Die Baustellen der Top-Teams Italiens

Juventus Turin bläst zum Angriff

Von Christian Bernhard
Montag, 06.07.2009 | 14:03 Uhr
Nach Platz zwei in der abgelaufenen Saison peilt Juventus Turin jetzt den Scudetto an
© Getty
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Wird Inter Mailand in der anstehenden Serie-A-Saison vom Meister-Thron gestürzt? Während Juventus Turin mit den Verpflichtungen von Diego und Fabio Cannavaro mobil macht, lässt es der AC Milan noch ruhig angehen. Der AC Florenz und der AS Rom halten sich auch noch vornehm zurück, Emporkömmling Genua gibt hingegen bereits kräftig Gas. Italiens Topteams im Überblick.

Inter Mailand

Das hat sich schon getan: Aus Genua kamen Diego Milito und Thiago Motta im Doppelpack, dazu kehrten Ricardo Quaresma (Chelsea) und David Suazo (Benfica) von ihren Leihgeschäften zurück. Hernan Crespo (FC Genua), Luis Figo (Karriereende), Julio Cruz (Vertrag nicht verlängert), Luis Jimenez (an West Ham verliehen), Robert Acquafresca und Francesco Bolzoni (beide Genua) verließen die Nerazzurri. Routinier Marco Materazzi verlängerte seinen Vertrag bis 2012.

Das sind die Baustellen: Jose Mourinhos Ansage nach dem Milito-Motto-Deal war klar: "Uns fehlen noch ein Innenverteidiger, ein Mittelfeldspieler und ein Stürmer". Höchste Priorität hat dabei ein kreativer Mittelfeldspieler - so ein Spielertyp fehlt Inter. In der Innenverteidigung stünde dem Meister neben den Stammkräften Walter Samuel und Ivan Cordoba noch ein guter Mann gut zu Gesicht. Das Hickhack um Zlatan Ibrahimovic und Maicon scheint vorerst zumindest zugunsten der Mailänder beendet.

Die sind im Gespräch: Mourino würde am liebsten seine Landsmänner Ricardo Carvalho und Deco in Mailand begrüßen. Chelsea verlangt aber allein für den Innenverteidiger 14 Millionen Euro - zu viel für Moratti. Deshalb sind auch Lucio (Bayern) und William Gallas (Arsenal) im Gespräch.

Für den Kreativposten fielen neben Deco auch immer wieder die Namen Wesley Sneijder (Real) und Eden Hazard (belgisches Talent in Reihen von Lille). Das österreichische Stürmertalent Marko Arnautovic (Twente) steht kurz vor der Verpflichtung. Sollte Ibrahimovic doch noch wechseln, würde sich Moratti um Samuel Eto'o oder Didier Drogba bemühen.

Juventus Turin

Das hat sich schon getan: Mit Diego (Bremen) und Fabio Cannavaro (Real) haben sich die Bianconeri zwei große Namen gesichert. Sergio Almiron (Florenz) und Michele Paolucci (Catania) kehren von ihren Leihgeschäften zurück, Olof Mellberg (Olympiakos), Dario Knezevic (Livorno) und allen voran Pavel Nedved (Karriereende) sind nicht mehr an Bord.

Das sind die Baustellen: Höchste Priorität haben der Kauf eines Linksverteidigers und eines zentralen Mittelfeldmanns. Cristian Molinaros Gesundheitszustand ist unklar, dazu ist mit Paolo De Ceglie der zweite Linksverteidiger bei mehreren Vereinen (Napoli, Udinese) im Gespräch. Im Mittelfeld braucht Coach Ciro Ferrara noch einen Regisseur, um sein auf Diego zugeschnittenes 4-3-1-2 spielen lassen zu können. Sollte David Trezeguet Turin verlassen - Lyon ist erster Interessent - bräuchte es noch einen Stürmer.

Die sind im Gespräch: Juves erste Wahl im Mittelfeld, UdinesGaetano  D'Agostino, kommt trotz verheißungsvollem Verhandlungsbeginn wohl doch nicht. Jetzt soll sich der Rekordmeister auf Felipe Melo (Florenz, hier geht's zum Porträt) gestürzt haben. Reals Mahamadou Diarra und Gago, sowie Lazios Cristian Ledesma stehen ebenfalls auf dem Zettel. Für links hinten steht Lyons Fabio Grosso auf der Pole-Position, Andrea Dossena (Liverpool) und Aleksandar Kolarov (Lazio) haben ebenfalls noch Chancen. Goran Pandev (Lazio) könnte Trezeguets Platz im Sturm einnehmen.

AC Milan

Das hat sich schon getan: Den Schock des Kaka-Verkaufs haben die Milan-Fans immer noch nicht verdaut. Massimo Oddo ist aus München zurückgekehrt, dazu haben die Rossoneri einige Youngster an die Basis zurückgeholt (Ignazio Abate, Davide Di Gennaro) oder neu verpflichtet (Giacomo Berretta, Gianmarco Zigoni). Neu ist mit Leonardo auch der Trainer.

Neben Kaka werden auch Paolo Maldini (Karriereende), Andrej Schewtschenko (kehrt zu Chelsea zurück), Philippe Senderos (wieder bei Arsenal), Felipe Mattioni (Rückkehr zu Gremio) und Luca Antonelli (verliehen an Parma) kommende Saison nicht im Milan-Dress auflaufen. David Beckham ist vorerst nach LA zurückgekehrt.

Das sind die Baustellen: Höchste Priorität hat die Verpflichtung eines Stürmers. Milan-Vize Adriano Galliani kündigte aber an, dass sich die Ankunft des neuen Angreifers noch in die Länge ziehen könnte. Obwohl Galliani nach dem geplatzten Cissokho-Deal sagte, es käme kein Außenverteidiger mehr, macht Leonardo keinen Hehl aus seinem Wunsch nach einem zusätzlichen Mann, der auch nach vorne Impulse setzen kann.

In der Abwehr ist das hochgepriesene Talent Thiago Silva endlich spielberechtigt. Zusammen mit Alessandro Nesta, der sich gut erholt von seinen Rückenproblemen zeigt, soll er die Probleme in der Innenverteidigung lösen.

Die sind im Gespräch: Nach der Absage aus Wolfsburg für Edin Dzeko konzentriert sich Galliani jetzt auf Reals Klaas-Jan Huntelaar und Luis Fabiano (Sevilla). Arsenals Emmanuel Adebayor ist auch noch nicht ganz abgeschrieben. Für die Außenverteidiger-Position geisterte zuletzt auch der Name von Tottenhams Gareth Bale durch die Presse. Sollte Porto dem AC noch entgegenkommen, ist auch eine Verpflichtung Aly Cissokhos nicht ausgeschlossen.

AC Florenz

Das hat sich schon getan: Noch so gut wie nichts - einzig der solide Innenverteidiger Cesare Natali kam von Absteiger Turin. Die Leihgeschäfte von Luciano Zauri (Lazio), Emiliano Bonazzoli (Sampdoria), Marco Storari (Milan) und Almiron (Juve) gingen zu Ende.

Außerdem kündigte die Fiorentina an, dass sie als erster italienischer Verein festgeschriebene Ablösesummen für alle Profis in die Verträge aufnehmen wird. Die Summen werden "fair und nicht abgehoben" sein, so Sportdirektor Pantaleo Corvino.

Das sind die Baustellen: Coach Cesare Prandelli möchte in der anstehenden Saison auf 4-2-3-1 umstellen und braucht dafür noch einen Flügelspieler mit Offensivqualitäten. Außerdem soll noch ein Mittelstürmer her, der Alberto Gilardino entlasten kann.

Hinter Felipe Melo steht ein großes Fragezeichen. Sollte der Brasilianer zu Juve oder Arsenal wechseln, bräuchten die Violetten noch einen hochkarätigen defensiven Mittelfeldspieler. Auf der Außenverteidiger-Position würde frisches Blut ebenfalls gut tun.

Die sind im Gespräch: Die Verpflichtung von Reals Royston Drenthe scheint kurz vor dem Abschluss, außerdem gefallen Juves Marco Marchionni (für außen) und Turins Blerim Dzemaili (zentral) im Mittelfeld.

Im Sturm werden der ablösefreie Ex-Inter-Stürmer Cruz und Turins Roberto Bianchi gehandelt. Der frischgebackene U-21-Europameister Andreas Beck (Hoffenheim) soll so wie Lazios Lorenzo De Silvestri auch auf Corvinos Liste stehen.

FC Genua

Das hat sich schon getan: Jede Menge - sowohl quantitativ als auch qualitativ. Der FC will da weiter machen, wo er vergangene Saison aufgehört hat. Obwohl mit Milito und Motta zwei absolute Leistungsträger zu Inter gingen, kamen mit Sergio Floccari (Atalanta), Crespo (Inter) und Houssine Kharja (Siena) gestandene, sowie mit Pele (Porto), Leonardo Bonucci (Inter) und Bolzoni (Inter) talentierte Leute.

Der Coup gelang mit der Verpflichtung von Italiens U-21-Knipser Acquafresca (hier geht's zum Porträt). Der Stürmer kam im Zuge des Milito-Motto-Deals von Inter, wurde aber gleich an Atalanta ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Außerdem sicherten sich die Hafenstädter 50 Prozente der Transferrechte an Domenico Criscito (war bisher von Juve ausgeliehen).

Das sind die Baustellen: Eigentlich gibt es keine großen mehr. Militos Abgang soll mit Floccari und Crespo abgefangen werden, Kharja, Pele und eventuell auch das Inter-Talent Bolzoni werden versuchen, Motta zu ersetzen. Matteo Ferrari hat ein 2,5-Millionen-Angebot von Besiktas und wird wohl gehen. In diesem Fall müsste noch ein gestandener Verteidiger her.

Die sind im Gespräch: Sollte Ferrari in die Türkei abwandern - wonach es aussieht - ist Routinier Christian Panucci die erste Wahl. Valencia-Verteidiger Emiliano Moretti steht hoch im Kurs, Brescia-Verteidiger Fabrizio Zambrella soll ebenfalls auf der Liste stehen. Für den Angriff gefällt immer noch Alkmaars Moussa Dembele. Torhüter Stefano Sorrentino könnte von Chievo Verona kommen.

AS Rom

Das hat sich schon getan: So gut wie nichts - was beim schwebenden Verkaufsverfahren des Vereins aber nicht verwundern darf. Neu ist einzig der talentierte Flügelspieler Stefano Guberti von Aufsteiger Bari, der ablösefrei kommt und von der halben Serie A gejagt wurde. Mit Marco Andreolli (Sassuolo), Alessio Cerci (Atalanta), Ricardo Faty (Nantes), Vitorino Antunes (Lecce), Stefano Okaka (Brescia), Ahmed Barusso (Siena) und Aleandro Rosi (Livorno) kehren viele AS-Talente in die Hauptstadt zurück.

Verlassen werden die ewige Stadt Panucci (Vertrag wurde nicht verlängert) und Souleymane Diamoutene (kehrt zu Lecce zurück). Vincenzo Montella beendete seine Karriere. U-21-Kapitän Marco Motta bleibt in Rom.

Das sind die Baustellen: Ein Mittelstürmer muss her - sagt Coach Luciano Spalletti und macht so Druck auf die Vereinsführung. In der Abwehr braucht es auf jeden Fall noch einen neuen Mann, da neben Panucci und Diamoutene wohl auch Simone Loria die Giallorossi noch verlassen wird. Außerdem wird nach einem zweiten Torwart gefahndet.

Die sind im Gespräch: Schewtschenko und Cruz - nicht gerade die Jüngsten, aber die meistgehandelten Namen für den Sturm. In der Abwehr gefallen Lecces Senkrechtstarter Andrea Esposito, Michele Canini (Cagliari) und Diego Lugano (Fenerbahce). Die Routiniers Gennaro Iezzo (Napoli), Matteo Sereni (Turin) und Sorrentino (Chievo) balgen sich um einen Torwartposten.

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