Sonntag, 26.01.2014

Serie A, 21. Spieltag

Aquilani-Dreierpack reicht nicht

Sechs Tore und kein Sieger: Florenz und Genau liefern sich einen Offensiv-Fight. Mit klarer Feldüberlegenheit entscheidet die Roma ihr Auswärtsspiel bei Hellas Verona mit 3:1 für sich. Angeführt von Miro Klose, der einen Elfmeter herausholt, erkämpft sich Lazio ein Remis gegen den Spitzenreiter. Napoli gelingt gegen Verona erst spät der Ausgleich. Milan dreht das Duell gegen Cagliari in 60 Sekunden und Inter tritt weiter auf der Stelle.

Mann des Spiels, trotzdem nur Remis: Aquilanis Dreierpack reichte Florenz nicht
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Mann des Spiels, trotzdem nur Remis: Aquilanis Dreierpack reichte Florenz nicht

AC Florenz - CFC Genua 3:3 (2:2)

Tore: 0:1 Gilardino (26./FE), 1:1 Aquilani (32./FE), 1:2 Antonini (34.), 2:2 Aquilani (42.), 3:2 Aquilani (57.), 3:3 de Maio (77.)

Vogelwilde Partie im Artemio Franchi ohne Sieger! Dass die Fiorentina, nach 500 Minuten ohne Gegentor gleich dreifach bezwungen, nicht zum ersten Mal seit 1977 zuhause gegen Genua als Verlierer vom Platz ging, lag vor allem an Alberto Aquilani. Der italienische Nationalspieler ist nicht als Goalgetter bekannt, erzielte aber zweimal den wichtigen Ausgleich und schließlich gar den Führungstreffer. Dass Aquilani aber nicht zum Matchwinner wurde, lag an Sebastien de Maio, der eine Ecke zum 3:3-Endstand verwertete.

Es dauerte bis zur 25. Minute, ehe der Torreigen eröffnet wurde. Keeper Neto holte Luca Antonelli von den Beinen und Alberto Gilardino traf vom Punkt zur Gästeführung. Allerdings lag kein Foulspiel, sondern eine Schwalbe vor. Minuten später entschied Referee Dino Tomassi erneut auf Strafstoß - diesmal auf der Gegenseite, und wieder war dabei nicht alles sauber. Aquilani bedankte sich und stellte auf 1:1. Es ging wild weiter: Die Fiorentina, immer noch nicht ganz bei der Sache, vertändelte vor dem eigenen Strafraum und ließ Luca Antonini gewähren - 2:1 für die Gäste aus Ligurien.

Doch Florenz antwortete abermals. Aquilani traf nach Zuspiel von Massimo Ambrosini ins linke Eck zum Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel blieb das Tempo weiter hoch. Moussa Konate scheiterte per Kopf am Pfosten und der erneuten Führung, ehe Aquilani im direkten Gegenzug mit seinem dritten Tor nach Joaquin-Zuspiel seine überragende Leistung krönte. Nach 74 Minuten holte er sich seine Standing Ovations ab und machte Platz für United-Leihgabe Anderson, der sein Debüt feierte. Ohne den Dreifachtorschützen gab es aber noch den finalen Nackenschlag.

Inter Mailand - Catania Calcio 0:0

Inter Mailand tritt weiter auf der Stelle. Selbst im Heimspiel gegen den Tabellenletzten vermochten es die Lombarden nicht, ihre Durststrecke von vier Pflichtspielen ohne Sieg im Kalenderjahr 2014 zu beenden. Trotz 14:4 Torschüssen und massiven Ballbesitzvorteilen für die Mailänder konnte Catania den Punkt relativ problemlos nach Sizilien entführen. Für die Mannschaft von Walter Mazzarri rückt der Champions-League-Qualifikationsplatz damit in weite Ferne.

Dabei stellten die Nerazzurri zu Beginn klar, wer im San Siro heimisch und wer der Tabellenletzte ist. Inter drückte Catania weit in die eigene Hälfte und belagerte den Strafraum teilweise im Handball-Stil. Nahezu 75 Prozent Ballbesitz hatten die Lombarden sich nach einer halben Stunde erspielt. Was fehlte, waren die Tore. Der Gastgeber lieferte hinsichtlich der Effektivität einen Offenbarungseid ab.

Die Gäste merkten zunehmend, dass sie die Chance auf Punkte hatten und verstärken ihre Bemühungen. Inter-Schlussmann Samir Handanovic musste vermehrt rettend eingreifen. Das Offensivspiel der Mailänder fand praktisch nicht mehr statt. Das halbvolle San Siro tat seinen Unmut mit Pfiffen kund. Die Nerazzurri fügten sich in ihr Schicksal und brachten nichts Zählbares mehr zustande.

Cagliari - AC Milan 1:2 (1:0)

Tore: 1:0 Sau (28.), 1:1 Balotelli (87.), 1:2 Pazzini (89.)

Ein unfassbares Finish bringt Milan den Sieg in Cagliari! Ein fataler Blackout von Keeper Marco Amelia schien schon die Pleite der Rossoneri auf Sardinien zu besiegeln. Doch in der Schlussphase bäumten sich die Gäste auf: Ein genialer Freistoß von Mario Balotelli brachte Milan zurück, ehe Giampaolo Pazzini eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit einen Eckball zum umjubelten zweiten Triumpf unter Trainer Clarence Seedorf ins Netz spitzelte.

Milan spielte zunächst in der Defensive unstrukturiert und kassierte schon nach zwei Minuten beinahe das 0:1. Zumindest im Angriff stimmte das Zusammenspiel: Mario Balotelli, Robinho und Keisuke Honda initiierten einige gefährliche Angriffe. Hinten brannte es aber immer wieder lichterloh. So auch nach einer knappen halben Stunde, als Keeper Marco Amelia einen katastrophalen Fehlpass auf Cagliaris Mauricio Pinilla spielte. Sein Zuspiel erreichte Marco Sau, der nur noch einschieben musste.

Milan war im zweiten Durchgang bemüht, das Spiel irgendwie zu drehen. Seedorf brachte mit Pazzini einen weiteren Angreifer, doch weiter mangelte es an Ideen und der nötigen Überzeugung. In der Schlussphase kam dann der große Auftritt des Duos Balotelli und Pazzini, der doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Dreier sicherte.

Hellas Verona - AS Roma 1:3 (0:1)

Tore: 0:1 Ljajic (45.), 1:1 Hallfredsson (49.), 1:2 Gervinho (60.), 1:3 Totti (FE/82.)

Gervinho, Gervinho, Gervinho - das Spiel der Römer bestand zunächst fast ausschließlich aus Aktionen des Ivorers. Kaum verwunderlich, dass Adem Ljajic kurz vor der Pause aus sechs Metern einschob, nachdem Gervinho über die linke Flanke durchgebrochen war. Als die komplett feldüberlegenen Giallorossi nach 226 Serie-A-Minuten allerdings mal wieder einen Schuss auf den eigenen Kasten bekamen, fiel prompt der Ausgleich

Emil Hallfredsson, der als einziger Verona-Profi überhaupt aufs Tor schoss, traf zum zweiten Mal in der italienischen Liga. Sein erstes Tor hatte er im April 2009 gegen Juventus erzielt. Allerdings war Verona klar unterlegen. Routinier Luca Toni schoss im gesamten Spiel nicht einmal in Richtung Tor.

Rom nutze die Ungefährlichkeit des Gegners schließlich: Gervinho schnappte sich auf dem linken Flügel das Leder, dribbelte quer in den Strafraum und schoss aus 14 Metern flach ins Eck - 2:1. Der eingewechselte Francesco Totti besorgte mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter schließlich den Endstand, durch der AS Rom den Rückstand auf Tabellenführer Juventus auf sieben Punkte verkleinert.

Lazio Rom - Juventus Turin 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Candreva (27./FE), 1:1 Llorente (60.)

Rote Karte: Buffon (26./Notbremse)

Die 41.500 Zuschauer im Stadio Olimpico erlebten eine packende Partie. Während Juventus lange dominierte, fuhr Lazio gefährliche Konter. Bis zum Ende war viel Feuer in der Partie. In der Schlussphase hatte Lazio allerdings Pech: Zunächst lenkte Juves Ersatzkeeper Marco Storari einen Kopfball von Miroslav Klose mit einem Blitzreflex an die Latte (76.), zehn Minuten später knallte Balde Keita den Ball aus 17 Metern an den Pfosten.

Juventus selbst war allerdings ebenfalls stets gefährlich und schnürte Lazio phasenweise am eigenen Strafraum ein. Dass die Alte Dame ab der 26. Minute in Unterzahl spielte, war kaum zu merken - nach Pass von Abdoulay Konko war Klose alleine im Strafraum aufgetaucht, Gianluigi Buffon fällte den Nationalspieler - Schiedsrichter Davide Massa zückte folgerichtig Rot. Den fälligen Strafstoß verwandelte Antonio Candreva sicher.

Mit der Führung und einem Mann mehr spielte Lazio clever und setzte weiter auf schnelle Konter. Dennoch kam der Meister zu Chancen und nach einer Stunde auch zum verdienten Ausgleich: Eine Flanke von Stephan Lichtsteiner köpfte Llorente über Torhüter Etrit Berisha in die lange Ecke. Es entwickelte sich ein packendes Finish mit Chancen auf beiden Seiten, wobei Lazio die beiden besten Gelegenheiten vergab. Für Juve endet die Serie von zwölf Ligasiegen in Folge, Lazio bleibt unter seinem neuen Coach Edoardo Reja ungeschlagen.

Die Top-Torjäger der Serie A 2013/14
Rang 1: Ciro Immobile vom FC Turin (22 Tore)
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Rang 1: Ciro Immobile vom FC Turin (22 Tore)
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Rang 2: Luca Toni von Hellas Verona (20 Tore)
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Rang 2: Luca Toni von Hellas Verona (20 Tore)
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Rang 3: Carlos Tevez von Juventus (19 Tore)
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Rang 3: Carlos Tevez von Juventus (19 Tore)
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Rang 4: Antonio di Natale von Udinese Calcio (17 Tore)
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Rang 4: Antonio di Natale von Udinese Calcio (17 Tore)
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Rang 4: Gonzalo Higuain vom SSC Neapel (17 Tore)
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Rang 4: Gonzalo Higuain vom SSC Neapel (17 Tore)
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Rang 4: Rodrigo Palacio von Inter Mailand (17 Tore)
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Rang 4: Rodrigo Palacio von Inter Mailand (17 Tore)
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Rang 6 Domenico Berardi von Sassuolo Calcio (16 Tore)
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Rang 6 Domenico Berardi von Sassuolo Calcio (16 Tore)
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Rang 7: Llorente von Juventus Turin (16 Tore)
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Rang 7: Llorente von Juventus Turin (16 Tore)
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Rang 7: Giuseppe Rossi vom AC Florenz (16 Tore)
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Rang 7: Giuseppe Rossi vom AC Florenz (16 Tore)
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Rang 10: Alberto Gilardino von Genua (15 Tore)
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Rang 10: Alberto Gilardino von Genua (15 Tore)
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Rang 10: Paulinho vom AS Livorno (15 Tore)
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Rang 10: Paulinho vom AS Livorno (15 Tore)
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Rang 10: Jose Callejon vom SSC Neapel (15 Tore)
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Rang 10: Jose Callejon vom SSC Neapel (15 Tore)
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Rang 13: Mario Balotelli vom AC Milan (14 Tore)
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Rang 13: Mario Balotelli vom AC Milan (14 Tore)
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Rang 14: Alessio Cerci vom FC Turin (13 Tore)
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Rang 14: Alessio Cerci vom FC Turin (13 Tore)
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Rang 14: Mattia Destro von AS Rom (13 Tore)
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Rang 14: Mattia Destro von AS Rom (13 Tore)
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Rang 14: Alberto Paloschi von Chievo Verona (13 Tore)
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Rang 14: Alberto Paloschi von Chievo Verona (13 Tore)
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Rang 14: German Denis von Atalanta Bergamo (13 Tore)
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Rang 14: German Denis von Atalanta Bergamo (13 Tore)
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SSC Neapel - Chievo Verona 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Sardo (18.)., 1:1 Albiol (88.)

Über eine Stunde lang belagerte Napoli den Strafraum der Gäste, bis kurz vor Schluss hielt Chievos Führung aber. Zwei Minuten vor dem Ende fiel eine abgefälschte Flanke vor die Füße von Raul Albiol, der nicht lange fackelte und aus acht Metern per Volley zum längst verdienten Ausgleich traf. Neapel drückte zwar noch auf den Siegtreffer, musste sich am Ende aber mit einem Zähler begnügen.

Dabei hätte das Team von Trainer Rafael Benitez schon deutlich früher treffen müssen. Die Hausherren schnürten Chievo vor allem im zweiten Durchgang regelmäßig in der eigenen Hälfte ein, kamen allerdings kaum mal gefährlich in den Strafraum. Lediglich Dries Mertens hatte gute Gelegenheiten, sein Kopfball rauschte knapp über das Tor (12.) und ein Freistoß aus 20 Metern klatschte gegen den Pfosten.

Aus dem Spiel heraus tat sich Napoli gegen den extrem defensiven Abstiegskandidaten aber sehr schwer, zumal sich Chievo nach dem Führungstreffer nur noch auf die Defensive verlagerte - nach einem Doppelpass mit Cyril Thereau hatte Gennaro Sardo den Ball per Vollspann aus acht Metern in den Winkel geknallt. Aufgrund der mangelnden Durchschlagskraft reichte es aber nur zu einem Zähler, womit Napoli nur drei der letzten sieben Ligaspiele gewonnen hat. Chievo wartet indes seit sechs Partien auf einen Sieg.

Die Serie A im Überblick

Adrian Bohrdt/Marco Nehmer
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