Die Roberto Hilbert Kolumne

Erinnerungen an den Panther von Kadiköy

SID
Donnerstag, 02.02.2012 | 20:40 Uhr
SPOX-Kolumnist Roberto Hilbert erinnert sich an heiße Derbys der Vergangenheit zurück
© Imago
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Roberto Hilbert spielt seit Sommer 2010 bei Besiktas in Istanbul und ist für viele Fans der "Alman Panzer" oder einfach nur der "Zug", weil er auf der Außenbahn ständig unterwegs ist. Bei SPOX erzählt der Ex-Stuttgarter in seiner Kolumne, was er in der Türkei erlebt. Diesmal erinnert sich Hilbert an heiße Derbys der Vergangenheit.

Merhaba aus Istanbul,

endlich ist meine Leidenszeit vorbei. Seit Sonntag trainiere ich wieder mit der Mannschaft, nachdem ich mich zum Rückrundenauftakt verletzt hatte und in den letzten Spielen zuschauen musste. Es gibt's nichts Schlimmeres, auf der Tribüne sitzen zu müssen und der Mannschaft nicht helfen zu können.

Beim Heimspiel gegen Mersin Idman Yurdu gehörte ich nun wieder dazu. Aufgrund einer Stadionsperre dürfen nicht alle Fans ins Stadion, sondern nur Frauen und Kinder. Eine neue Regelung des Verbands und eines sage ich euch: Die Ladys stehen den Männern in Nichts nach. Das Spiel ist eine ideale Vorbereitung auf das große Derby am Sonntag bei Fenerbahce. Klar, dass hier über nichts anderes gesprochen wird.

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen auf meiner "Facebook"-Seite oder bei "Twitter" gesehen, dass mich die Besiktas-Fans vehement fordern und hoffen, dass ich nach meiner Verletzung wieder spiele.

Natürlich erfreuen mich das Vertrauen und die Unterstützung sehr und ich will den Leuten zeigen, dass sie mich zu Recht wieder in die Mannschaft fordern. Das Wichtigste ist, dass ich schmerzfrei bleibe, dann kann ich der Mannschaft genauso helfen, wie ich es vor meiner Verletzung getan habe.

Fast zeitgleich ist Ricardo Quaresma nach seiner schweren Verletzung zurückgekehrt. Wenn er richtig fit ist, macht er den Unterschied aus. Ich hoffe, dass wir beide die rechte Seite genauso bearbeiten, wie wir es vor unseren Verletzungen getan haben. Am besten schon gegen Fenerbahce!

Ich begrüße die Entscheidung beider Klubs, wieder Gästefans in die Stadien zu lassen. Das wurde für die Derbys in dieser Saison noch abgeschafft. 2600 Besiktas-Fans werden uns in Kadiköy unterstützen. Das ist uns als Mannschaft sehr, sehr wichtig. Ich hoffe, beide Fanlager werden ihre Teams unterstützen und außerhalb wird es ruhig bleiben.

Viele haben erwartet, dass die Mannschaft von Fenerbahce aufgrund der Belastung um die Manipulationsproblematik auseinander bricht. Mich überrascht es überhaupt nicht, dass Fenerbahce in der Liga weiter sehr stark auftritt und um den Titel spielt. Sie haben eine sehr gute Mannschaft und eine gute Qualität mit vielen erfahrenen Spielern, die mit schwierigen Situationen umgehen können.

Unsere Chancen, bei Fenerbahce zu bestehen, sind dennoch gut. Wir haben zuletzt 15 Pflichtspiele in Folge nicht verloren. Klar, hätten wir gerne auf den Ausrutscher in Kayseri verzichtet, aber wir können dennoch sehr zufrieden sein, wie es läuft. Ein Sieg im Derby wäre klasse! Insbesondere in der Türkei sind diese Spiele sehr richtungweisend.

Die Grundstimmung in den Klubs ist sehr abhängig von diesen Spielen. Süreyya, die gute Seele und der Zeugwart unserer Mannschaft, kann sich an jedes Derby erinnern: Fragt ihn nach Datum, Ergebnis und Aufstellungen - er weiß über alles Bescheid!

Durch ihn, aber auch durch andere hier in der Mannschaft oder im Umfeld bin ich über heiße Derbys der Vergangenheit informiert. Da gab es schon sehr interessante Spiele...

2005 war Besiktas zu Gast in Kadiköy. Tolle Stimmung, tolles Spiel, Besiktas führte mit 3:2. Im Laufe der zweiten Hälfte sah Besiktas-Torwart Cordoba die Rote Karte, die natürlich keine war. Bitter war, dass Besiktas schon drei Mal gewechselt hatte und ein Feldspieler ins Tor musste. So richtig wussten die Jungs nicht, wer rein soll.

Roberto Hilbert bei Facebook

Schließlich ließ sich Stürmer Daniel Pancu das Trikot von Cordoba geben und stellte sich in den Kasten. Den Elfmeter von Alex konnte er nicht halten, aber was der Junge danach hielt, war überragend.

Sogar einen dieser gefürchteten Alex-Freistöße wehrte er ab. Kurz vor Schluss kam's noch besser: Koray machte das 4:3 für Besiktas in der 90.! Immer wieder wird dieses Spiel im türkischen TV gezeigt. Pancu hat seit damals Heldenstatus, selbst bei uns in den Stadienkatakomben hängen Bilder von ihm im Torwarttrikot. Die Fans nennen ihn den "Panther von Kadiköy".

Interessiert war auch das Derby im Jahr 2000. Besiktas gewann das Spiel mit 3:0. Allerdings hätte Besiktas das Spiel verlieren können und hätte trotzdem gewonnen.

Fenerbahces damaliger Trainer Mustafa Denizli, der die Mannschaft wenige Monate zuvor noch zum Meister machte, beging einen folgenschweren Wechselfehler: Er brachte den sechsten Ausländer, obwohl nur fünf gleichzeitig spielen durften.

Das Spiel wurde 3:0 für Besiktas gewertet, obwohl man auch sportlich 3:0 gewann. Denizli, der kurz bevor ich in die Türkei kam Besiktas-Trainer war, wird heute noch auf das Spiel angesprochen. Die Ausländerregelung hat sich in der Türkei seitdem verändert, aber wirklich besser ist es nicht geworden.

Zwar dürfen Klubs beliebig viele Ausländer holen, aber nur sechs dürfen gleichzeitig spielen. Die Türkei sollte die Ausländerbegrenzung aufheben. Das würde dem türkischen Fußball sehr gut tun, da bin ich mir sicher.

Ein historisches Spiel habe ich noch für euch! Gerade in diesen Tagen vor dem Derby läuft das immer wieder im TV. 1991 steht's kurz vor Schluss 2:1 für Fenerbahce. "Sifo" Mehmet, der heute Trainer von Antalyaspor ist, schoss aus spitzem Winkel aufs Tor.

Der Ball bewegte sich parallel zur Torlinie und wahrscheinlich sogar ein wenig drüber, bis ihn ein Fener-Verteidiger dann klärte. Schiedsrichter Ahmet Cakar entschied auf Tor und ob ihr es glaubt oder nicht: Noch heute gibt's ernsthafte Diskussionen, ob es ein Tor war oder nicht. Witzig ist, dass Cakar heute ein berühmter TV-Experte ist, der jede Woche die Schiedsrichter bis ins Detail analysiert und sie oft kritisiert.

Hoffen wir diesmal auf ein erneut tolles Derby. Drückt uns die Daumen!

Besten Gruß

Euer Roberto

Roberto Hilbert, geboren am 16. Oktober 1984 in Forchheim, spielte acht Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Nach seiner erfolgreichen Zeit beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth wechselte Hilbert 2006 zum VfB Stuttgart und wurde in seiner ersten Saison auf Anhieb Stammspieler und deutscher Meister. Seit Beginn der Saison 2010/2011 spielt Hilbert für den türkischen Spitzenklub Besiktas. Weitere Informationen zu Roberto Hilbert gibt es auf seiner Facebook-Seite.


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