Von Architekten und Schraubern

Von Max Schöngen
Donnerstag, 05.06.2014 | 18:37 Uhr
Mit 34 Jahren gehört Andrea Pirlo noch immer zu den Besten der Serie A
© getty
Advertisement
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Serie A
Cagliari -
Florenz
Serie A
Lazio -
Crotone
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Serie A
Juventus -
AS Rom
Serie A
Crotone -
Neapel
Serie A
Florenz – AC Mailand
Serie A
Atalanta -
Cagliari
Serie A
Benevento -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Udinese
Serie A
AS Rom -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
SPAL
Serie A
FC Turin -
CFC Genua
Serie A
Inter Mailand – Lazio Rom
Serie A
Hellas Verona -
Juventus

Fabio Cannavaro war 36 Jahre alt, als er sich aus der Serie A verabschiedete, Roberto Baggio 37, Paulo Maldini gar 41. Die Serie A als ein Refugium für Spieler des gesetzten Alters? Auch in der vergangenen Saison machte so mancher Oldie auf sich aufmerksam. Einige davon waren schon abgeschrieben und traten in der abgelaufenen Saison den Beweis an, dass sie noch mithalten können.

Luca Toni (37, Hellas Verona):

Es gibt unterschiedliche Arten ein Tor zu feiern. Manche ziehen sich verbotenerweise das Trikot vom Leib, andere küssen einen nicht vorhandenen Ring oder versuchen sich in akrobatischen Übungen à la Flic Flac oder Salti. Einer schraubt. Nach jedem seiner Treffer dreht Luca Toni seine Hand am rechten Ohr und schraubt und schraubt und schraubt.

Nicht erst seit seiner Zeit beim FC Bayern ist das zu seinem Markenzeichen geworden. "Avete Capito" soll die Geste bedeuten. Zu Deutsch: Habt ihr kapiert? In der abgelaufenen Saison durfte Toni ganze 20 Mal schrauben und jedes Mal schien es, als würde er seine Kritiker aufs Neue fragen: Habt ihr kapiert? Habt ihr kapiert, dass ich noch immer mithalten kann?

Kritik musste der sympathische Italiener seine ganze Karriere über sich ergehen lassen. Zu pomadig, zu unbeweglich, mitunter lustlos wirkt er manchmal in seinem Auftreten. Fast altertümlich muten seine Bewegungen in den heutigen Zeiten des Fußballs an, da Tore alleine nicht mehr ausreichen für einen Stürmer.

Umso mehr wurde Hellas Verona vor der Saison für die Verpflichtung Tonis belächelt. Der damals 36-Jährige kam aus Florenz, wo ihm kein neuer Vertrag in Aussicht gestellt wurde. Zumindest nicht im Kader. Anstelle dessen boten ihm die Verantwortlichen der Viola einen Posten im Management des Vereins an. Toni jedoch hatte noch "Lust am Fußball" und zog weiter in Richtung Norditalien und damit zum insgesamt 15. Arbeitgeber seiner turbulenten Karriere, in der es ihn zwischenzeitlich auch mal nach Dubai verschlagen hatte.

Galt Aufsteiger Hellas Verona vor der Saison als absoluter Abstiegskandidat, belegten die Gelb-Blauen am Ende den zehnten Rang und schnupperten zwischenzeitlich sogar am internationalen Geschäft. Nicht zuletzt Tonis Verdienst. Er vollstreckte nicht mehr nur, er glänzte auch als Vorlagengeber. Sieben Assists verbuchte er und rangierte in Kombination mit seinen 20 Saisontoren auf dem ersten Platz der Scorerliste.

Seine Kritiker hat er zum Schweigen gebracht. Aus Luca Toni wurde einmal mehr "Grande Toni", sogar Rufe nach einer Rückkehr in die Squadra Azzurra für die WM in Brasilien wurden zwischenzeitlich lauter. Trotz der herausragenden Quote sollte es dazu nicht mehr reichen für den bulligen Angreifer, dennoch gehört er zu den Gewinnern der Saison und das im Alter von 37 Jahren.

Seite 1: Er schraubt noch immer

Seite 2: Auf ewig in der ewigen Stadt

Seite 3: Die personifizierte Vereinstreue

Seite 4: Der Architekt baut an seinem Denkmal

Seite 5: Endstation für die Eisenbahn

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung