015

Ancelotti will nicht nach Italien zurück

Keine Rückkehr wegen "hirnloser Fans"

Carlo Ancelotti hat kein Interesse daran, noch einmal in der Serie A zu arbeiten. Denn die "hirnlosen Fans" und "leeren Stadien" schrecken ihn nach eigenen Angaben zu sehr ab.

Carlo Ancelotti kritisiert die Fans in der Serie A
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Carlo Ancelotti kritisiert die Fans in der Serie A

Der 55-Jährige verließ sein Heimatland 2009, nachdem er acht Spielzeiten den AC Milan trainiert hatte. Dort gewann er einmal die Liga und holte zwei Titel in der Champions League.

Nach Stationen beim FC Chelsea, Paris Saint-Germain und aktuell Real Madrid, wurde er zuletzt immer wieder mit den italienischen Top-Klubs in Verbindung gebracht und auch bei der Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht. Doch der ehemalige Mittelfeldspieler scheint kein Interesse zu haben.

"Das Umfeld macht den Unterschied"

"Bevor ich Italien verlassen habe, dachte ich über einiges nach, doch ich habe mich dabei wohl gefühlt", erklärte er dem Sender Radio Rai: "Ich würde nicht zurückgehen. Der italienische Fußball ist immer noch sehr herausfordernd. Es ist aber das Umfeld, das den Unterschied macht. Die Stadien sind im Vergleich zu anderen Ländern leer und die Gewalt ist in Italien wesentlich präsenter als anderswo."

Was diesbezüglich in Cagliari, Rom und Varese passiere, sei sehr traurig. "Es kann nicht länger so zugehen, dass die Spieler Geiseln von hirnlosen Fans sind. Hier in Spanien sind die Reaktionen auf die Pfiffe von der Tribüne begrenzt. Ultras und ihre Banner gibt es hier nicht."

Doch nicht nur dies allein halte ihn von einer Rückkehr ab. Er liebe ebenfalls das Abenteuer einer anderen Sportkultur. Ein Engagement in der italienischen Nationalelf verneinte er aktuell auch: "Die Elf ist in guter Hand. In Zukunft ist es sicherlich eine gute Idee, aber im Moment genieße ich meinen Trainerjob jeden Tag auf dem Platz zu sehr."

Inzaghi war die richtige Entscheidung für Milan

Trotz seiner Probleme mit dem Umfeld, verfolgt der Real-Coach die Serie A, vorallem seinen Ex-Klub unter der Leitung von Filippo Inzaghi, intensiv: "Inzaghi ist ein Teil der Milan-Historie. Der Verein ging ein Risiko ein, ihn als Neuling zu verpflichten. Doch niemand hat am Anfang Erfahrung. Er war die richtige Wahl und dass Pippo das Angebot annahm war auch richtig, auch wenn er sich einigen Problemen stellen muss." Man könne in Zukunft langsam sehen, wie Milan mit dem neuen Trainer etwas Gutes starte.

Eine weitere Personalie, die Ancelotti ansprach, war jene Marco Verratti. Auf den PSG-Star hält Ancelotti große Stücke: "Marco ist am besten geeignet, Andrea Pirlo in der Nationalelf zu ersetzen. Er hat etwas, was nicht viele in seinem Alter haben und er kombiniert das mit technischer Qualität. Sie unterscheidet sich zwar von dem Stil Pirlos, doch er kann ein idealer Ersatz sein."

Carlo Ancelotti im Steckbrief


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