Die Andy Hinkel Kolumne

"Ein fußballerisches Duracell-Häschen"

SID
Donnerstag, 13.05.2010 | 13:19 Uhr
Celtics-Verteidiger Andy Hinkel packt im Old Firm gegen die Rangers die Grätsche aus
© Getty
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Andreas Hinkel ist einer der wenigen deutschen Topspieler im Ausland, im Prinzip hat er sogar einen der coolsten Jobs der Welt. Er kickt bei Celtic Glasgow vor fanatischen Fans und darf sich nebenbei jeden Tag auf die teils eigenwillige schottische Lebensweise einlassen. Bei SPOX erzählt der 28-Jährige in seiner Braveheart-Kolumne, was er in Schottland erlebt. Diesmal zieht er ein Saisonfazit, spricht mit Gott und freut sich über Interesse aus der Bundesliga. Außerdem erklärt er, warum er über Dani Alves ein Buch schreiben könnte.

Hallo zusammen,

die Saison in Schottland ist vorbei, die WM in Südafrika steht vor der Tür. Also genau der richtige Zeitpunkt, um mal wieder eine neue Kolumne zu schreiben. Und natürlich auch, um ein Fazit zu ziehen und einen kleinen Blick nach vorne zu werfen. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich die Saisonbilanz nur bedingt in Feierstimmung versetzt.

Positiv ist, dass wir unsere letzten acht Spiele in der Liga alle gewonnen haben, unter anderem das Old Firm gegen die Rangers - das hatten unsere fantastischen Fans auch verdient.

Denn negativ ist, dass wir bis zu dieser Serie leider alles andere als konstant waren. Wenn ich sehe, wie stark wir zuletzt aufgetreten sind, und dann sehe, wie wir den Titel schon relativ frühzeitig verspielt haben - dann tut dieser zweite Platz schon weh.

"Gott, gib mir die Gelassenheit"

Denn vom Potenzial der Mannschaft her müssen wir uns hinter den Rangers nicht verstecken. Das hat der 2:1-Sieg im letzten Derby bewiesen. Aber wir haben uns im Laufe der Saison immer wieder selbst ein Bein gestellt, auch im Pokal-Halbfinale. Über das Aus gegen Zweitligist Ross County will ich lieber gar nicht mehr nachdenken.

Aber wie lautet ein weises Sprichwort? Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann - und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Das gefällt mir gut.

Es nützt nichts, sich von Ereignissen aus der Vergangenheit runterziehen zu lassen. Man kann sie analysieren und daraus lernen - aber ändern kann man sie nicht mehr. Deshalb schaue ich nur nach vorne.

"Interesse von Schalke? Das freut mich"

Auch, was meine persönliche Situation angeht. Seit letzter Woche weiß ich ja ganz sicher, dass ich meinen Sommer nicht bei der WM in Südafrika verbringen werde. Natürlich wäre ich gerne dabei, aber ich bin ja nicht völlig naiv.

Meine Chancen, noch auf den Zug aufzuspringen, waren nur noch ganz gering. Deshalb war die Entscheidung für mich keine große Überraschung mehr. Ich werde also Urlaub machen.

Und danach? Mal schauen, wie es weitergeht. Ich habe noch ein Jahr Vertrag bei Celtic Glasgow und fühle mich hier wirklich wohl. Aber es ist auch normal, dass das ein Zeitpunkt ist, wo erste Spekulationen anfangen.

Und wenn ich höre, dass mein Name mit Klubs wie Schalke 04 in Verbindung gebracht wird, freut mich das natürlich. Denn es zeigt, dass meine Leistungen in Schottland sehr wohl registriert werden.

Das Anforderungsprofil eines Außenverteidigers

Aber jetzt geht's erst einmal in den Urlaub in meine schwäbische Heimat. Dort werde ich dann ganz entspannt verfolgen, was die weltbesten Außenverteidiger bei der WM so zeigen. Es ist immer interessant zu sehen und zu analysieren, wie die Kollegen die Position interpretieren.

Früher war der Job eines Außenverteidigers ja recht einfach aufgebaut: die Seite dicht machen und den Ball im Zweifel aus dem Stadion dreschen. Ich bin ziemlich froh, dass sich das Anforderungsprofil mittlerweile extrem geändert hat. Heutzutage stehen die Außenverteidiger meist am Anfang des Spielaufbaus und sind oft die Akteure mit den meisten Ballkontakten.

Warum das so ist, zeigen auch jene Spieler, die ich für die Besten auf dieser Position halte. Hier sind meine Top 3 bei den rechten Außenverteidigern:

1. Dani Alves (27/Brasilien/FC Barcelona): Über Dani könnte ich ein Buch schreiben, er war ja beim FC Sevilla mein Mitspieler. Offensiv ist er der beste rechte Außenverteidiger auf dem Planeten. Er ist technisch nahezu brillant, seine Flanken kommen zentimetergenau und messerscharf. Und: Er ist eine Art fußballerisches Duracell-Häschen.

Wenn der Schiedsrichter das Spiel nicht irgendwann abpfeifen würde, würde Dani in einer Woche wahrscheinlich sieben Tage 24 Stunden lang die Linie rauf- und runterhecheln.

Er ist eine Maschine, nicht kaputt zu bekommen. Aber er hat eine Schwäche: defensiv gehört er sicher nicht zu den überragenden Fußballern.

Das fällt bei einer Mannschaft wie Barcelona natürlich kaum ins Gewicht, weil sie sowieso fast nur in der Offensive ist. Aber in Brasiliens Nationalmannschaft beispielsweise hat er gegenüber Maicon immer mal wieder das Nachsehen.

2. Maicon (28/Brasilien/Inter Mailand): Die deutschen Fans werden ihn spätestens im Champions-League-Finale kennenlernen. Er ist körperlich sehr robust, defensiv und taktisch sehr stark.

So wie man halt sein muss, wenn man bei Jose Mourinhos Inter Mailand spielt, wo sehr viel Wert auf die defensive Grundordnung gelegt wird.

Aber natürlich hat Maicon auch offensiv gewisse Qualitäten - den Beweis dafür lieferte er im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim 3:1 gegen Barcelona, als er einen Treffer erzielte.

Brasiliens Nationaltrainer Carlos Dunga ist jedenfalls zu beneiden: Egal, ob er Dani Alves oder Maicon aufstellt - er hat so oder so einen rechten Außenverteidiger vom Feinsten auf dem Feld.

3. Darijo Srna (28/Kroatien/Schachtjor Donezk): Er ist sowohl in der Nationalmannschaft als auch im Klub Kapitän, was schon einiges über seine Qualitäten aussagt. Und: Er kann auch im Mittelfeld eingesetzt werden. Weil er fußballerisch so ziemlich das Komplettpaket bietet.

Er kann offensiv mit seiner Technik, seiner Übersicht und seiner Dynamik für mächtig Schwung sorgen. Außerdem ist er beidfüßig und verfügt über eine herausragende Spielintelligenz. Es ist kein Zufall, dass sein Name immer wieder mit den absoluten Topklubs in Verbindung gebracht wird.

Er wird ja auch regelmäßig beim FC Bayern gehandelt. Bei der WM wird er jedoch fehlen - Kroatien scheiterte bekanntlich in seiner Qualifikationsgruppe als Dritter hinter England und der Ukraine.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob sich in den kommenden Wochen noch andere Außenverteidiger in den Blickpunkt spielen werden - so etwas soll während einer WM ja nicht gänzlich ausgeschlossen sein. Ich freue mich jedenfalls auf vier unterhaltsame Wochen. Und natürlich werde ich vor allem eines machen: dem deutschen Team die Daumen drücken.

In diesem Sinne - bis bald.

Euer Andy

 

 

 

 

 

Andreas Hinkel, geboren am 26. März 1982 in Backnang, gehört zu den besten Rechtsverteidigern Deutschlands. Von 2000 bis 2006 spielte er als Profi für den VfB Stuttgart, danach wechselte er in die Primera Division zum FC Sevilla. Seit Januar 2008 trägt Hinkel nun das Trikot von Celtic Glasgow. Für die Nationalmannschaft war er bislang 21 Mal im Einsatz. Mehr Informationen über Andreas Hinkel gibt es unter www.andreashinkel.com.

Andreas Hinkel im Steckbrief

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