Die Roberto Hilbert Kolumne

Bewegender Besuch im Gefängnis

SID
Freitag, 18.11.2011 | 12:53 Uhr
Die Besiktas-Spieler Hilbert, Simao, Quaresma und Co. beim Besuch im Gefängnis
© anadolu
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Roberto Hilbert spielt seit Sommer 2010 bei Besiktas in Istanbul und ist für viele Fans der "Alman Panzer" oder einfach nur der "Zug", weil er auf der Außenbahn ständig unterwegs ist. Bei SPOX erzählt der Ex-Stuttgarter in seiner Kolumne, was er in der Türkei erlebt. Diesmal spricht Hilbert über das bevorstehende Derby gegen Galatasaray, den Umschwung, der mit ihm und Fabian Ernst kam und der Besuch beim Trainer im Gefängnis.

Hallo aus Istanbul, Istanbul'dan merhabalar,

die Länderspielpause ist vorbei und sie hat uns richtig gut getan. Wir haben ein extrem hartes Programm mit vielen Spielen innerhalb kürzester Zeit zu absolvieren, weil der Süper-Lig-Spielplan aufgrund der Verspätung und der zusätzlichen Playoff-Runde enger zusammengerückt ist und wir viele "Englische Wochen" spielen müssen. Unsere türkischen Nationalspieler waren dennoch voller Motivation und mit viel Selbstvertrauen abgereist, aber sie sind sehr enttäuscht zurückgekommen.

Das bittere Aus gegen Kroatien hat gezeigt, dass im türkischen Fußball etwas passieren muss. Insbesondere die Nationalmannschaft hat das Potenzial, viel mehr zu zeigen, als sie es zuletzt getan hat. Der neue Nationaltrainer Abdullah Avci, der bei unserem letztjährigen Pokalfinal-Gegner Istanbul Büyüksehir Belediyespor hervorragende Arbeit geleistet hat, genießt ein hohes Ansehen. Er muss jetzt analysieren, wo die Fehler liegen und sie dann natürlich abstellen. Das Zeug dazu hat er.

Roberto Hilbert bei Facebook

Dass am Wochenende das große Derby zwischen Besiktas und Galatasaray steigt, ist natürlich ideal und kommt gerade recht: Natürlich für die enttäuschten Fans, aber gerade für die Nationalspieler, die es ja auf beiden Seiten zuhauf gibt. Das Derby hat immer eine große Bedeutung - nicht nur, was das Prestige angeht, sondern auch sportlich. Galatasaray und wir können mit einem Sieg die Richtung für die verbleibenden Wochen vorgeben. Das wird eine echte Standortbestimmung in unserer Hütte Inönü Stadion.

Ich bin guten Mutes, dass ich wie schon in den letzten Wochen in der Startelf stehe. Mit Ausnahme des Genclerbirligi-Spiels war bei uns zuletzt ein Aufschwung zu erkennen und große Teile der Medien haben dies an Fabian Ernst und mir festgemacht. Wir haben zu Beginn der Saison lange keine Chance bekommen, haben nicht gespielt, aber als es nicht so lief, haben Fans und die meinungsstarken Medien uns gefordert, weil wir Tugenden wie Einsatzbereitschaft und Willenskraft mitbringen.

Mein Glück war, dass ich auf Anhieb gute Leistungen zeigen konnte, sonst hätten die Medien wieder gesagt: "Oh, war ja doch nicht so richtig, den Roberto zu fordern!" Fabian und ich haben sicher gut gespielt, aber den Aufschwung nur an uns festzumachen, geht auch nicht. Die ganze Mannschaft hat zuletzt super mitgezogen, sie hat die richtige Mentalität gezeigt.

Wir haben zuletzt einen neuen Stil entwickelt, der mehr auf die Kampfkraft der Mannschaft ausgerichtet ist. Ausnahmespieler wie Ricardo Quaresma oder Simao sind für uns dennoch sehr wichtig, auch wenn die Medien diese Spieler sehr kritisch sehen. Aber ihre Kreativität und unsere Einsatzbereitschaft macht uns zu einer unberechenbaren Aufgabe für jeden Gegner.

Nicht mehr bei uns ist Guti, von dem sich der Klub getrennt hat. Wie ich mitbekommen habe, hat man sich im Positiven getrennt und er hat über Twitter ja auch schon verlauten lassen, dass er Besiktas ab sofort als großer Fan zur Verfügung stehen wird. Er hat uns gerade im letzten Jahr sehr bereichert, aber er hatte es hier nicht immer einfach. Ich hoffe, dass er einen guten Verein findet und seine tolle Karriere fortsetzt.

Wenn wir schon von Hoffnung sprechen, drücke ich natürlich auch meinem Trainer Tayfur Havutcu die Daumen, dass er bald aus dem Gefängnis entlassen wird. Wir haben mit ein paar Spielern zusammen Tayfur, Vizepräsident Serdal Adali und unseren Funktionär Ahmet Ates im Gefängnis besucht: Erlaubt mir die Wortwahl, aber es war ein Scheißgefühl, den Trainer und die anderen dort zu sehen. Leute, mit denen wir vor Monaten noch zusammengearbeitet haben.

Positiv war aber immerhin, dass es ihnen den Umständen entsprechend gut zu gehen scheint. Das macht uns Hoffnung.

Am Wochenende steigt nun das Derby und ein Sieg würde uns allen gut tun, aber ich muss sagen, dass auf uns eine sehr anspruchsvolle Aufgabe wartet. Galatasaray hat in dieser Saison nicht nur bessere Spieler, sondern auch andere Typen dazu gewonnen. Emmanuel Eboue, Felipe Melo, Tomas Ujfalusi oder Johan Elmander verkörpern eine ganz andere Mentalität als noch im Vorjahr. Der wichtigste Neuzugang war für sie aber der Trainer: Fatih Terim hat der Mannschaft Struktur und Organisation verpasst, so dass auch wir höllisch aufpassen müssen. Mit unseren tollen Fans im Rücken sind wir zuhause aber immer Favorit!

Euer Roberto

Roberto Hilbert, geboren am 16. Oktober 1984 in Forchheim, spielte acht Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Nach seiner erfolgreichen Zeit beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth wechselte Hilbert 2006 zum VfB Stuttgart und wurde in seiner ersten Saison auf Anhieb Stammspieler und deutscher Meister. Seit Beginn der Saison 2010/2011 spielt Hilbert für den türkischen Spitzenklub Besiktas. Weitere Informationen zu Roberto Hilbert gibt es auf seiner Facebook-Seite.

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