Serie A

Inter feiert historischen Titel-Hattrick

SID
Montag, 19.05.2008 | 12:17 Uhr
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© DPA
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Mailand - Süßer hätte Inter Mailands Triumph nicht sein können. Im Jahr des 100. Vereinsjubiläums gelang Inter der erste Titel-Hattrick in der Club-Geschichte, und der verhasste Lokalrivale AC Mailand stieg erstmals seit sieben Jahren in die Niederungen des UEFA-Pokals ab.

"Wir haben Geschichte geschrieben", rief Stürmer Riccardo Cruz den 50 000 Inter-Fans zu, die ihr Team nach dem 2:0-Sieg in Parma Sonntagnacht bei der Titelübergabe im San-Siro-Stadion frenetisch feierten.

"Und jetzt das Double", forderten die Tifosi nun auch noch den Sieg im Pokalfinale gegen den AS Rom.

"Wer siegt, hat recht"

Die Interisti bejubelten den 16. Meistertitel und übergossen Milan mit Hohn und Spott. "Dies ist der glücklichste Moment meiner Präsidentschaft", sagte Club-Boss Massimo Moratti. Alle seien gegen Inter gewesen. Die Medien, die Fans und die Schiedsrichter - am Ende aber habe Inter es allen gezeigt, jubelte der Öl-Baron.

Manche finden aber, Inter trete nach. "Inter gewinnt, aber macht alle sauer!", schimpfte das Turiner Sportblatt "Tuttosport". Milans Vize-Präsident Adriano Galliani meinte nur süffisant: "Wer siegt, hat recht."

Ibrahimovic selbstbewusst

Vom Ewigen Zweiten hat sich Inter zum selbstbewussten Seriensieger aufgeschwungen. Und der Titel war verdient. Trotz der Schwächephase auf der Zielgeraden. Da vergab Inter zwei Titel-Matchbälle, Verfolger AS Rom holte zehn Punkte auf und war vor dem letzten Spieltag bis auf einen Zähler dran.

"Da hatte ich noch an den Titel geglaubt", sagte der verletzte Roma-Star Francesco Totti. 54 Minuten lang durfte sich Rom sogar als Meister fühlen, bis der gerade erst eingewechselte Zlatan Ibrahimovic Inter mit zwei Toren im Alleingang zum Titel schoss.

"Andere reden, ich mache Tore", gab sich Inters schwedischer Top-Torjäger ganz cool. "Interimovic - Ein Traummann", bejubelte die "La Gazzetta dello Sport" den Helden des Tages.

Bleibt Mancini wirklich?

Der zweite Hauptdarsteller bei Inters Triumph war Trainer Roberto Mancini. "Er war grandios", lobte ihn Moratti. Dass der Coach nach dem Champions-League-K.o. gegen den FC Liverpool entnervt seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt hatte, ist vergessen.

Inter bekniet seinen Erfolgscoach, weiterzumachen. Und Mancini scheint bereit: "Ich bleibe!", rief er nach einem Bericht der "La Gazzetta dello Sport" Sonntagnacht den Fans zu. Offiziell ist dies aber noch nicht. Es kursieren weiter Meldungen, wonach José Mourinho bereits als neuer Trainer verpflichtet sei und Mancini zum FC Chelsea wechsle.

Wenn Mancini bliebe und am 24. Mai mit dem Pokalsieg gegen Rom auch noch das Double perfekt machte, wäre Inter rundum glücklich.

Keine Betrügereien mehr 

Liga-Präsident Antonio Matarrese zog jetzt schon ein positives Fazit der Saison, nach der neben Inter und Rom Juventus Turin mit Liga-Torschützenkönig Alessandro Del Piero (21 Tore) und Florenz in die Champions League einziehen sowie Empoli, Parma und Livorno absteigen.

"Wir haben die alten Makel abgestreift und uns im neuen Gewand gezeigt", betonte Matarrese. Die Betrügereien sind Vergangenheit, die neuen Sicherheitsmaßnahmen mit Stadionverboten für radikale Fans bei brisanten Auswärtsspielen zeigen Wirkung.

So konnte trotz tausender Inter-Fans vor dem Stadion in Parma Schlimmeres verhindert werden.

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