Inter vor dem Derby gegen Milan

Inter: Aufholjagd ohne das Kronjuwel

Von Christian Bernhard
Freitag, 13.01.2012 | 20:39 Uhr
Inter ist vor dem Derby gegen Milan wieder an der Spitzengruppe dran
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Di13:35
Der Härtetest für den FC Bayern München
Club Friendlies
SaLive
SC Freiburg -
Feyenoord
Premier League
SaLive
Schachtjor Donezk -
Dynamo Kiew
Super Liga
SaLive
Partizan -
Macva
Super Cup
Sa20:30
Anderlecht -
Zulte Waregem
Serie A
Sa21:00
Vitoria -
Chapecoense
International Champions Cup
So00:05
Juventus -
Barcelona
International Champions Cup
So02:05
PSG -
Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Shenhua -
Beijing Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby

Inter schien sich in der Serie A schon sehr früh aus dem Titelrennen verabschiedet zu haben, zeitweise rangierten die Mailänder auf Rang 17. Doch die Nerazzurri gewannen sieben ihrer letzten acht Ligaspiele und können nun mit einem Sieg im Derby gegen Milan wieder ganz vorne angreifen. Die Hauptgründe für die Aufholjagd des Teams von Trainer Claudio Ranieri.

Das Mailänder Derby ging in den Transferintrigen um Pato und Carlos Tevez der letzten Tagen beinahe unter. Dabei ist es für Inter die große Chance, wieder ganz vorne mitzumischen. Eigentlich unvorstellbar, denn nach dem 7. Spieltag lag Inter auf Rang 17 (!).

Doch mit zuletzt sieben Siegen in den letzten acht Liga-Spielen sind die Nerazzurri wieder oben dran - und das, obwohl Wesley Sneijder in der Liga seit Ende Oktober verletzungsbedingt fehlt. Pünktlich zum Derby ist der Niederländer nun fit und Inter kann mit einem Dreier den Rückstand auf Meister Milan bis auf fünf Zähler verkürzen.

Die Gründe für Inters Aufholjagd

Claudio Ranieri: Der Ex-Juve- und Roma-Coach hatte keinen leichten Start auf der Inter-Trainerbank. Nach seinem siegreichen Debüt verlor Ranieri die folgenden zwei Ligapartien - die Mannschaft schien nicht aus dem Keller zu kommen. Doch der 60-Jährige nahm die schwierige Herausforderung an und schwamm sich zusammen mit dem Team frei.

"Ich bin in einem speziellen Moment zu Inter gekommen. Ich habe zwar eine niedergeschlagene Mannschaft vorgefunden, aber auch Wille und großes Zugehörigkeitsgefühl. Ich wollte nicht mehr hören, die Spieler seien alt und satt, denn ich habe gesehen, wie sie gearbeitet haben. Deshalb blieb ich auch bei den Niederlagen ruhig", sagte er im Interview mit "Mediaset Premium".

Ranieri arbeitete vor allem im psychologischen Bereich: Der Coach baute das Team wieder auf, ohne den großen Rückstand auf die Spitze ständig zu thematisieren und so erneut Druck aufkommen zu lassen. Er traf die richtigen Worte, überzeugte sowohl die arrivierten als auch die jungen Spieler und erstickte die Diskussionen über angebliche Clans im Team im Keim: "Falls die Clans aus jenen Spielern bestehen, die als erste zum Training kommen und als letzte gehen, dann bin ich der Boss der Clans."

Den Rest erledigten die positiven Ergebnisse in den letzten Wochen. "Durch die fünf Siege in Serie und die guten spielerischen Vorstellungen in den letzten drei Partien ist unser Selbstvertrauen gestiegen", sagte Diego Forlan "Sky Italia".

Taktisch variierte Ranieri: Nachdem er mit dem Ausfall von Sneijder vom System mit einem Zehner Abstand genommen hatte und auch das 4-2-3-1 nicht die erwünschten Ergebnisse gebracht hatte, stellte er ganz klassisch auf 4-4-2 um. Diese Entscheidung erwies sich als ideal für die Mannschaft. Durch die Rückkehr von Sneijder hat der Inter-Coach nun eine hochklassige Option mehr, womöglich opfert er am Sonntag Giampaolo Pazzini und stellt auf 4-4-1-1 mit dem Niederländer hinter Diego Milito um. Denkbar ist aber auch, dass er beim 4-4-2 bleibt und Sneijder erstmal von der Bank bringt.

Außerdem ist Ranieri ein ausgewiesener Derbyexperte: Von seinen acht letzten Derbys in Rom und Turin hat Ranieri sieben gewonnen und kein einziges verloren.

Juves Lichtsteiner im Interview: "Conte ist die pure Entschlossenheit"

Die Entwicklung der jungen Spieler: Ranieri hat während der Aufholjagd einige junge Spieler ins kalte Wasser geworfen - und wurde dafür belohnt. In aller Munde ist momentan Marco Davide Faraoni: Der 20-Jährige hat nur zwei der letzten acht Spiele verpasst und überzeugte mit seiner Unbekümmertheit, Zuverlässigkeit und Vielseitigkeit (kann außen sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld spielen).

Gegen Parma erzielte er auf spektakuläre Weise sein erstes Serie-A-Tor und verlängerte in den vergangenen Tagen seinen Vertrag bis 2016. Faraoni macht einen sehr bodenständige Eindruck: "Jetzt, wo ich auf der großen Bühne angelangt bin, werde ich das Doppelte geben", sagte er nach seinem Premieren-Tor.

Neben Faraoni hat Ricky Alvarez den größten Sprung gemacht. Der Argentinier, der im Sommer von Velez gekommen war, galt nach einem schwierigen Start bereits als Flopeinkauf - hat sich in den vergangenen Wochen aber stark verbessert und immer öfter seine technische Klasse aufblitzen lassen. Der Argentinier fühlt sich im 4-4-2 auf dem linken Flügel pudelwohl. "Er hat begonnen, die Serie A und sich fußballerisch mit den anderen zu verstehen", sagte Ranieri.

Stürmer Luc Castagnois (19) hat Inter in Siena in letzter Minute den Sieg gesichert, Coutinho (19) und Joel Obi (20) bewiesen sich ebenfalls. Der letzte Youngster, der unter Ranieri den Anschluss an die Stammspieler gefunden hat, ist Mittelfeldspieler Andrea Poli, der sich zuvor sehr lange mit Verletzungen herumplagen musste.

Die Verletzten sind zurück: Zanetti, Cambiasso, Castellazzi, Alvarez, Zarate, Coutinho und Castaignos - diese sieben Spieler waren bis zum Oktober die einzigen im Kader ohne Verletzungen in der ersten Saisonphase. In den meisten Fällen waren es muskuläre Probleme - für Ex-Juve-Sportdirektor Alessio Secco ein klares Indiz für eine alte Mannschaft: "Die Anzahl der Verletzungen korreliert mit dem Alter der Spieler, und Inter hat sicher kein junges Team."

Bitter für die Mailänder war, dass gleich mehrere Leistungsträger (Julio Cesar, Maicon, Thiago Motta, Sneijder, Forlan, Sneijder) von den Verletzungen betroffen waren und zum Teil lange ausfielen. Schritt für Schritt sind sie aber in den vergangenen Wochen und Monaten zurückgekehrt - und Inter hat wieder Siege eingefahren.

Gegen Milan kehrt nun auch Sneijder nach monatelangem Fehlen zurück, Ranieri kann erstmal wieder aus dem Vollen schöpfen. Wie wichtig der Niederländer für Inter ist, machte Ranieri Ende des Jahres eindrucksvoll klar: "Wesley ist unser Kronjuwel. Er darf kein 'normaler' Spieler sein, sondern unser Anführer. Derjenige, der uns an der Hand nimmt und uns nach oben bringt."

Die Stürmer treffen wieder: Lange Zeit schien das Tor für die Inter-Stürmer wie verhext - besonders im San-Siro-Stadion. Erst am 15. Spieltag gelang Giampaolo Pazzini das erste Liga-Stürmertor vor heimischem Publikum.

Diego Milito feierte seine Heim-Premiere dann kurz vor Weihnachten gegen Lecce. "Der Ball wollte einfach nicht ins Tor, aber im Training war er immer voll da. Deshalb habe ich gerne auf ihn gewartet", sagte Ranieri dem "Corriere della Sera" auf Militos Ladehemmung angesprochen.

In Ranieris 4-4-2 werden die Angreifer mit vielen Flanken von den Außen gefüttert, Milito und Pazzini profitieren deutlich davon. Und jetzt kehrt auch noch Sneijder, der Assistgeber in Person, zurück - gute Aussichten für Inter.

Der Kader von Inter im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung