Montag, 17.03.2014

Serie A, 28. Spieltag

Totti lässt Rom jubeln

Juventus Turin schwimmt in Genua gewaltig, kann sich aber auf Gianluigi Buffon und Andrea Pirlo verlassen. Während Inter nach dem Sieg gegen Verona weiter vom internationalen Geschäft träumen darf, herrscht beim Stadtrivalen Milan Katerstimmung. Nach dem CL-Aus setzte es auch gegen Parma eine deftige Niederlage. Die Roma tut sich lange schwer gegen ein kämpferisches Udinese und muss am Ende nochmal richtig zittern.

89. Minuten lang war Genua die bessere Mannschaft, Juve holte trotzdem die drei Punkte
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89. Minuten lang war Genua die bessere Mannschaft, Juve holte trotzdem die drei Punkte

FC Genua - Juventus Turin 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Pirlo (89.)

Bes. Vorkommnis: Calaio scheitert mit Foulelfmeter an Buffon (72.)

Rotation mal andersherum: Conte baute nach dem enttäuschenden Europa-League-Auftritt wieder auf seine erste Elf und konnte kaum fassen, was sich ihm in Genua darbot: Die mutigen Gastgeber waren in einer hart umkämpften, aber ereignisarmen ersten Hälfte mit dem souveränen Tabellenführer mindestens auf Augenhöhe. Andrea Bertolacci verpasste mit einem Kopfball sogar nur knapp die verdiente Führung für die Hausherren (38.).

Nach der Pause legte Genua sogar noch einen Gang drauf und Juventus konnte sich nach einer Doppelchance durch Bertolacci und Marco Motta sogar bei Gianluigi Buffon bedanken, das torlose Remis zu halten. Nach 72 Minuten schien sich Genua endlich für seinen unermüdlichen Sturmlauf zu belohnen, als Schiedsrichter nach einem Handspiel von Arturo Vidal auf den Punkt zeigte. Doch wiederum war es Buffon, der die alte Dame mit einer Parade gegen den Elfmeter von Emanuele Calaio im Spiel hielt.

So kam es schließlich wie es kommen musste: Mitten in die Schlussoffensive des CFC landete Juventus in Person von Andrea Pirlo doch noch den Lucky Punch. Eine Minute vor dem Ende bestrafte der Italiener die Ineffizienz Genuas, als er Mattia Perin mit einem tollen Schuss von der Strafraumkante keine Chance ließ.

Hellas Verona - Inter Mailand 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Palacio (14.), 0:2 Jonathan (63.)

Angeführt vom starken Jonathan hat Inter Mailand wichtige Punkte im Kampf um die internationalen Plätze eingefahren. Gegen Hellas Verona gewannen die Nerazzurri mit 2:0 (1:0).

Gegenwehr leistete Verona dabei nur in ein paar Abschnitten in Halbzeit eins. Doch das Team um Ex-Bayern-Stürmer Luca Toni, der Mitte der ersten Hälfte zurecht einen Elfmeter nicht bekam, brachte wenig nennenswerte Offensiv-Aktionen zustande.

Die Gäste hatten dagegen mehr vom Spiel und kontrollierten die Partie von Beginn an. Die Führung von Rodrigo Palacio (14.) brachte Inter früh auf die Siegerstraße. Nach dem Wiederanpfiff erhöhte Jonathan, der Vorlagengeber vom 1:0, per Abstauber zum vorentscheidenden 2:0 (63.).

Hellas hatte nichts mehr entgegen zu setzen und hatte Glück, dass Hernanes mit einem Freistoß nur die Latte traf (55.). Die Mailänder stehen nach dem Sieg mit 47 Zählern auf dem vierten Platz, während Veronas Rückstand auf die internationalen Plätze bereits fünf Punkte beträgt.

AC Milan - FC Parma 2:4 (0:1)

Tore: 0:1 Cassano (9./FE), 0:2 Cassano (51.), 1:2 Rami (57.), 2:2 Balotelli (76./FE), 2:3 Amauri (78.), 2:4 Biabiany (90.+5)

Rote Karte: Abbiati (Milan/6.)

Milans Seuchensaison ist mit der ersten Heimpleite gegen Parma seit 1999 um ein Kapitel reicher. Die Schlüsselszene des Spiels ereignete sich bereits nach sechs Minuten. Parmas erster zwingender Vorstoß wurde von Milan-Keeper Christian Abbiati unterbunden - allerdings klar regelwidrig, indem er Ezequiel Schelotto von den Beinen holte. Die erste Rote Karte seit Januar 2007 für den 36 Jahre alten Schlussmann, Elfmeter für Parma. Ex-Milan-Profi Antonio Cassano ließ sich nicht bitten und versenkte souverän.

Mit einem Mann weniger und ohne Michael Essien, der als Leidtragender des Platzverweises ausgewechselt werden musste, hatten die Lombarden für die verbleibenden 80 Minuten eine Herkulesaufgabe vor sich. Und Milan zeigte Moral: Mario Balotelli scheiterte nach gut 20 Minuten am Pfosten, es folgten weitere gute Möglichkeiten. Die kalte Dusche dann nach Wiederbeginn: Cassano schloss einen schönen Angriff der Gäste zum 2:0 ab. Milan aber gelang durch Adil Rami per Kopf nach einer Ecke der Anschlusstreffer, ehe Balotelli sogar den Ausgleich erzielte

Joel Obi brachte Riccardo Montolivo zu Fall, Referee Filippo Meli entschied auf Strafstoß. Balotelli bedankte sich, guckte Antonio Mirante aus und schoss cool zum 2:2 ein. Zwei Minuten später aber der endgültige Knockout für Milan: Der umtriebige Schelotto bediente Einwechselspieler Amauri, der per Hacke durch die Beine von Marco Amelia zur neuerlichen Führung traf. Mit dem Schlusspfiff stellte Biabiaby per Kopf sogar noch den alten Abstand wieder her. Parma bleibt weiter seit November unbesiegt, Milan verliert das dritte Spiel in Folge.

FC Turin - SSC Neapel 0:1 (0:0)

Tor: Higuain (90.)

Ein später Treffer von Torjäger Gonzalo Higuaín hat den zweimaligen italienischen Fußball-Meister SSC Neapel vor einem Rückschlag im Fernduell mit dem AS Rom um den zweiten Platz in der Serie A bewahrt. Der Argentinier traf in der 90. Minute zum 1:0 Auswärtssieg beim FC Turin, durch den Napoli mit nun 58 Punkten zumindest kurzzeitig mit der zweitplatzierten Roma gleichzog.

AS Rom - Udinese Calcio 3:2 (2:0)

Tore: 1:0 Totti (22.), 2:0 Destro (30.), 2:1 Pinzi (51.), 3:1 Torosidis (69.), 3:2 Basta (80.)

Die Roma hat den Abstand zum SSC Neapel weiter gewahrt und gegen einen schwierigen Gegner drei wichtige Punkte im Kampf um die Champions League eingefahren. In einer Partie, in der sich keine der beiden Mannschaften lange mit Versteckspielen aufhielt, gingen die Römer noch in der ersten Halbzeit schnell in Führung. Francesco Totti (22.) und Mattia Destro (30.) brachten Udinese mit einem Doppelschlag an den Rand einer frühen Niederlage.

Doch die Gäste gaben sich noch nicht geschlagen und zeigten eine, besonders in der zweiten Hälfte, sehr couragierte Leistung. Trotz aktuellem Formtief kamen sie zweimal nah heran an den Ausgleich und hätten den Hauptstädtern somit beinahe einen Punkt abgerungen. Das hohe und aggressive Pressing führte oft zu Fehlern im Spielaufbau der Römer, zeigte sich jedoch auch defensiv anfällig.

Der 28. Spieltag im Überblick

Adrian Bohrdt/Marco Kieferl

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