Montag, 14.05.2012

Generationswechsel bei Juventus und Milan

Bewegende Abschiede in der Serie A

Paraden, Tränen und scheidende Stars - zum Abschluss der Saison der italienischen Serie A stahlen die Abschiede der Klubikonen von Juventus Turin und dem AC Mailand den letzten sportlichen Entscheidungen die Bühne.

Alessandro Del Piero (M.) durfte noch ein Mal die Trophäe für den Meister der Serie A stemmen
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Alessandro Del Piero (M.) durfte noch ein Mal die Trophäe für den Meister der Serie A stemmen

Während Lazio Rom ohne den beim Abschlusstraining am Knöchel verletzten Miroslav Klose knapp die Champions League verpasste, fokussierte sich das Interesse auf die beiden norditalienischen Metropolen.

In Turin sagte Alessandro Del Piero Juventus nach 19 Jahren, 48.785 Einsatz-Minuten und 704 Spielen seinem Heimpublikum adieu. Bei der Partie gegen Atalanta Bergamo (3:1) hatte der 37-Jährige zunächst seinen 289. Klubtreffer erzielt und wurde in der 57. Minute unter stehenden Ovationen ausgewechselt.

Es folgten bewegende Szenen, als Del Piero Ehrenrunde um Ehrenrunde abgraste, während die Partie ohne jegliche Beachtung fortlief. Unter dem schier endlosen Chor "Einen Capitano, es gibt nur einen Capitano", warfen ihm die Tifosi unter Tränen Schals, Transparente und Blumen zu.

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"Alex wird für immer unser Kapitän bleiben"

Selbst Torhüter Gianluigi Buffon konnte seine Gefühle nicht unterdrücken. "Ich tat zwei Mal so, als wolle ich mir die Schuhe zubinden, um den Kloß im Hals herunterzuschlucken", gestand Del Piero. "Alex wird für immer unser Kapitän bleiben", sagte Präsident Andrea Agnelli.

Die Zeitungen feierten Del Piero: "MonumentAle - eine Legende", titelte die Gazzetta dello Sport. Tuttosport schrieb: "Ehrenrunden während des Spiels, das gab es noch nie. Ein epochales und tristes Ereignis zugleich" Die Repubblica kommentierte: "Bei einigen vorbildlichen Champions wünschte man sich, sie würden auf ewig spielen." Del Piero steht am 20. Mai im Pokalfinale in Rom gegen den SSC Neapel vor seinem letzten Juve-Einsatz.

Seine sechste Turiner Meisterschaft kostete er am Sonntagabend jedoch gebührend auf der Fahrt im offenen Party-Bus durch die Stadt aus. Die dreistündige Parade flankierten 400.000 Anhänger im heillos verstopften Turin.

Neben dem ersten Titel seit neun Jahren feierte Juventus beeindruckende Rekorde: Erst als drittes Team der Serie A blieb der Klub über die gesamte Saison ungeschlagen, spielte 21 Mal zu null, 20 verschiedene Torschützen trugen sich in die Statistiken ein.

Die Top-Torjäger der Serie A 2011/2012
Rang 1: Zlatan Ibrahimovic vom AC Milan (28 Tore)
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Rang 1: Zlatan Ibrahimovic vom AC Milan (28 Tore)
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Rang 2: Diego Milito von Inter Mailand (24 Tore)
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Rang 2: Diego Milito von Inter Mailand (24 Tore)
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Rang 3: Edinson Cavani vom SSC Neapel (23 Tore)
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Rang 3: Edinson Cavani vom SSC Neapel (23 Tore)
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Rang 3: Antonio Di Natale (r.) von Udinese Calcio (23 Tore)
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Rang 3: Antonio Di Natale (r.) von Udinese Calcio (23 Tore)
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Rang 5: Rodrigo Palacio vom FC Genua (19 Tore)
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Rang 5: Rodrigo Palacio vom FC Genua (19 Tore)
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Generationswechsel bei Ex-Champion AC Mailand

Rund 140 Kilometer weiter flossen ebenfalls Tränen, als in San Siro Gennaro Gattuso nach 13, Filippo Inzaghi nach elf und Alessandro Nesta nach zehn Jahren dem Vize-Meister AC Mailand offiziell "Addio" sagten. Den dringend benötigten Generationswechsel rundeten die Abschiede von Gianluca Zambrotta und Mark van Bommel ab, auch Clarence Seedorf wird den Verein mit großer Wahrscheinlichkeit verlassen.

"Helden auf ewig - San Siro verneigt sich", titelte der Corriere dello Sport. AC-Geschäftsführer Adriano Galliani sagte: "Das ist das Ende einer Epoche, wir müssen von Neuem beginnen. Doch wo zum Teufel soll ich solche Persönlichkeiten noch einmal auftreiben?"

Im Zuge der großen Abschiede geriet es beinahe zur Nebensache, dass Lazio trotz des 3:1-Sieges über Inter Mailand knapp die Champions League verpasste. Dort wird in der Qualifikation der Tabellendritte Udinese Calcio antreten.

"Lazio, die Saison war trotzdem fantastisch", befand die römische Zeitung Messaggero, "Drei Punkte aus Stolz", schrieb der Corriere dello Sport. Die Zukunft von Trainer Edy Reja bleibt dennoch fraglich. "Ich bin ein Angestellter, die Entscheidungen trifft der Präsident", sagte der 66-Jährige.

Die Serie-A-Saison im Überblick


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