Freitag, 18.10.2013

Rafa Benitez und die Nachwehen der Chelsea-Zeit

Kampf dem schlechten Image

Rafael Benitez hat einen guten Start bei seiner neuen Station in Neapel (Roma - Napoli, 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) hingelegt. Überhaupt hat der Spanier fast jeden wichtigen Titel gewonnen. Dennoch genießt er nicht die gleiche Anerkennung wie andere Top-Trainer. Schuld an seinem Image haben auch die Fans des FC Chelsea.

Fühlt sich wohl im San Paolo in Neapel: Rafael Benitez
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Fühlt sich wohl im San Paolo in Neapel: Rafael Benitez

Lobeshymnen auf die gegnerische Mannschaft und deren Trainer gehören im Vorfeld von Fußballbegegnungen mittlerweile zum guten Ton. Die Art und Weise, mit der Arsene Wenger im Vorfeld des Champions-League-Gruppenspiels gegen den SSC Neapel über Trainerkollege Rafa Benitez sprach, erschien dennoch besonders seltsam.

"Rafael Benitez ist ein großartiger Manager und hat bei all seinen Stationen einen guten Job gemacht. Die Leute waren gemein zu ihm, weil sie von ihm nicht erwarteten zu Chelsea zu gehen, doch er hat sich sehr gut angestellt. Mit der Zeit werden die Leute erkennen, dass er gut gearbeitet hat", versuchte Arsenals Trainer seinen Kollegen förmlich in Schutz zu nehmen.

Aufmunterung und Mitleid für einen Trainer, der in seiner Karriere nahezu jeden großen Pokal gewonnen hat. So merkwürdig das auch anmuten mag, es passt dennoch zu Benitez' momentaner Situation. Viele Trainer haben zwar weniger Trophäen im Schrank, genießen aber trotzdem einen erheblich besseren Ruf als der Spanier.

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Erfolgstrainer Benitez

Dabei ist Rafael Benitez Maudes eigentlich der Prototyp dessen, was man als Erfolgstrainer bezeichnen würde.

Nach dem Aufstieg mit CD Teneriffa wechselte er 2001 zum FC Valencia. Es folgte die seit langem erfolgreichste Zeit des Klubs mit den beiden Meistertiteln 2002 und 2004 sowie dem Gewinn des UEFA-Cups im Jahr der zweiten Meisterschaft.

Anschließend wechselte Benitez zum FC Liverpool und vollführte dort sein Meisterstück mit dem Gewinn der Champions League im legendären Finale von Istanbul gegen den AC Milan. Nach sechs erfolgreichen Jahren mit den Vize-Titeln in Meisterschaft und Champions League sowie dem FA-Cup-Sieg verließ Benitez aus, wie er sagt, verschiedenen Gründen den Verein. Zu diesem Zeitpunkt galt der Spanier bereits als anerkannter Fachmann und genoss einen exzellenten Ruf in der Fußballwelt.

Missverständnis Inter Mailand

Doch nach dem Ende der vielzitierten Liebesaffäre zwischen Benitez und Liverpool ging es für beide Seiten stetig bergab: Die Reds versanken im Mittelmaß und Benitez übernahm schließlich im Sommer 2010 das undankbare Erbe von Jose Mourino bei Inter Mailand. Dort angekommen traf er auf eine Mannschaft, die nach der historischen Triple-Saison schwer zu führen war.

Viele Spieler waren bereits jenseits der 30 und hatten nach dem größten Erfolg ihrer Karriere wohl auch das ein oder andere Motivationsproblem. Bereits bei der Klub-WM klagte der Spanier über fehlende Rückendeckung im Verein, holte zum Rundumschlag raus.

Trotz der Titel in der Super Coppa, dem UEFA Supercup und der FIFA Klubweltmeisterschaft wurde Benitez bereits nach fünf Monaten wieder entlassen. Platz sieben in der Serie A verbunden mit einem satten 13 Punkte-Rückstand auf Tabellenführer Milan wurden ihm letzten Endes zum Verhängnis.

Napoli im Vergleich mit Tabellenführer Roma (20.30 Uhr im LIVE-TICKER):

Chelsea-Fans contra Benitez

Nach einer zweijährigen Auszeit übernahm Benitez schließlich das Amt beim früheren Rivalen FC Chelsea. In London übernahm er jedoch nicht nur das Amt von Roberto di Matteo, Held der Chelsea-Fans und Champions League-Triumphator, sondern auch den Klub, gegen den er zu Liverpool-Zeiten geradezu leidenschaftlich gerne zur verbalen Attacke geblasen hatte.

Auch die Fans der Blues bekamen damals ihr Fett weg. "Liverpools Fans brauchen keine Plastikfähnchen, um ihren Verein zu unterstützen. Sie zeigen wahre Leidenschaft. Chelseas Fans sind leidenschaftslos", lästerte der Spanier damals.

Die Top-Torjäger der Serie A 2013/14
Rang 1: Ciro Immobile vom FC Turin (22 Tore)
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Rang 1: Ciro Immobile vom FC Turin (22 Tore)
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Rang 2: Luca Toni von Hellas Verona (20 Tore)
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Rang 2: Luca Toni von Hellas Verona (20 Tore)
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Rang 3: Carlos Tevez von Juventus (19 Tore)
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Rang 3: Carlos Tevez von Juventus (19 Tore)
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Rang 4: Antonio di Natale von Udinese Calcio (17 Tore)
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Rang 4: Antonio di Natale von Udinese Calcio (17 Tore)
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Rang 4: Gonzalo Higuain vom SSC Neapel (17 Tore)
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Rang 4: Gonzalo Higuain vom SSC Neapel (17 Tore)
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Rang 4: Rodrigo Palacio von Inter Mailand (17 Tore)
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Rang 4: Rodrigo Palacio von Inter Mailand (17 Tore)
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Rang 6 Domenico Berardi von Sassuolo Calcio (16 Tore)
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Rang 6 Domenico Berardi von Sassuolo Calcio (16 Tore)
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Rang 7: Llorente von Juventus Turin (16 Tore)
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Rang 7: Llorente von Juventus Turin (16 Tore)
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Rang 7: Giuseppe Rossi vom AC Florenz (16 Tore)
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Rang 7: Giuseppe Rossi vom AC Florenz (16 Tore)
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Rang 10: Alberto Gilardino von Genua (15 Tore)
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Rang 10: Alberto Gilardino von Genua (15 Tore)
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Rang 10: Paulinho vom AS Livorno (15 Tore)
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Rang 10: Paulinho vom AS Livorno (15 Tore)
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Rang 10: Jose Callejon vom SSC Neapel (15 Tore)
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Rang 10: Jose Callejon vom SSC Neapel (15 Tore)
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Rang 13: Mario Balotelli vom AC Milan (14 Tore)
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Rang 13: Mario Balotelli vom AC Milan (14 Tore)
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Rang 14: Alessio Cerci vom FC Turin (13 Tore)
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Rang 14: Alessio Cerci vom FC Turin (13 Tore)
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Rang 14: Mattia Destro von AS Rom (13 Tore)
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Rang 14: Mattia Destro von AS Rom (13 Tore)
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Rang 14: Alberto Paloschi von Chievo Verona (13 Tore)
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Rang 14: Alberto Paloschi von Chievo Verona (13 Tore)
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Rang 14: German Denis von Atalanta Bergamo (13 Tore)
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Rang 14: German Denis von Atalanta Bergamo (13 Tore)
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Trotz aller Versuche, die Anhänger der Blues zu besänftigen, sie hatten seine Attacken nicht vergessen und bereiteten dem Neuzugang einen äußerst heißen Empfang. Zur Melodie von Guantanamera skandierten sie:" Fat Spanish waiter, you're just a fat Spanish waiter..." ("... du bist nur ein fetter spanischer Kellner...").

Es waren vor allem die Fans, die Benitez' Amtszeit einem Spießrutenlauf gleichen ließ. Klub-Eigner Roman Abramowitsch entpuppte sich in diesem Zusammenhang auch nicht gerade als hilfreich, als er den Spanier bereits zu einem frühen Zeitpunkt als Interimstrainer bezeichnete.

Es folgte eine Saison, die wohl am ehesten mit "Alle gegen Benitez" beschrieben werden könnte. Bereits drei Monate nach Amtsantritt zog der 53-Jährige schließlich die Reißleine und verkündete aus freien Stücken seinen Abgang zum Saisonende. Trotz heftigem Gegenwind, verließ der ungeliebte Trainer Chelsea mit dem Gewinn der Europa League und einem standesgemäßen dritten Platz in der heimischen Liga.

Neue Chance in Neapel

Im Sommer folgte nach zwei äußerst unglücklichen Stationen der Wechsel zum SSC Neapel. Hier fand Benitez nicht nur eine runderneuerte Mannschaft, sondern auch endlich die Wertschätzung, die der Spanier so dringend brauchte.

Bereits vor seiner Vorstellung lobte Klubpräsident Aurelio De Laurentiis: "Er ist ein Mann von großer internationaler Erfahrung, ein echter Leader".

Und Benitez ist schon wieder auf einem guten Weg. In der Serie A ist Napoli noch ungeschlagen, gewann sechs von sieben Saisonspielen. In die Champions League starteten die Süditaliener mit einem Sieg über Vorjahresfinalist Borussia Dortmund.

Der Spanier scheint einen Weg gefunden zu haben, den Abgang von Superstar Edinson Cavani aufzufangen. Napoli tritt bestens organisiert auf, ein Kennzeichen aller Benitez-Teams. Der nächste Titel ist vermutlich nur eine Frage der Zeit.

Alles zum SSC Neapel

Marco Kieferl

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