Fussball

Ex-Nationalspieler Giuseppe Signori verhaftet

SID
Giuseppe Signori spielte in seiner aktiven Zeit unter anderem für Lazio Rom und den FC Bologna
© Getty

Im Rahmen einer großangelegten Ermittlung über einen internationalen Wettskandal ist am Mittwoch der ehemalige italienische Nationalspieler Giuseppe Signori verhaftet worden.

Weitere 15 Personen, darunter ehemalige Profis der Serie A und noch aktive Kicker und Manager, wurden von der italienischen Polizei im Rahmen einer Untersuchung verhaftet.

Ein Haftbefehl wurde auch gegen den Ex-Mittelfeldspieler des AC Florenz, Mauro Bressan, erlassen. Ermittlungen laufen auch gegen den Kapitän des Serie-A-Aufsteigers Atalanta Bergamo, Cristiano Doni, und gegen den ehemaligen Sampdoria-Star Stefano Bettarini, der jetzt als TV-Kommentator tätig ist.

Wegen der Verwicklung Donis in den Skandal könnte Atalantas Aufstieg in die Topliga gefährdet sein.

Beruhigungsmittel zur Schwächung von Spielern

Die Verhafteten werden beschuldigt, in den letzten Monaten das Ergebnis von Spielen der Serie B und der 3. Liga manipuliert zu haben, auf die in Italien und im Ausland gewettet wurde.

Dies berichtete die italienische Polizei am Mittwoch. Einige Verdächtigten sollen außerdem im Laufe der letzten Meisterschaft Profis des Drittligisten Cremonese Beruhigungsmittel verabreicht haben, um deren Leistungen zu verschlechtern.

Daraufhin hätten fünf Kicker Beschwerden gemeldet.

Salvini: "Bis zu fünf Spiele gleichzeitig manipuliert"

Dieser Vorfall veranlasste die Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Cremona, die Ermittlungen in die Wege zu leiten, die insgesamt 30 Personen betreffen. Der Staatsanwalt von Cremona, Guido Salvini, sprach von "beeindruckenden Manipulationen".

"Bis zu fünf Spiele zugleich wurden manipuliert", sagte Salvini. Der Staatsanwalt wittert das organisierte Verbrechen hinter dem Wettskandal.

Zu den Personen, die beträchtliche Summen auf die manipulierten Spiele setzten, zählten auch mutmaßliche Mitglieder der organisierten Kriminalität in Albanien.

Untersuchungen über Wettskandal

Italiens Fußballverband FIGC hat am Mittwoch eine Untersuchung über den Wettskandal in die Wege geleitet. Der FIGC-Chefermittler Stefano Palazzi nahm Kontakte zu den Staatsanwälten der lombardischen Stadt Cremona auf, die die Ermittlungen aufgenommen hatten.

Verbandspräsident Giancarlo Abete zeigte sich besorgt, wartet aber auf zusätzliche Informationen aus Ermittlerkreisen.

Signori mit zentraler Rolle

Besonders gravierend sind die Vorwürfe gegen Signori. Er soll eine zentrale Rolle in einer Organisation gespielt haben, die hohe Summen auf manipulierte Spiele gesetzt hat.

Laut des Staatsanwalts soll Signori auch Gelder auf das Serie-A-Meisterschaftsspiel Inter-Lecce am 30. März gesetzt haben.

Der Wettskandal erinnert an die große Manipulationsaffäre, die 2006 den italienischen Fußball erschüttert hatte. Damals war Juventus Turin zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt worden. Den Turinern war der Meistertitel 2006 aberkannt und Inter zugesprochen worden.

Giuseppe Signori im Steckbrief

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