PSG unter Tuchel in der Krise: Eine Rückrunde zum Vergessen

 
Erfolg in der Champions League? Fehlanzeige. Siege in den Pokalwettbewerben? Fehlanzeige. Thomas Tuchel befindet sich mit Paris Saint-Germain inmitten einer völlig verkorksten Rückrunde. Der Haussegen hängt gewaltig schief. SPOX blickt zurück...
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Erfolg in der Champions League? Fehlanzeige. Siege in den Pokalwettbewerben? Fehlanzeige. Thomas Tuchel befindet sich mit Paris Saint-Germain inmitten einer völlig verkorksten Rückrunde. Der Haussegen hängt gewaltig schief. SPOX blickt zurück...
Ende 2018 war die PSG-Welt noch in Ordnung: In der Champions League holte sich Paris vor Liverpool den Gruppensieg, in der Ligue 1 waren Neymar und Co. noch immer ungeschlagen und noch in beiden Pokalwettbewerben vertreten.
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Ende 2018 war die PSG-Welt noch in Ordnung: In der Champions League holte sich Paris vor Liverpool den Gruppensieg, in der Ligue 1 waren Neymar und Co. noch immer ungeschlagen und noch in beiden Pokalwettbewerben vertreten.
Dann aber ging es langsam aber sicher bergab: Anfang Januar schied PSG aus dem zugegebenermaßen etwas unwichtigeren Ligapokal aus - für den Perfektionisten Tuchel zwar nicht schön, aber noch verschmerzbar.
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Dann aber ging es langsam aber sicher bergab: Anfang Januar schied PSG aus dem zugegebenermaßen etwas unwichtigeren Ligapokal aus - für den Perfektionisten Tuchel zwar nicht schön, aber noch verschmerzbar.
Doch das Aus im Ligapokal war nur der Vorbote einer verkorksten Rückrunde, die mit der erneut schweren Mittelfuß-Verletzung von Neymar ihren Lauf nahm. Der Superstar zog sich die Verletzung im Pokal gegen Straßbourg zu und kehrte erst Ende April zurück.
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Doch das Aus im Ligapokal war nur der Vorbote einer verkorksten Rückrunde, die mit der erneut schweren Mittelfuß-Verletzung von Neymar ihren Lauf nahm. Der Superstar zog sich die Verletzung im Pokal gegen Straßbourg zu und kehrte erst Ende April zurück.
Nicht nur die Neymar-Verletzung bereitete Tuchel im Winter Sorgen, sondern auch der dünne Kader. Tuchel forderte vehement Verstärkungen, besonders im Mittelfeldzentrum und kritisierte öffentlich Sportdirektor Antero Henrique für ausbleibende Transfers.
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Nicht nur die Neymar-Verletzung bereitete Tuchel im Winter Sorgen, sondern auch der dünne Kader. Tuchel forderte vehement Verstärkungen, besonders im Mittelfeldzentrum und kritisierte öffentlich Sportdirektor Antero Henrique für ausbleibende Transfers.
Zwar kam mit Leandro Paredes ein Mann für die Mittelfeldzentrale, nicht aber ein weiterer Spieler und ein Neymar-Ersatz. Auch deshalb sprach sich Tuchel gegen die Entscheidung der Klub-Bosse aus, "Streik-Profi" Adrien Rabiot in die Reserve zu verbannen.
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Zwar kam mit Leandro Paredes ein Mann für die Mittelfeldzentrale, nicht aber ein weiterer Spieler und ein Neymar-Ersatz. Auch deshalb sprach sich Tuchel gegen die Entscheidung der Klub-Bosse aus, "Streik-Profi" Adrien Rabiot in die Reserve zu verbannen.
Französische Medien enthüllten, dass Henrique aufgrund des schlechten Verhältnisses zum PSG-Trainer sogar absichtlich dessen Wunschtransfer von Idrissa Gueye (Everton) habe schleifen lassen.
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Französische Medien enthüllten, dass Henrique aufgrund des schlechten Verhältnisses zum PSG-Trainer sogar absichtlich dessen Wunschtransfer von Idrissa Gueye (Everton) habe schleifen lassen.
So musste Tuchel mit einem seiner Meinung nach immer noch zu dünn besetzten Kader in die entscheidende Phase der Saison und ins wegweisende CL-Achtelfinale gegen Manchester United gehen.
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So musste Tuchel mit einem seiner Meinung nach immer noch zu dünn besetzten Kader in die entscheidende Phase der Saison und ins wegweisende CL-Achtelfinale gegen Manchester United gehen.
Dort spielte PSG - in der Liga schon weit enteilt - ein starkes Hinspiel gegen das unter Neu-Trainer Solskjaer wiedererstarkte Manchester United. Mit 2:0 gewann PSG im Old Trafford, das Viertelfinale schien nur noch Formsache zu sein.
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Dort spielte PSG - in der Liga schon weit enteilt - ein starkes Hinspiel gegen das unter Neu-Trainer Solskjaer wiedererstarkte Manchester United. Mit 2:0 gewann PSG im Old Trafford, das Viertelfinale schien nur noch Formsache zu sein.
Doch es sollte ganz anders kommen: Während in der Ligue 1 die Titelverteidigung schon so gut wie sicher war, verabschiedete sich PSG nach einem 1:3 im heimischen Prinzenpark gegen ein eigentlich schwächeres ManUnited aus der Königsklasse.
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Doch es sollte ganz anders kommen: Während in der Ligue 1 die Titelverteidigung schon so gut wie sicher war, verabschiedete sich PSG nach einem 1:3 im heimischen Prinzenpark gegen ein eigentlich schwächeres ManUnited aus der Königsklasse.
Besonders bitter: In der Nachspielzeit wurde dem französischen Meister ein fragwürdiger Handelfmeter zum Verhängnis. Marcus Rashford versenkte eiskalt und fügte Tuchel so die erste große Niederlage in seiner kurzen Trainerkarriere bei PSG zu.
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Besonders bitter: In der Nachspielzeit wurde dem französischen Meister ein fragwürdiger Handelfmeter zum Verhängnis. Marcus Rashford versenkte eiskalt und fügte Tuchel so die erste große Niederlage in seiner kurzen Trainerkarriere bei PSG zu.
Das Ausscheiden war ein herber Rückschlag für die Hauptstädter, hatte Tuchel doch den klaren Auftrag mit Amtsantritt erhalten, PSG besonders in der Champions League zu neuem Ruhm zu verhelfen und der Chronologie des Scheiterns ein Ende zu setzen.
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Das Ausscheiden war ein herber Rückschlag für die Hauptstädter, hatte Tuchel doch den klaren Auftrag mit Amtsantritt erhalten, PSG besonders in der Champions League zu neuem Ruhm zu verhelfen und der Chronologie des Scheiterns ein Ende zu setzen.
Weil auch Tuchels Vorgänger an eben jener Erwartungshaltung gescheitert waren, wurde der Deutsche gleich in Frage gestellt. Inmitten der aufkeimenden Kritik verlängerte Tuchel seinen Vertrag vorzeitig bis 2021.
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Weil auch Tuchels Vorgänger an eben jener Erwartungshaltung gescheitert waren, wurde der Deutsche gleich in Frage gestellt. Inmitten der aufkeimenden Kritik verlängerte Tuchel seinen Vertrag vorzeitig bis 2021.
Möglicherweise ein allzu vorschneller Schritt: Der Monat April geriet aus PSG-Sicht zur Farce. Zwar tüteten die Pariser die Meisterschaft ein, doch die taugt angesichts der Millionen-Investitionen und der Dominanz in der Ligue 1 kaum als Trostpflaster.
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Möglicherweise ein allzu vorschneller Schritt: Der Monat April geriet aus PSG-Sicht zur Farce. Zwar tüteten die Pariser die Meisterschaft ein, doch die taugt angesichts der Millionen-Investitionen und der Dominanz in der Ligue 1 kaum als Trostpflaster.
Von fünf Ligaspielen gewann PSG im April nur ein einziges, blamierte sich dazu beim 1:5 gegen Lille bis auf die Knochen und verspielte im Pokalfinale gegen Stade Rennes zu allem Überfluss eine 2:0-Führung und verlor im Elfmeterschießen.
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Von fünf Ligaspielen gewann PSG im April nur ein einziges, blamierte sich dazu beim 1:5 gegen Lille bis auf die Knochen und verspielte im Pokalfinale gegen Stade Rennes zu allem Überfluss eine 2:0-Führung und verlor im Elfmeterschießen.
Tuchel sparte nach der Finalpleite nicht mit Kritik an seinen Spielern: "Wir brauchen mehr Spieler, die es hassen, zu verlieren und die das jeden Tag zeigen, um auf ein Finale vorbereitet zu sein."
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Tuchel sparte nach der Finalpleite nicht mit Kritik an seinen Spielern: "Wir brauchen mehr Spieler, die es hassen, zu verlieren und die das jeden Tag zeigen, um auf ein Finale vorbereitet zu sein."
Innerhalb des Teams soll es mittlerweile zwei Lager geben: die Europäer auf der einen und die Brasilianer um Neymar auf der anderen Seite. Das berichtete der Sender RMC. Das Boulevardblatt Le Parisien bezeichnete Tuchel als "Ersten, der bedroht ist".
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Innerhalb des Teams soll es mittlerweile zwei Lager geben: die Europäer auf der einen und die Brasilianer um Neymar auf der anderen Seite. Das berichtete der Sender RMC. Das Boulevardblatt Le Parisien bezeichnete Tuchel als "Ersten, der bedroht ist".
Während Tuchel alle seine Spieler in die Pflicht nahm, kritisierte Neymar besonders die jungen Spieler, die "ein wenig verloren" seien: "Die Erfahrenen geben ihnen Ratschläge und sie erwidern etwas. Der Trainer gibt Anweisungen und sie erwidern etwas."
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Während Tuchel alle seine Spieler in die Pflicht nahm, kritisierte Neymar besonders die jungen Spieler, die "ein wenig verloren" seien: "Die Erfahrenen geben ihnen Ratschläge und sie erwidern etwas. Der Trainer gibt Anweisungen und sie erwidern etwas."
Besonders Presnel Kimpembe rückte diesbezüglich in die Öffentlichkeit. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger soll sich bei der 2:3-Pleite gegen Nantes mit Tuchel vor versammelter Mannschaft angelegt haben.
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Besonders Presnel Kimpembe rückte diesbezüglich in die Öffentlichkeit. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger soll sich bei der 2:3-Pleite gegen Nantes mit Tuchel vor versammelter Mannschaft angelegt haben.
Die verkorkste Rückrunde und die Unruhen innerhalb des Klubs sollen nach Parisien-Angaben zu Überlegungen bei der Qatar Sports Investments geführt haben, die finanzielle Unterstützung "empfindlich" zu reduzieren oder gar gänzlich zu stoppen.
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Die verkorkste Rückrunde und die Unruhen innerhalb des Klubs sollen nach Parisien-Angaben zu Überlegungen bei der Qatar Sports Investments geführt haben, die finanzielle Unterstützung "empfindlich" zu reduzieren oder gar gänzlich zu stoppen.
Für Tuchel, der seine Vertragsverlängerung auch an die Bedingung geknüpft hatte, größeres Mitspracherecht bei Transfers zu bekommen, könnte das Unterfangen Champions League dadurch weiter erschwert werden.
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Für Tuchel, der seine Vertragsverlängerung auch an die Bedingung geknüpft hatte, größeres Mitspracherecht bei Transfers zu bekommen, könnte das Unterfangen Champions League dadurch weiter erschwert werden.
Während der erneut in die Kritik geratene Trainer versicherte, den Klub im Sommer nicht verlassen zu wollen, steht der Verbleib einiger Superstars wie Neymar, Mbappe oder Cavani Gerüchten zufolge in den Sternen.
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Während der erneut in die Kritik geratene Trainer versicherte, den Klub im Sommer nicht verlassen zu wollen, steht der Verbleib einiger Superstars wie Neymar, Mbappe oder Cavani Gerüchten zufolge in den Sternen.
Bei PSG ist es Tradition, dass Trainer mindestens einen Zweitversuch erhalten, um in der Königsklasse Erfolg zu haben (mind. Halbfinale). Diesen Versuch wird auch Tuchel bekommen, noch so eine verkorkste Runde wird er sich jedoch nicht leisten können.
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Bei PSG ist es Tradition, dass Trainer mindestens einen Zweitversuch erhalten, um in der Königsklasse Erfolg zu haben (mind. Halbfinale). Diesen Versuch wird auch Tuchel bekommen, noch so eine verkorkste Runde wird er sich jedoch nicht leisten können.
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