Sonntag, 05.10.2014

Serie A, 6. Spieltag

Elfer-Irrsinn in Turin - Inter peinlich

Das Spitzenspiel in der Serie A geht an Juventus Turin. Vier Tore fielen in der furiosen ersten Hälfte - drei davon per Strafstoß. Inter kassiert die nächste üble Pleite, Napoli gewinnt trotz einer Slapstick-Einlage von Gonzalo Higuain. Lazio siegt knapp gegen das Schlusslicht, Milan schlägt Chievo Verona mit 2:0.

Leonadro Bonucci erzielte das goldene Tor
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Leonadro Bonucci erzielte das goldene Tor

Juventus Turin - AS Rom 3:2 (2:2)

Tore: 1:0 Tevez (27./HE), 1:1 Totti (32./FE), 1:2 Iturbe (44.), 2:2 Tevez (45.+2/FE), 3:2 Bonucci (86.)

Rot: Morata (89.), Manolas (89.)

Spektakuläres Spitzenspiel in Italien - mit Referee Gianluca Rocchi in der Hauptrolle. Dreimal zeigte der Unparteiische allein im ersten Durchgang auf den Punkt, verwies dazu Roma-Trainer Rudi Garcia auf die Tribüne und zeigte am Ende doppelt Rot. Dass sich letztlich Meister Juve durchsetzte, war neben Doppelpacker Carlos Tevez in erster Linie Leonardo Bonucci zu verdanken. Der Innenverteidiger traf spät mit einem fulminanten Volley (86.).

Das Spektakel nahm nach 27 Minuten seinen Lauf, als Referee Rocchi nach einem Handspiel von Maicon auf den Punkt zeigte. Der Brasilianer stand wohl leicht außerhalb, aber Rocchi hatte die Mauer innerhalb des Strafraums positioniert. Viel Aufregung, Trainer Rudi Garcia musste nach Protesten auf die Tribüne. Tevez ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und stellte auf 1:0 (27.)

Doch die Roma kam zurück - ebenfalls per Strafstoß. Stephan Lichtsteiner legte Totti in Ringkampf-Manier, der Routinier blieb gegen Gigi Buffon cool (32.). Das Spiel war nun hitzig und geprägt von Fouls, Nickligkeiten und Rudelbildungen. Und noch vor der Pause ging die Roma in Front. Gervinho spielte einen tollen Pass in die Schnittstelle, Juan Iturbe schüttelte Giorgio Chiellini ab und schob zum 2:1 ein (44.).

Doch damit nicht Schluss - die Nachspielzeit war bereits durch, da entschied Rocchi zum dritten Mal auf Elfmeter, nachdem Miralem Pjanic Paul Pogba zu Fall gebracht hatte. Tevez war erneut zur Stelle (45.+3). Nach dem Wiederbeginn ging es dann gemächlicher zu, erst gegen Ende wurde es noch einmal heiß, Alvaro Morata scheiterte an der Latte (82.), vier Minuten später setzte Bonucci dann doch noch den Schlusspunkt.

Unrühmliches Ende eines großen Spiels: Kostas Manolas versetzte Morata nach grobem Foulspiel einen Kopfstoß - Rocchi stellte beide vom Feld.

AC Florenz - Inter Mailand 3:0 (2:0)

Tore: 1:0 Babacar (7.), 2:0 Cuadrado (19.), 3:0 Tomovic (76.)

"So etwas darf uns nicht passieren", hatte Pablo Oswaldo nach der 1:4-Pleite gegen Cagliari vergangene Woche noch geschimpft - und prompt setzte es ein bitteres Deja-Vu für Inter. Schon früh übernahm die Fiorentina das Kommando und kam durch Khouma Babacar zum Erfolg. Der Senegalese traf nach einem starken Solo aus 20 Metern ins linke Kreuzeck.

Durch die Führung gewannen die Gastgeber an Sicherheit und übten weiter Druck aus. Nur zwölf Minuten nach dem 1:0 war es Juan Cuadrado, der auf Vorarbeit von Babacar die Inter-Abwehr düpierte und aus der zweiten Reihe sehenswert ins rechte Eck traf. Gäste-Keeper Samir Handanovic war einmal mehr machtlos.

Auch im zweiten Durchgang fehlte es Inter an Durchschlagskraft im Angriff, während die Florenz-Innenverteidigung mit Gonzalo Rodriguez und Stefan Savic nahezu alles abräumte, was sich ihnen in den Weg stellte. So war auch der Schlusspunkt den Gastgebern vorbehalten: Nenad Tomovic tänzelte im Strafraum durch zwei Gegenspieler und schoss flach ins rechte Eck zum 3:0-Endstand ein.

Zum Ende hin hätte der Sieg sogar noch höher ausfallen können, doch Handanovic und einmal Nemanja Vidic auf der Linie bewahrten Inter vor einer noch größeren Packung. Florenz hingegen, das bisher in fünf Spielen nur zweimal getroffen hatte, setzte damit auch erstmals in dieser Saison ein offensives Ausrufezeichen.

SSC Neapel - FC Turin 2:1 (0:1)

Tore: 0:1 Quagliarella (14.), 1:1 Insigne (55.), 2:1 Callejon (72.)

Nach einem durchwachsenen Saisonstart ist der SSC Neapel zurück auf der Erfolgsspur. Die Gastgeber hatten ordentlich Probleme mit überraschend aggressiven Turinern. Bis zum wunderbaren Führungstreffer von Fabio Quagliarella (14.) wirkte die Mannschaft um Gonzalo Higuain eher verhalten.

Doch Neapel erhöhte den Druck und spielte sich gute Torchancen heraus die einzig Turin-Torhüter Jean-Francois Gillet vereiteln konnte. Die Gäste wurden zurückhaltender und warteten auf gute Kontermöglichkeiten. Lorenzo Insigne und Gonzalo Higuain vergaben Riesenchancen (23.).

Die Top-Torjäger der Serie-A-Saison 2014/15
Rang 1: u.a. Luca Toni von Hellas Verona (22 Tore)
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Rang 1: u.a. Luca Toni von Hellas Verona (22 Tore)
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Rang 1: u.a. Mauro Icardi von Inter Mailand (22 Tore)
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Rang 1: u.a. Mauro Icardi von Inter Mailand (22 Tore)
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Rang 3: u.a. Carlos Tevez von Juventus Turin (20 Tore)
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Rang 3: u.a. Carlos Tevez von Juventus Turin (20 Tore)
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Platz 4: Gonzalo Higuain vom SSC Neapel (18 Tore)
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Platz 4: Gonzalo Higuain vom SSC Neapel (18 Tore)
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Rang 5: Jeremy Menez vom AC Milan (16 Tore)
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Rang 5: Jeremy Menez vom AC Milan (16 Tore)
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Rang 6: u.a. Manolo Gabbiadini von Sampdoria Sampdori (15 Tore)
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Rang 6: u.a. Manolo Gabbiadini von Sampdoria Sampdori (15 Tore)
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Rang 6: u.a. Domenico Berardi von Sassuolo Calcio (15 Tore)
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Rang 6: u.a. Domenico Berardi von Sassuolo Calcio (15 Tore)
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Rang 8: Antonio Di Natale von Udinese Calcio (14 Tore)
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Rang 8: Antonio Di Natale von Udinese Calcio (14 Tore)
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Rang 9: u.a. Miroslav Klose von Lazio Rom (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Miroslav Klose von Lazio Rom (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Iago Falque vom FC Genua (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Iago Falque vom FC Genua (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Paulo Dybala von US Palermo (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Paulo Dybala von US Palermo (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Fabio Quagliarella vom FC Turin (13 Tore)
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Rang 9: u.a. Fabio Quagliarella vom FC Turin (13 Tore)
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Im zweiten Durchgang agierte Turin noch bissiger in den Zweikämpfen um den Spielaufbau der Mannschaft von Trainer Rafael Benitez zu zerstören. Insigne erlöste Napoli nach einer exzellenten Flanke von Juan Zuniga (55.). Die Gäste konnten kaum für Entlastung sorgen und Gillet stand unter Dauerbeschuss. Jose Callejon drehte die Partie endgültig mit einem eigentlich verunglückten Ball der im Tor landete (72.).

AC Milan - Chievo Verona 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Muntari (55.), 2:0 Honda (78.)

Dem AC Milan reicht eine ordentliche Halbzeit, um im Heimspiel gegen Chievo Verona drei Punkte einzufahren. Nach einer verkorksten und unansehnlichen ersten Hälfte, folgte ein engagierterer zweiter Durchgang, in dem ein Fernschuss von Muntari und ein genialer Honda-Moment die Weichen für den Sieg stellten.

In der ersten Halbzeit bot sich den Fans im San Siro noch fußballerische Magerkost. So hatte Milan zwar insgesamt mehr vom Spiel und kontrollierte die Partie auch weitestgehend, kam allerdings nur zu sehr wenigen Chancen. Aussichtsreiche Möglichkeiten wurden zumeist nicht konsequent genug zu Ende gespielt. Folgerichtig also, dass beide Teams torlos in die Pause gingen, zumal Chievo offensiv kaum in Erscheinung trat.

Im zweiten Durchgang bot sich zunächst ein ähnliches Bild: Die Rossoneri agierte, Verona reagierte. Das ging für den Gast allerdings nicht lange gut. Sulley Muntari erlöste Milan mit einem wunderschönen Volley-Schuss aus 18 Metern. Zuvor gelang es Biraghi nicht, eine Flanke von Keisuke Honda nach außen zu klären.

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In der Folge machte Milan zwar weiter das Spiel, Chievo versuchte jedoch, Milan früher zu stören, was auch teilweise gelang. So kamen die Gäste zu mehreren vielversprechenden Konterchancen, spielten diese aber nicht ordentlich zu Ende. Diese Schlampigkeit wurde prompt bestraft: Nach 78 Minuten verwandelte Honda einen seiner gefürchteten Freistöße aus rund 21 Metern direkt. Keeper Bardi konnte den Ball nicht mehr abwehren. Anschließend ergab sich der Gast seinem Schicksal, nur Paloschi kam kurz vor Abpfiff noch zu einer großen Möglichkeit, scheiterte aber an Christian Abbiati. So blieb es am Ende beim dritten Sieg im sechsten Spiel für die Mailänder.

Lazio Rom - US Sassuolo Calcio 3:2 (3:1)

Tore: 1:0 Mauri (9.), 2:0 Djordjevic (26.), 2:1 Berardi (27.), 3:1 Candreva (35.), 3:2 Berardi (50./FE)

Gelb-Rot: Cana (50.), Peluso (61.)

Die Laziali befreien sich nach dem unzufriedenen Saisonstart etwas aus den Tiefen der Tabelle, hatten gegen das Schlusslicht aus Sassuolo dabei aber einige Probleme, obwohl Stefano Mauri bereits nach neun Minuten mit einem platzierten Flachschuss aus rund 20 Metern ins rechte Eck auf 1:0 stellte, nachdem zunächst ein Geduldsspiel befürchtet worden war.

Lazio hatte nun scheinbar leichtes Spiel, Filip Djordjevic erhöhte per Kopf nach einer Candreva-Flanke (26.). Doch Sassuolo antwortete Sekunden darauf überraschend: Nicola Sansone steckte durch auf Domenico Berardi, der zum Anschlusstreffer einschob (27.). Wenig später scheiterte Simone Zaza am Pfosten, das bestrafte Antonio Cnadreva auf der Gegenseite mit dem 3:1 (35.).

Nach der Pause machte Lorik Cana es aber noch einmal spannend. Der Albaner verursachte einen Foulelfmeter und sah Gelb-Rot. Berardi versenkte sicher (50.). Sassuolo sah nun seine Chance und drängte auf das 3:3, doch nach gut einer Stunde musste auch Gästespieler Federico Peluso mit Gelb-Rot vom Feld. Sasuolo blieb gefährlich, doch Lazio konnte den Sieg retten.

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