Serie A, 13. Spieltag

Rom verliert Tabellenführung an Juve

Von Marco Heibel / Marco Nehmer
Montag, 25.11.2013 | 23:08 Uhr
Die Roma ließ gegen Cagliari teilweise Großchancen liegen, wie in dieser Szene Gervinho
© getty
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Der AS Rom verliert durch ein unglückliches 0:0 gegen Cagliari Calcio die Tabellenführung in der Serie A. Dort thront nun Juve, das sich lange schwer tat, aber dann gegen Livorno doch noch den wichtigen Sieg einfuhr. Der SSC Neapel verlor bei seine Generalprobe BVB-Spiel nicht nur das Heimspiel gegen den FC Parma mit 0:1, sondern auch seinen Star Marek Hamsik. Auch für Florenz, Inter, Lazio und Milan reicht es nicht für einen Sieg.

AS Roma - Cagliari Calcio 0:0

In einem ansehnlichen Spiel vergab die Roma einen Hochkaräter nach dem anderen. Gervinho (38.) und Strootman (39.) hätten die Partie noch vor dem Pausentee zu Gunsten der Heimmannschaft entscheiden können, scheiterten aber am Außenpfosten und am gut reagierenden Gäste-Keeper Avramov.

Cagliari kam selten und nur sehr schlecht aus der eigenen Hälfte, gute Kontergelegenheiten waren ebenso Mangelware wie zielführend vorgetragene Spielzüge. Schon gegen Mitte der zweiten 45 Minuten gab sich das Team von Lopez mit der Punkteteilung zufrieden, spielte auf Halten und verzögerte das Spiel, wo es nur ging.

Die Roma rannte hingegen weiter an, fand aber zu selten die Lücke im dichten Abwehrverbund des Gegners. Am Ende konnte sich der Gastgeber sogar bei seinem Keeper de Sanctis bedanken, dass zumindest ein Punkt in der Hauptstadt blieb, nachdem der Schlussmann zuvor einen tollen Eriksson-Freistoß aus dem Winkel gekratzt hatte. Die Mini-Krise der Giallorossi geht mit dem dritten Unentschieden in Folge in die nächste Runde.

SSC Neapel - FC Parma 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Cassano (81.)

Vor dem wichtigen Champions-League-Spiel bei Borussia Dortmund am Dienstag wollte Napolis Trainer seinen angeschlagenen Mittelfeldkopf Marek Hamsik eigentlich schonen.

Weil sich die Kollegen des Slowaken aber kaum Chance erspielten, schickte Rafael Benitez den 26-Jährigen nach 68 Minuten doch auf das Spielfeld - mit der Konsequenz, dass Hamsik neun Minuten später mit schmerzverzerrtem Gesicht wieder runter musste.

Als wäre der Tag aus Sicht des Tabellendritten nicht schon schlimm genug, schenkte Parmas Bester Antonio Cassano den Neapolitanern in der 81. Minute auch noch das 0:1 ein. Der 31-Jährige konnte unbedrängt allein Richtung Strafraum ziehen und von der Strafraumkante aus ins untere linke Eck vollenden.

Zuvor hatte der italienische Nationalstürmer dem aufgerückten Verteidiger Felipe bereits das Führungstor aufgelegt (49.), der Brasilianer verhaspelte sich aber. Auf Seiten Neapels strahlte einzig Gonzalo Higuain ein wenig Torgefahr aus. Der Argentinier wurde unter anderem bei einem Tor zu Recht wegen Abseits zurückgepfiffen (74.).

FC Bologna - Inter Mailand 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Kone (12.), 1:1 Jonathan (52.)

Erick Thohir will Inter Mailand wieder zu einem der führenden Klubs in Europa machen. Nach Spiel eins unter seiner Führung als Klubbesitzer lässt sich feststellen: Es wartet noch einige Arbeit auf alle Beteiligten. Der Start in die Ära nach Massimo Moratti verlief unter den Augen des Indonesiers holprig. Mehr als ein Remis war trotz 22:9 Schüssen und 15:2 Ecken nicht drin.

Die Gäste kamen nur schleppend in die Begegnung und wurden bereits nach zwölf Minuten mit der kalten Dusche bestraft. Die bis dahin nicht in Erscheinung getretenen Hausherren konterten im eigenen Stadion und Panagiotis Kone schloss durch die Beine von Samir Handanovic zur Führung ab. Im Gegenzug vergab Rodrigo Palacio völlig frei den postwendenden Ausgleich.

Inter war zwar etwas besser, ein abgefälschter Guarin-Schuss ging nur ans Lattenkreuz, doch es dauerte bis zur 52. Minute, ehe der Ausgleich fiel. Jonathan brachte einen abgefälschten Flachschuss im Netz unter. Danach spielte plötzlich nur noch Inter, doch die Mazzarri-Elf scheiterte ein ums andere Mal im Abschluss. Die letzte Riesenchance vergab Juan Jesus, der volley nur die Latte traf. Inter bleibt Vierter, Bologna schiebt sich mit elf Punkten einen Rang vor auf 17.

AS Livorno - Juventus Turin 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Llorente (63.), 0:2 Tevez (75.)

Fernando Llorente mausert sich bei Juve zum Mann für die wichtigen Tore. Lief es anfangs der Saison noch nicht für den Spanier, brachte er wie schon gegen Napoli sein Team in Livorno auf die Siegerstraße. Den zweiten Treffer legte er selbst auf und sorgte dafür, dass die Turiner zum ersten Mal in der Saison 2013/14 als Spitzenreiter grüßen.

Zu Anfang lief es für die Alte Dame zunächst noch nicht wirklich rund. Gegen den gut gestaffelt auftretenden Aufsteiger hatte die Conte-Elf Probleme, sich in die Gefahrenzone zu kombinieren. Nach 20 Minuten hatte Juve eine kleine Drangphase, doch danach regierte wieder der Leerlauf. Weitestgehend ereignislos bat Schiedsrichter Davide Massa zum Pausentee.

Das Geduldsspiel für die Bianconeri zog sich auch nach dem Seitenwechsel quälend lang hin - bis nach über einer Stunde Llorente seine Farben endlich erlöste. Der Spanier traf per Volleyabnahme zur umjubelten Führung. Kurze Zeit später war dann alles klar für Juve. Llorente bediente Carlos Tevez, der von der Strafraumkante zum Endstand traf. Juventus hat nun zwei Punkte Vorsprung auf die Roma, die am Montag gegen Cagliari antritt. Livorno bleibt bei zwölf Zählern.

Udinese Calcio - AC Florenz 1:0 (1:0)

Tore: 1:0 Heurtaux (34.)

Einer, der gar nicht auf dem Platz stand, wird wohl am meisten gelitten haben beim Anblick der 90 Minuten seiner Mannschaft. Im letzten Spiel ohne den wohl nächste Woche wieder eingreifenden Mario Gomez war Florenz das dominierende Team, machte aber einfach das Tor nicht. So wurde die Viola von Udine bitter bestraft und verliert unnötig den Anschluss an die zur Teilnahme an der Königsklasse berichtigenden Plätze.

Im Stadio Friuli spielten in Durchgang eins praktisch nur die Gäste. Die Fiorentina drückte, hatte vor dem Tor aber mehrmals Pech - besonders in der 21. Minute, als der Elf von Vincenzo Montella ein klarer Strafstoß verweigert wurde. Giuseppe Rossi wurde von Danilo gelegt, Referee Paolo Tagliavento zeigte aber zu Unrecht nicht auf den Punkt. Aus dem sprichwörtlichen Nichts gingen die Hausherren sogar in Führung, als Thomas Heurtaux eine Freistoßflanke einköpfte

Der Schock des Gegentores begleitete die Fiorentina auch in die zweite Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel büßten die Lila-Weißen ihre optische Überlegenheit ein und kamen nur noch selten in gefährliche Abschlusspositionen. Bis zum Schlusspfiff kam nichts mehr von den konsternierten Gästen, die bei 24 Punkten bleiben und nun bereits zehn Zähler hinter Juve liegen. Udine verschafft sich mit nun 16 Zählern einen kleinen Puffer auf die Abstiegszone.

Sampdoria Genua - Lazio Rom 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 Soriano (67.), 1:1 Cana (90.+4)

Rot: Krsticic (Sampdoria/49.)

Lazio Rom reist mit einem dicken blauen Auge im Gepäck zurück in die Hauptstadt. Einem Solo von Lorik Cana in der 94. Minute war es zu verdanken, dass die Laziali zumindest einen Punkt aus Genua mitnahmen. Dabei verlief das Wiedersehen zwischen Sampdoria-Trainerdebütant Sinisa Mihajlovic und seinem langjährigen Klub aus der Hauptstadt lange nach dem Geschmack des Serben.

In Unterzahl - Mihajlovic flog in seiner Serie-A-Zeit ganze sieben Mal vom Platz - drehte sein Klub auf und war nah dran am ersten Sieg nach drei Pleiten. Die erste Halbzeit blieb noch vollkommen ereignislos. Die erste nennenswerte Aktion ereignete sich dann kurz nach Wiederbeginn. Doch statt eines schönen Spielzugs gab es glatt Rot: Genuas Nenad Krsticic stieg brutal gegen Cristian Ledesma ein und holte sich den verdienten Platzverweis ab.

Doch auch mit einem Mann mehr gelang es den Laziali nicht, die Schlagzahl zu erhöhen. Im Gegenteil: Roberto Soriano schockte die Petkovic-Elf per Kopf, ehe Cana noch zum schmeichelhaften Ausgleich kam und Lazio zumindest den einen Punkt rettete. Die Römer hinken als Achter mit nun 17 Zählern aber weiter den Ansprüchen hinterher. Genua schiebt sich mit zehn Punkten auf Rang 16.

AC Milan - CFC Genua 1:1 (1:1)

Tore: 1:0 Kaka (4.), 1:1 Gilardino (8./Foulelfmeter)

Rote Karte: Manfredini (35., Genua)

Bes. Vorkommnis: Balotelli (Milan) verschießt Foulelfmeter gegen Perin (36.)

Mehr als zwei Drittel Ballbesitz, 38:2 Torschüsse und trotzdem kein Sieg - das Duell zwischen dem AC Milan und dem CFC Genua war ein Sinnbild für die aktuelle Ergebniskrise der Rossoneri, die bereits zum fünften Mal in Folge nicht gewinnen konnten.

Dabei deutete anfangs alles auf einen besonderen Abend im Giuseppe-Meazza-Stadion hin: In seinem 200. Serie-A-Spiel führte Kaka die Mannschaft in Abwesenheit von Riccardo Montolivo als Kapitän aufs Feld und erzielte gleich mit der ersten Chance des Spiels spektakulär die Führung.

Die Freude währte jedoch nicht lange, weil Urby Emanuelson Genuas Sime Vrsaljko im Strafraum zu Fall brachte und Alberto Gilardino eiskalt ausglich. Damit machte es der ehemalige Milan-Stürmer besser als sein Nationalmannschaftskollege Mario Balotelli, der in der 36. Minute als Gefoulter nach einer Attacke von Thomas Manfredini kläglich verschoss.

Dass die Partie dennoch Unentschieden endete war nicht allein Balotellis Schuld, sondern auch die seiner Mitspieler, die trotz totaler Offensive und mehr als einem Dutzend hochkarätiger Chancen den Ball kein zweites Mal im Tor von Mattia Perin unterbringen konnten.

Der 13. Spieltag im Überblick

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