Inter gastiert im Stadio Olimpico

Ab in den Zirkus: Rom ist heiß auf den Scudetto

Von Christian Bernhard
Freitag, 26.03.2010 | 16:40 Uhr
Kommt her zu mir: Roma-Coach Claudio Ranieri freut sich mit seinen Spielern
© Getty
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Der 31. Spieltag der Serie A steht ganz im Zeichen des Knallers zwischen dem AS Rom und Inter Mailand. Die Giallorossi können mit einem Sieg gegen den Tabellenführer und amtierenden Meister bis auf einen Punkt an das Team von Trainer Jose Mourinho heranrücken. Roma-Coach Claudio Ranieri kann dabei erstmals seit knapp sechs Wochen wieder auf Kapitän Francesco Totti zurückgreifen.

"Uno scudetto a Roma vale 10 volte tanto che al nord " - diesen Satz hört man in Rom immer wieder, wenn es um die Meisterschaft geht. Ein Scudetto in Rom ist zehnmal so viel wert wie einer im Norden.

Ganze drei Titel gewann die Roma bisher in ihrer Vereingeschichte, den letzten im Jahr 2001 unter Coach Fabio Capello. Der heutige England-Trainer sprach damals von einer "Heldentat".

Geht es nach den Romanisti, ist eine solche Heldentat diese Saison wieder fällig. Die ewige Stadt träumt wieder, nur vier Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Inter, der am Samstag im ausverkauften Stadio Olimpico gastiert (JETZT im LIVE-Ticker).

"Der Enthusiasmus der Fans ist wunderschön, es ist gut, dass sie träumen. Ich hoffe, dass er auf die Jungs übergeht", sagte Roma-Coach Claudio Ranieri und stellt klar: "Das ist unser Spiel des Jahres."

Ranieri ist zuhause angekommen

Den größten Anteil daran, dass es überhaupt zu einem Duell quasi auf Augenhöhe kommt, hat Ranieri selbst. Der gebürtige Römer, der bereits Valencia, Chelsea und Juve trainiert hat, ist endlich zuhause angekommen.

Für die Giallorossi bestritt er 1973 sein erstes Serie-A-Spiel, er, der im Arbeiterviertel Testaccio, der geografischen Vereinsseele, als Sohn eins Metzgers aufgewachsen war. "Es ist wie ein Traum", hatte er bei seiner Vorstellung Anfang September gesagt. "Nach 35 Jahren kehre ich nach Hause zurück."

Damals lag die Roma mit null Punkten im Tabellenkeller, am zehnten Spieltag betrug der Rückstand auf Inter stolze 14 Zähler. Schritt für Schritt arbeiteten sich die Giallorossi in der Folge nach oben, seit dem 11. Spieltag sind sie nunmehr ungeschlagen.

Ranieri: "Die Jungs haben sich dieses Spiel hart erkämpft"

20 Spiele ohne Niederlage, gekrönt von sieben Siegen in Serie im Januar und Februar, stehen jetzt zu Buche: Ranieri hat es geschafft, dem Team den Winner-Geist zu vermitteln und seine Spieler haben ihn lechzend aufgesogen.

"Inter ist nicht stärker als wir. Wir werden alles und noch mehr geben, denn wir glauben an den Titel", sagt Philippe Mexes. Das Team vertraut Ranieri, denn er weiß, wie es ist, Jose Mourinho und Serienmeister Inter zu jagen: Im Vorjahr tat er dies auf der Bank von Juventus Turin, ehe er zwei Spieltage vor Schluss vor die Tür gesetzt wurde.

Juve befindet sich jetzt im freien Fall, die Roma hingegen schwimmt auf einer Euphoriewelle. "Samstag wird ein großes Spiel, ganz Rom wird uns zuschauen. Na ja, fast ganz Rom", sagt Ranieri mit einem Augenzwinkern Richtung Lazio und schiebt die Favoritenrolle galant nach Mailand: "Inter muss den Titel gewinnen, wir werden probieren da zu sein, sollten sie patzen. Die Jungs haben sich dieses Spiel hart erkämpft."

Francesco Totti als X-Faktor

Ranieri spricht immer vom Team, die Gruppe steht an erster Stelle. Wie groß der Teamgeist in Trigoria ist, beweisen auch die Leitungen der "Problemkinder" Jeremy Menez und Julio Baptista, die mit ihren Toren und tollen Vorstellungen zuletzt einen wertvollen Beitrag zum Gesamtwerk beigesteuert haben.

Luca Toni ist nach seiner Wadenverletzung ebenfalls topmotiviert zurückgekommen und harmoniert sensationell mit Mirko Vucinic.

Es läuft rund - und dabei war der wichtigste Mann lange Zeit nicht mit an Bord war. Die Aufholjagd gelang zum größten Teil ohne Kapitän und Gallionsfigur Francesco Totti, der sich immer wieder mit physischen Problemen herumschlagen musste. Jetzt steht er aber vor seiner Rückkehr - und könnte zum X-Faktor im Kampf um den Scudetto werden.

Totti kann Geschichte schreiben

"Bevor ich aufhöre, möchte ich unbedingt noch etwas Großes gewinnen", sagte Totti in dieser Woche. Pünktlich zum Spitzenspiel wird er wieder im Kader stehen und erstmal auf der Bank sitzen.

Seine Visitenkarte: 21 Saisontore in 22 Spielen. "Francesco ist unsere Stammzelle", sagt Ranieri über seinen Kapitän.

Dass Totti heiß auf den Titel ist, muss nicht erwähnt werden. Vor allen Dingen, weil er sich damit noch unsterblicher machen könnte, als er eh schon ist.

Mit einem weiteren Scudetto, wäre Totti der erste Roma-Spieler der Geschichte, der zwei Meisterschaften gewinnen würde. Das Fest am "Circo Massimo", wo 2001 mehr als eine Million Menschen Capello, Totti, Batistuta und Co. bejubelten, könnte größer nicht ausfallen.

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