Silvio Berlusconi will AC Milan verkaufen

SID
Dienstag, 06.10.2009 | 14:21 Uhr
Silvio Berlusconi ist seit 1985 Besitzer des AC Milan
© sid
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Nachdem Silvio Berlusconis Medienholding zu einer Entschädigungszahlung von 750 Millionen Euro verklagt wurde, möchte der Regierungschef seinen Klub AC Milan verkaufen.

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi scheint endgültig die Lust an seinem Lieblings-Spielzeug AC Milan verloren zu haben.

Nach Angaben der Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" verhandelt Berlusconi derzeit mit dem albanischen Erdölunternehmer Rezart Taci über den Verkauf des Traditionsklubs, dessen Wert auf etwa 700 Millionen Euro geschätzt wird.

Der 38 Jahre alte Taci, dem gute Beziehungen zu Berlusconi nachgesagt werden, hatte in den vergangenen Monaten bereits Interesse am Erstligisten FC Bologna signalisiert. Die Verhandlungen mit dem Besitzer des Vereins, der Unternehmerfamilie Menarini, hatten jedoch zu keinem Resultat geführt. Auch Verhandlungen über einen Einstieg bei Cagliari Calcio waren gescheitert.

Erlös aus Kaka-Transfer konnte Schuldenberg nicht verkleinern

Berlusconi soll sich gerade jetzt zum Verkauf seines Vereins entschlossen haben, weil ein am Samstag gefälltes Gerichtsurteil seine Medienholding Fininvest zur Zahlung einer Rekordentschädigung von 750 Millionen Euro an den Großunternehmer Carlo De Benedetti zwingt.

Milan, das von Berlusconi 1985 übernommen worden war, ist trotz des Verkaufs von Kaka an Real Madrid für 67 Millionen hoch verschuldet. Außerdem sind die erwachsenen Kinder Piersilvio und Marina, die das Imperium des Vaters verwalten, nicht am Fußball-Geschäft interessiert.

Hinzu kommt nun noch eine sportliche Krise. Nach dem schwächsten Saisonstart seit neun Jahren belegt der Champions-League-Sieger von 2007 nach acht Spielen nur Rang zwölf.

Im Zentrum der Kritik steht Trainer-Neuling Leonardo, der zu Saisonbeginn den zum FC Chelsea gewechselten Erfolgscoach Carlo Ancelotti abgelöst hatte. Einen Rücktritt schloss der 40-Jährige aber aus.

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